FÜR Stuttgart 21 (Allgemeines Forum)

Holger2, Donnerstag, 08.07.2010, 01:26 (vor 5769 Tagen) @ Zugreisender

Hallo,

1. ohne jetzt auf die gesamte Diskussion eingehen zu wollen, möchte ich Dich in einem Punkt besonders unterstützen:

Die alte Bundesbahndirektion und die Seitenflügel des Bahnhofs stehen großteils leer oder werden nur übergangsweise genutzt, da sie heute nicht mehr benötigt werden oder weil die Infrastruktur dieser Gebäude nicht mehr zeitgemäß ist. Es gibt eben heute beispielsweise keine Bahnpost mehr.

Warum darf man Gebäude nicht abreißen, wenn sie nicht mehr genutzt werden. Gerade in so exponierter zentraler Lage muss es möglich sein, Gebäude an die modernen Anforderungen anzupassen, weil man ansonsten bald eine Ansammlung leerer Gemäuer in der Stadt hätte, da man keine Nutzung mehr für diese Gebäude hat. Dabei geht es im Fall der Bundesbahndirektion und des Bahnhofs ja gar nicht um die Fassaden der Vorderseite, sondern um weit unwichtigere Gebäudeteile auf der Rückseite, die auch überhaupt nicht im Gesamtbild mit dem Hauptgebäude betrachtet werden können.

Wir haben heute bereits ein riesiges leerstehendes Flughafengebäude in Tempelhof (darf wegen Denkmalschutz nicht abgerissen werden), eine leerstehende Riesen - Bettenburg in Prora auf Rügen (Denkmalschutz) und demnächst vielleicht leerstehende Bahnhofsanlagen mitten in Stuttgart.
Diese Anlagen sind teuer. Außerdem verliert die Innenstadt an Attraktivität, wenn sie nur aus Potemkinschen Dörfern besteht, die Innenstädte bluten letztendlich aus.

Selbiges gilt für die Infrastruktur: Wenn die Anbindung an die Innenstadt nicht ständig weiter optimiert wird, sinkt die Attraktivität der Innenstadt - das Umland schläft schließlich auch nicht.

2. Noch zu dem Märchen mit der geringeren Kapazität der 8 statt der 16 Gleise: Auf den 16 Gleisen des Stuttgarter Kopfbahnhof werden gerade einmal 24 Züge pro Stunde abgefertigt, auf den nur zwei Gleisen im Tunnelbahnhof der S - Bahn sind es 48! Grund ist, dass auf einem Durchgangsbahnhof der nachfolgende Zug hinten schon nachrücken kann, wenn der vorhergehende nach vorne herausfährt. Auf einem Kopfbahnhof muss erst der Bahnsteig und die komplette Weichenstraße davor frei sein, bis der nächste Zug nachrücken kann.
Viele Städte haben übrigens nur ca. 10 Gleise (S - Bahn und Fernbahn), wie z.B. Mannheim, Mainz, Köln, Kassel.
Bei sämtlichen Bahnhofsumbauten nach dem Krieg sind übrigens durchweg Kopfbahnhöfe in Durchgangsbahnhöfe umgebaut worden, nie andersrum: Heidelberg, Ludwigshafen, Kassel, Berlin Hbf (ehem. Lehrter Bf.).

Unter anderem darum: Ja zu Stuttgart21!

Holger


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