ICE-Knoten Mannheim zerstört Anschlüsse Ulm (und Augsburg) (Allgemeines Forum)

sb @, Mittwoch, 01.07.2020, 13:57 (vor 12 Tagen) @ ffz

dass der ICE-Knoten in Mannheim Hbf erhalten bleibt war eine der Bedingungen des Deutschland-Taktes.

...eine der falschen Vorfestlegungen zu – einem im Grunde sehr wünschenswerten – Deutschlandtakt:

Beim ICE-Knoten werden heute etwa 50% der Fahrgäste des Zuges ausgetauscht, sowohl als Umsteiger zu anderen ICE, als auch zu anderen Zügen und nach Mannheim selber.

Ein Großteil der ICE-Fahrgäste nutzt in Mannheim Hbf Richtungsanschlüsse, die selbstverständlich zu gewähren sind, und Anschlüsse zu in vielen Fällen sehr dicht verkehrenden SPNV-Achsen; ein Taktknoten würde in der Abwägung dann ein gewichtiges Argument darstellen, wenn die Umsteigerelationen sehr heterogen wären.

Die stündlich 17 S-Bahn-Ankünfte bzw. S-Bahn-Abfahrten in Mannheim Hbf sind eher zufällig verteilt als dass sie den :00/:30-Taktknoten systematisch bedienen würden, was ihrer Eigenschaft als dichtem S-Bahn-Verkehr zu Grunde liegt; diese decken (künftig noch mehr) den Großraum Rhein-Neckar weitgehend ab. Im SPNV verleibt hinsichtlich optimierten Umstiegs auf die halbstündlichen ICE nach Stuttgart Hbf (– Ulm Hbf – Augsburg Hbf – München Hbf) nurmehr die RE aus Saarbrücken (jedoch nur zweistündlich mit schlankem Anschluss zum :30-Taktknoten), die RE aus Richtung Heidelberg (alternativ: S-Bahn; oder ggf. Umstieg in Bruchsal bzw. Stuttgart Hbf) sowie 1 von 3 stündlichen SPNV-Zügen aus Richtung Bensheim.

Im SPFV wird der :00/:30-"Voll"knoten "nur" durch die halbstündlichen ICE Mannheim Hbf – Stuttgart Hbf (– Ulm Hbf – Augsburg Hbf – München Hbf) sauber bedient, was jedoch zu auch unten näher ausgeführten suboptimalen SPNV-Anschlüssen in Ulm Hbf (und Augsburg Hbf) führt. Daher erschließt sich kein diese Nachteile überragender Nutzen insbesondere eines sog. "Zielfahrplans", für die ICE-Hauptlinien in Mannheim Hbf einen solchen :00/:30-"Voll"knoten zu fixieren!

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S21 lässt sich eh nicht als Taktknoten nutzen, weil der Bahnhof dafür zu wenig Bahnsteigkanten hat.

Wenn der Deutschlandtakt auf "fahrplanbasierte Infrastrukturplanung" setzt, dann müssen hierfür erforderliche Infrastrukturmaßnahmen ergänzt werden; in Stuttgart Hbf ist dies dann logisch zwingend eine teilweise Beibehaltung des Kopfbahnhofs.

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In Ulm Hbf sind vor allem die Anschlüsse nach Firedrichshafen, Sigmaringen und ins Allgäu wichtig.


ICE    IC     ICE    .
10:55  10:45  11:25  ab Frankfurt (Main) Hbf
(*RM)                (*RM): mit Umstieg in Mannheim Hbf
12:34  12:57  13:04  an Ulm Hbf

SPNV-Anschlüsse in Ulm Hbf:
13:11! 13:11  13:11  ab Ulm Hbf Richtung Friedrichshafen (RE)
12:47  13:12  13:12  ab Ulm Hbf Richtung Riedlingen – Sigmaringen
13:21! 13:21  13:21  ab Ulm Hbf Richtung Memmingen (Allgäu)

Zeitbedarf ab Frankfurt (Main) Hbf bis Abfahrt SPNV-Anschluss in Ulm Hbf:
2h16'! 2h26'  1h46'  ab Ulm Hbf Richtung Friedrichshafen (RE)
1h52'  2h27'  1h47'  ab Ulm Hbf Richtung Riedlingen – Sigmaringen
2h26'! 2h36'  1h56'  ab Ulm Hbf Richtung Memmingen (Allgäu)

Umsteigezeit von ICE aus Frankfurt (Main) Hbf zu SPNV-Anschluss in Ulm Hbf:
  37'!   14'     7'  ab Ulm Hbf Richtung Friedrichshafen (RE)
  13'    15'     8'  ab Ulm Hbf Richtung Riedlingen – Sigmaringen
  47'!   24'    17'  ab Ulm Hbf Richtung Memmingen (Allgäu)

Eine Anschlussoptimierung in Ulm Hbf kann nur in 2 von 3 ausgewählten Relationen erkannt werden, und das Richtung Friedrichshafen (RE) auch nur für 50% der ICE-Züge (nur stündlicher Anschluss statt halbstündlich).

