Basel (Allgemeines Forum)

caboruivo, CH, Sonntag, 23.10.2016, 22:40 (vor 3455 Tagen) @ Re 8/12

Hallo

Ein Zug alle zwei Stunden, das bleibt natürlich weit hinter den heutigen Standards im schweizerischen Fernverkehr zurück - es handelt sich bei Kleinbasel wie gesagt um eine wichtige Destination, vergleichbar etwa mit Winterthur. Die Einwände gegen den ICE 4 kann ich nicht beurteilen, würde von daher dem Zug durchaus mal eine Chance geben. Wie aber wäre mit den unterschiedlichen Verspätungskulturen in D und CH umzugehen? Muss in Basel Bad. Bf. oder Basel SBB eine Viertelstunde Standzeit als Puffer eingebaut werden? Muss die SBB für jede Verbindung einen Dispozug bereithalten?

Und darum schreibst du weiter unten, dass man auf den Badischen verzichten kann? Mir ist es durchaus bewusst, dass die Anbindung des Badischen Bahnhofes ans Schweizer Fernverkehrs eher unbefriedigend ist. Aber mit dem ICE 4 wäre so eine erste Verbesserung möglich. Mittel- bis langfristig soll es ja vielleicht irgendwann mal auf der Rheintalbahn zu einem Halbstundentakt kommen. Dann würden drei der vier Züge pro zwei Stunden weiter in andere Landesteile kommen. Zudem stände auch beschleunigten Zügen aus Schaffhausen via Hochrheinbahn nichts mehr im Weg.
Das Fahrplankonzept bleibt ja wie bisher. Ein Dispozug muss ja bereits heute bereitgehalten werden. Nach Zürich ist es quasi bereits ein Zweistundentakt, nach Bern würden die Verbindungen ausgebaut.

Auf Basel SBB kann in der Tat nicht verzichtet werden, auf den Badischen Bf. aber unter Umständen schon. Bei der neuen offiziellen Herzstück-Version wird der Badische von der S-Bahn nicht mehr angefahren und die Messe durch eine eigene neue Haltestelle bedient. Die Frage, wie die Funktion des heutigen Badischen Bahnhofs als innerdeutscher Umsteige­knoten gewährleistet werden soll, bleibt bei diesem Vorschlag ungeklärt. Eine Lösung könnte darin bestehen, diese Funktion nach Basel SBB zu verschieben. Das würde natürlich gewisse Folgeprobleme nach sich ziehen, auf die ich der Kürze halber hier nicht weiter eintrete.

Die neuste Herzstückvariante ist leider eine Verschlechterung. Warum hat man nicht an der Variante Mitte bzw. der Variante Y in seiner ursprünglichen Form festgehalten?

Eine durchaus interessante Variante, die aber bei den Kosten-/Nutzen-Analysen glaub' nicht so gut abgeschnitten hat und vermutlich nur schwer zu finanzieren wäre.

Diese Verbindung tauchte in den Varianten Nord (inkl. Tunnel SBB-St. Johann via Grossbasel mit dem Vorteil, dass keine Systemänderung notwendig wäre), Ring 2 und Ring 4 auf. Ring 2 schnitt schlecht ab, weil die Elsässerbahn hier doppelspurig bleiben würde und so angeblich nur ein S-Bahn-Viertelstundentakt möglich wäre. Bei Ring 4 würde sie auf vier Spuren ausgebaut.
Die Evaluation war meiner Meinung nach ein wenig einseitig: klick. So spielte die Möglichkeit, dass sich Basel Nord stark entwickelt, z.B. mit dem Novartis-Campus, keine Rolle bei der Auswertung der Varianten. Zudem wurde die Linienführung extra so gewählt, dass französisches Staatsgebiet tangiert würde, weil man unbedingt am Wiesenplatz eine Haltestelle errichten wollte. Zudem werden in der Variante Mitte nur Vorteile aufgelistet und bei den anderen nur die Nachteile. So ist bei der Variante Mitte von keinen Einschränkungen in den Quartieren während der Bauphase zu lesen, während man beispielsweise bei der Variante Ring 4 sogar eine provisorische Verschiebung eines Polizeipostens erwähnt. Mit einer schlauen Linienführung, z.B. via Rosensteinbrücke, kann diese Nordtangente sogar für den Güterverkehr genutzt werden, der dann St-Louis-Bad Bf-Gellert-Basel SBB RB verkehren könnte.

Gruss

--
Nur falsche Prinzen reiten auf dem Schimmel, richtige in der Lokomotive


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum