CH: Ausbauschritt 2030: Gewinner/Verlierer (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Mittwoch, 19.10.2016, 22:28 (vor 3456 Tagen)
bearbeitet von Alphorn (CH), Mittwoch, 19.10.2016, 22:28

Ein NZZ-Artikel beschreibt den Schritt 2030 im schweizerischen Bahn-Ausbau. Die Wunschliste ist lang und überschreitet die Mittel von 7-12 Mrd CHF, weswegen die Projekte in drei Prioritäten eingeteilt wurden.

Erste Priorität: Wird fast sicher gebaut
- Zürich-Winterthur: Vierspurausbau und 6 Minuten Fahrzeitgewinn durch Brüttener Tunnel. Ist dringend.
- Lausanne/Genf-Yverdon: Doppelstockausbau.
- Express-Netz für Güterzüge

Zweite Priorität: Wird gebaut, wenn man mehr als das Minimum ausgibt
- Bern-Brig: Ausbau Lötschberg-Basistunnel auf durchgehend zwei Spuren
- Zürich-Zug: Zimmerberg-Basistunnel für durchgehende Doppelspur und einige Minuten Beschleunigung
- Zürich: Ausbau Stadelhofen auf vier Gleise für S-Bahn 2. Generation
- Zürich: Alternativ zu Vorigem eine Güter-Umfahrungslinie

Dritte Priorität: Wenig Chancen
- Luzern: Tiefbahnhof mit zwei neuen Zufahrtsgleisen (bisher nur zwei)
- Basel: S-Bahn Tunnel "Herzstück" zwischen Basel SBB und Basel Bad
- Zürich-Aarau: Langer Tunnel für Kapazität und Fahrzeitgewinn
- Neuenburg-Lausanne: Direkter Tunnel für Ersatz Bergstrecke

Ich denke, dass man eher 12 als 7 Mrd CHF investieren wird, womit auch die zweite Priorität umgesetzt werden kann. Ich würde da dem Bahnhof Stadelhofen hohe Priorität geben, weil der mit nur drei Gleisen sowie Abkreuzungskonflikt das Nadelöhr der Zürcher S-Bahn ist.

Etwas überraschend ist, dass Basel und Luzern so weit unten rangieren. Diese beiden Städte haben schon länger keine grossen Ausbauten mehr erhalten. Für mich aber ein Zeichen, dass man nicht nach Proporz, sondern nach maximalen Nutzen priorisiert hat.

Komplett neu ist mir das Express-Netz für Güterzüge. Ich weiss nicht recht, was ich darunter zu verstehen habe. Vielleicht Überholbahnhöfe an genau den richtigen Stellen, sodass die Züge nur kurz stehen müssen, um sich von Schnellzügen überholen zu lassen? Neue Überwerfungen oder gar Streckenausbau? Wir werden sicher noch genaueres hören, wenn das Projekt in die "Vernehmlassung" geht: Die Aufforderung zur Stellungnahme an alle betroffenen Parteien. Da gibt es jeweils detaillierte öffentliche Dokumentationen zu den Projekten.


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