Verbesserungen in Rheinland-Pfalz (Allgemeines Forum)

Pfälzer, Donnerstag, 02.07.2020, 08:07 (vor 43 Tagen) @ MvG

Guten Tag,

Nach dem 3. Gutachterentwurf sollen sich im Vergleich zum 2. Entwurf folgende Änderungen im Bereich Rheinland-Pfalz ergeben:

- Der RE1 soll stündlich auf dem gesamten Laufweg von Koblenz bis Mannheim verkehren. Zuvor war geplant, die Linie von Norden kommend alle 2 Stunden in Saarbrücken wenden zu lassen. Zusammen mit dem ICE Paris - Frankfurt hätte es auf der Strecke Saarbrücken - Mannheim trotzdem jede Stunde einen schnellen Zug gegeben. Der neue Entwurf sieht vor, dass der RE in der Stunde, in welcher er sich mit dem ICE überlagert, in Kaiserslautern durch den Fernverkehr überholt wird. Dadurch ergeben sich interessante Möglichkeiten, durch Umsteigen Fahrzeit einzusparen, z. B. auf den Relationen Homburg (Saar) - Frankfurt oder Neustadt a. d. W. - Paris. Im Gegenzug müssen durchfahrende Fahrgäste im RE1 eine längere Standzeit für die Überholung in Kaiserslautern (10 bzw. 11 Minuten) in Kauf nehmen.

- Wegen der stündlichen Verbindung mit dem RE1 fällt die geplante zweistündliche Verlängerung des RE6 nach Kaiserslautern mit Halt in Hochspeyer weg.

- Die RB52 soll von Wörth nach Karlsruhe als Express ohne Zwischenhalt verlängert werden. Außerdem ist eine Durchbindung in Richtung Strasbourg angestrebt. Für Fahrgäste entlang der Bienwaldbahn verbessert sich damit der Anschluss an den Fernverkehrsknoten in Karlsruhe wesentlich, da die Züge dort zur vollen Stunde eingebunden werden. Voraussetzung dafür ist eine Verschiebung der Fahrzeiten zwischen Wörth und Lauterbourg, die eine Zugkreuzung auf dem eingleisigen Abschnitt erforderlich machen (vgl. Wörth ab :25, an :35). Soweit man den bisherigen Fahrplan und die planmäßigen Fahrzeiten betrachtet ist es wahrscheinlich, dass diese Zugkreuzung in Maximilansau Im Rüsten statt findet (RB nach Wörth ca. an :28, ab :31; RB von Wörth ca. an 28, ab 29). In nördlicher Fahrtrichtung sieht der Fahrplan zwei Minuten mehr Fahrzeit vor als in südlicher Richtung. Bei einem stabilen Betrieb wäre das Konstrukt so realisierbar.

- Auf der Strecke nach Germersheim soll neben der stündlichen S51 bzw. S52 (HVZ-Verstärker) der AVG die Linie S3 der S-Bahn Rhein-Neckar stündlich nach Karlsruhe verlängert werden. Die Linie soll alle Haltepunkte bedienen, die bisher vom Eilzug der Linie S52 angefahren werden. Dadurch ergibt sich eine Erweiterung der Betriebszeiten der schnellen Verbindung zum Karlsruher Hauptbahnhof, die bisher nur Mo-Fr am Mittag und Nachmittag angeboten wird. Außerdem verbessern sich auch bei dieser Linie die Anschlüsse zum Fernverkehr, da nicht mehr am Bahnhofsvorplatz ausgestiegen werden muss. Allerdings erscheint es möglich, dass die S-Bahn dann am Bahnsteig 101 oder 102 endet, wodurch die Umsteigewege nicht wirklich gekürzt werden können. Durch die frühe Ankunft am Knoten (:46) und die entsprechend späte Abfahrt (:13) wäre das aber gut vertretbar. Interessant bleibt, dass nach diesem Konzept im Blockabstand drei schnelle Züge zwischen Wörth und Karlsruhe über die Rheinbrücke fahren sollen. Dafür benötigt es zur vollen Stunde genug freie Bahnsteigkanten in Karlsruhe. (Die Gleise 101 und 102 werden wohl so schnell nicht arbeitslos)

- Zudem fällt eine geplante 2-stündliche Durchbindung der bisher unabhängig verkehrenden Linien Saarbrücken - Forbach - (Metz) und Saarbrücken - Sarreguemines - Strasbourg als RE18 auf. Ob der Entwurf hier nur potentielle Möglichkeiten aufzeigt oder ob es in Kooperation mit der Region Grand-Est tatsächlich Bestrebungen gibt, hier eine Durchbindung zu schaffen, bleibt abzuwarten. Bisher kommt auf beiden Linien das gleiche Fahrzeugmaterial (X73900) zum Einsatz, mit den neuen Triebwagen von Alstom für den grenzüberschreitenden Verkehr ist bereits ein Nachfolger in Sicht. Theoretisch möglich sollte es sein, praktisch stellt sich die Frage nach dem Nutzen, da in Frankreich bereits die Strecke Bening - Sarreguemines betrieben wird, die eine schnellere Verbindung zwischen Metz und Sarreguemines ermöglicht. Dennoch eine interessante Idee.

Insgesamt bringt der 3. Entwurf einige Verbesserungen für die Region mit, die den Nahverkehr, besonders in der Region Karlsruhe und entlang der "Pfälzerwaldquerung", attraktiver gestalten. Hoffentlich werden wir davon schon bald die ersten Umsetzungen im Fahrplan sehen können.

Freundliche Grüße aus der Region.


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