Wer Richtung Donauwörth, Dinkelscherben und Senden auf die Dörfer will, der nimmt ab Frankfurt am Main bzw Stuttgart Hbf den 2-stündlichen bzw stündlichen IC, der liegt genau so im Knoten Ulm Hbf, dass die von dir genannten Anschlüsse erreicht werden.


ICE    ICE    IC     ICE    .
10:55  10:45  11:25  ab Frankfurt (Main) Hbf
(*RM)                (*RM): mit Umstieg in Mannheim Hbf
12:34  12:57  13:04  an Ulm Hbf

SPNV-Anschlüsse in Ulm Hbf:
12:58  13:28  13:28  ab Ulm Hbf Richtung Senden
13:26! 13:26  13:26  ab Ulm Hbf Richtung Dinkelscherben
13:02  13:02* 13:19  ab Ulm Hbf Richtung Donauwörth (*ggf. 13:19! je nach Umsteigezeit)
13:01  13:01* 13:12  ab Ulm Hbf Richtung Heidenheim (*ggf. 13:12! je nach Umsteigezeit)

Zeitbedarf ab Frankfurt (Main) Hbf bis Abfahrt SPNV-Anschluss in Ulm Hbf:
2h03'  2h43'  2h03'  ab Ulm Hbf Richtung Senden
2h31'! 2h41'  2h01'  ab Ulm Hbf Richtung Dinkelscherben
2h07'  2h17'* 1h54'  ab Ulm Hbf Richtung Donauwörth (*ggf. 2h34'! je nach Umsteigezeit)
2h06'  2h16'* 1h47'  ab Ulm Hbf Richtung Heidenheim (*ggf. 2h27'! je nach Umsteigezeit)

Umsteigezeit von ICE aus Frankfurt (Main) Hbf zu SPNV-Anschluss in Ulm Hbf:
  24'    31'    24'  ab Ulm Hbf Richtung Senden
  52'!   29'    22'  ab Ulm Hbf Richtung Dinkelscherben
  28'     5'*   15'  ab Ulm Hbf Richtung Donauwörth (*ggf. 22'! je nach Umsteigezeit)
  27'     4'*    8'  ab Ulm Hbf Richtung Heidenheim (*ggf. 15'! je nach Umsteigezeit)

In allen o.g. Fällen sind die IC-Verbindungen nachteilig sogar gegenüber den kritisierten supoptimalen ICE-Verbindungen, d.h. es ist keine vorteilige Argumentation für eine IC-Nutzung von Frankfurt (Main) Hbf zu diesen SPNV-Anschlüsse feststellbar...

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Die SFS Mannheim-Stuttgart auf unter 30 Min zu beschleunigen ist nicht möglich ohne die Strecke neu zu bauen, da der Betrieb nur auf Grund einer Ausnahmegenehmigung läuft und am Knoten Mannheim Hbf hängt unmittelbar der Knoten Karlsruhe Hbf, Offenburg und Freiburg(Breisgau) Hbf.

Auch unter diesen Bedingungen ist es möglich, den Halbstundentakt-ICE nur auf den Kanten Mannheim Hbf - Stuttgart Hbf - Ulm Hbf - Augsburg Hbf aus dem Taktknoten teilweise zu lösen, da abgesehen von der direkten Kante Stuttgart Hbf – Karlsruhe Hbf sogar für diesen Übereckanschluss die Kantenzeit Mannheim Hbf - Karlsruhe Hbf mit 21' bzgl. 30' ausreichend viel Zeitpuffer enthält.

Mit Hilfe weiterer flankierender Optimierungen würde es womöglich schon ausreichen, die Halbstundentakt-ICE Mannheim Hbf – Stuttgart Hbf (– Ulm Hbf – Augsburg Hbf – München Hbf) um 5' früher zu legen (Gegenrichtung nullsymmetrisch analog) zzgl. weiterer fahrplantechnischer Anpassungen davon abhängiger Takttrassen; dies wäre jedoch Aufgabe des beauftragten Auftragnehmerkonsortiums.

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Wobei der Deutschland-Takt für die Relation Frankfurt - Mannheim - Stuttgart - München eigentlich schon überholt ist, da soll es einen sauberen ICE 30 Min Takt geben sobald die SFS Rhein/Main - Rhein/Neckar und die SFS Stuttgart - Ulm mit S21 in den Vollbetrieb geht.

...diese Maßnahmen sind doch im Entwurf 30.06.2020 schon längst enthalten?

In Mannheim Hbf besteht dann jeweils Korrespondenz mit dem ICE aus Richtung Schweiz alternierend Richtung Frankfurt Flughafen und Frankfurt Hbf.

Selbstverständlich weiterhin analog zu heute (vgl. meine Anmerkung zu den Richtungsanschlüssen, bezieht sich auf die in Mannheim Hbf alternierend korrespondierenden ICE-Hauptlinien).

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