CH: Ausbauschritt 2030: Gewinner/Verlierer (Allgemeines Forum)

Re 8/12, Winterthur, Sonntag, 23.10.2016, 19:51 (vor 3452 Tagen) @ Twindexx

Was aber sicher nicht geht, ist ein Elf-Meter-Zwischenwagen für die ICN. Zwischen beiden Drehgestellen hätte man ja nicht mal Platz für Rampen und entsprechende Türen.
Auch sonst steht dem Fahrzeugtechnisch ziemlich viel entgegen.

Sagst du das jetzt einfach mal so ex cathedra oder beziehst du dich auf genauere Abklärungen?

Für einen bloss elf Meter langen Zwischenwagen würden ja zwei (idealerweise motorisierte) Einachs-Fahrwerke ausreichen. Dann hätten dazwischen sehr wohl ein Eingang und zwei Rampen Platz. Neigetechnik müsste nicht unbedingt eingebaut werden, da sich für diese Fahrzeuglänge sicher auch Nutzungen finden lassen, die keine solche erfordern.

Schon für eine nachträgliche Deutschlandzulassung einzelner Züge war der Aufwand viel zu hoch (bei ungewissem Ausgang).

Es scheint mir auch in der Schweiz und auch in Zukunft mehr als genug sinnvolle Einstzmöglichkeiten für diese Züge zu geben. In gutem Unterhaltszustand laufen sie ja auch gar nicht so schlecht. Deshalt können (oder könnten) sie sicher noch lange ein wichtiges Element der SBB-Fernverkehrsflotte bleiben - wenn eben nur dieses Problem mit der Behindertentauglichkeit nicht wäre.

Gäbe es denn günstigere Alternativen? Nachträglicher Einbau eines Tiefeinstiegs in enen bestehenden Wagen?

- Basel: S-Bahn Tunnel "Herzstück" zwischen Basel SBB und Basel Bad


Auch hier fehlt bisher ein exaktes Konzept, wo wie was genau.

Ganz deiner Meinung

Wenn hier ein paar Schreiben, dass damit ICE nach Deutschland beschleunigt werden könnten, dann stimmt das nunmal nicht. Die Taktzeiten und Knotenbahnhöfe beider Länder sind klar.

Wie sehen denn die dafür relevanten Zeiten genau aus? Weisst du, wann genau die ICE von Deutschland her im Badischen Bahnhof eintreffen, wenn der Ausbau der Rheintalbahn abgeschlossen ist?

Und wenn man ins jeweilige Land noch die diversen Anschlüsse abnehmen will, steht man sowieso einige Zeit in Basel SBB. Die in Basel beginnenden ICE müssen ja im selben Takt wie die durchgehenden ICE verkehren können und können dabei erst abfahren, wenn die Umsteigezeit von den Anschlusszügen erreicht ist. In der Zeit wendet man durchgehende ICE und fährt dann oben rum. Nutzen eines direkten Tunnels gleich null. Mit der Zürcher DML ist das eben nicht vergleichbar.

Doch, es ist insofern vergleichbar, als auch Zürich ein IFT-Knoten ist. Nach strenger Taktfahrplan-Ideologie müsste man jeden Zug zehn bis fünfzehn Minuten im Knoten stehen lassen, um von und nach allen Umsteigerelationen ausreichende Übergangszeiten zu erhalten. Dieses Prinzip wird mit der DML bewusst durchbrochen. Es ist nicht einzusehen, warum das nicht auch in Basel möglich sein sollte.

Nehmen wir mal den Fall, dass der ICE zur Minute 12 im Badischen ankommt, 15 dort wieder abfährt und 21 in Basel SBB ankommt. Abfahrten um xx.31 Richtung Bern oder xx.33 nach Zürich wären dann zwar möglich, allerdings nur noch mit minimalem Verspätungspuffer. Würde die innerdeutsche Umsteigeverbindung vom Badischen Bahnhof nach Basel SBB verlegt, so könnte der ICE in diesem Fall xx.15 in Basel SBB ankommen und mit komfortablem Verspätungspuffer xx.31 nach Bern weiterfahren.

Bei der Durchbindung nach Zürich wäre zu unterscheiden, ob bis zur Inbetriebnahme des Herzstücks ein mindestens teilweiser Viertelstundentakt realisiert wird. In diesem Fall würde z.B. folgendes denkbar:
- Bei pünktlicher Ankunft Weiterfahrt xx.18 nach Zürich;
- Bei verspäteter Ankunft Abtausch mit der Komposition des Halbstundenzuges, wobei der Fahrzeugumlauf so zu planen wäre, dass der Halbstundenzug im Bedarfsfall bereits eine Viertelstunde früher bereitgestellt werden könnte.

Man sieht: Fahrzeitverkürzungen sind nie falsch und erhöhen immer in kleinerem oder grösserem Ausmass die Flexibilität und Stabilität eines Fahrplans. Wieviel das bei den ICE-Verbindungen in Basel wert wäre, wäre genauer zu diskutieren.

Das einzige, was sicher ist, ist dass es für den Fernverkehr Unsinn ist.

Dein schnelles Urteil scheint ausser Acht zu lassen, dass es auch innerschweizerischen Fernverkehr gibt, dessen Weiterführung nach Kleinbasel durchaus Sinn machen könnte. Wohngebiete, die für sich allein einer Grossstadt entsprechen, die wichtigste Messe des Landes und der Hauptsitz des weltweit drittgrössen Pharmakonzerns könnten damit mindestens eine Viertelstunde schneller und wesentlich komfortabler ans Mittelland angebunden werden. Ausserdem würden die Gleisbelegungszeiten im kapazitäskritischen Bahnhof Basel SBB reduziert.

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