SuperBahnBetrieb? (Allgemeines Forum)

Lars(DK), Freitag, 02.09.2011, 10:46 (vor 5333 Tagen)

Liebe Forenmitglieder
Am xx.8.2011 fuhr ich von MS nach Chur im ECxx.
Bis Zürich alles wunderbar: pünktliche Abfahrt trotz des grossen Umbaus von MS Hbf, angenehmer Wagen (renovierter SBB-EC-A-Wagen), Viererplatz für mich allein zur Rheinseite hin, freundlicher Service im Speisewagen und der Minibar, entgegenkommende Zugbegleiter, und Dank der Luft im Fahrplan bezgl Aufenthalt in Basel trotz Baustelle am Oberrhein bis Zürich pünktlich.
Nach Zürich mit Alt-Ae 6/6 (?). Bei Thalwil Durchsage: Leider Lokprobleme. Nach 5 Minuten: Alles aussteigen. Ansage nur in Deutsch.
Da der Zug viel länger als der Bahnsteig war, erfolgte der Ausstieg von vielen vor dem Bahnsteig, d.h. zwischen den Gleisen. Ich ging natürlich im Zug bis auf Bahnsteighöhe.
Auf dem Bahnsteig nur Lautsprecherdurchsage (auf Deutsch und nur einmal), dass man S-Bahn Richtung Wäderswil und Pfäffikon nehmen solle. Etliche Reisende standen ziemlich ratlos auf dem Bahnsteig ohne weitere Information. Das Zugpersonal hielt sich ganz im Hintergrund.
Die erste S-Bahn war sofort verstopft und liess viele Reisende zurück.
Ich nahm eine der nächsten. Eine Mitreisende Schweizerin empfahl, bis Pfäffikon zu reisen, was ich tat. Weder in der S-Bahn oder Pfäffikon gab es Durchsagen o.ä. An der FKA sass nur eine Person mit langer Schlanger Wartender. Mein Versuch, beim SBB-Kundenservice anzurufen, endete in der Menüwahl.
Am Bahnhof Pfäffikon fuhr IC durch - vermutlich direkter IC nach Chur.
Ich fand diese Behandlung der Passagiere eines internationalen Qualitätszuges (EC)ziemlich merkwürdig, da keinerlei Hilfe zur weiteren Reise gegeben wurden. Mein Eindruck war, dass man sich selbst durchschlagen solle. Etliche ausländische Passagiere waren ziemlich verunsichert.
Wenn man eine Bahngesellschaft daran misst, wie sie Probleme löst, fand ich dieses Fehlen von Kundenbetreuung jedenfalls ziemlich auffällig.
(Letztes Jahr hatte ich ähnliches am Genfer Flughafen erlebt: nach einigem Warten in einem zur Abfahrt vorgesehenen IC2000 eine Durchsage, dass dieser Zug nicht führe. Keine weitere Information, wie am besten weiterzukommen sei.)
Bei der Rückfahrt waren die Züge pünktlich (u.a. planmässiger ICN-Ersatzzug ab Lugano), aber mir fiel auf, wie die Züge generell langsam unterwegs sind, gerade vor Zürich (abgesehen von Mattstetten-Rothrist, natürlich).
Übergeordnet bleiben zwei Eindrücke zurück:
1. Die DB steht international wirklich gut da, auch gerade darin, wie sie nach meiner Erfahrung stets versucht, bei Problemen im FV Lösungen zu finden und gut zu informieren;
2. Der schweizer ITF ist ja ganz angenehm, bringt aber sehr gemächliche Reisezeiten mit sich und führt zu Zwängen wegen der Kantenzeiten. Für grosse Flächenländer wie D scheint mir die Strategie der DB richtig, das Hauptaugenmerk im FV auf die Reisezeiten zu legen.
Vielleicht ist also in Wirklichkeit die DB der SuperBahnBetrieb, meint
Lars (und bittet schweizer Mitglieder dies weder persönlich, noch als Kritik an ihrem wunderschönen Land zu nehmen)


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