Deutschlandtakt: Bruchlandung "dank" Vollknoten Mannheim Hbf (Allgemeines Forum)

sb @, Dienstag, 30.06.2020, 18:34 (vor 45 Tagen) @ MvG
bearbeitet von sb, Dienstag, 30.06.2020, 18:35

Für eine so umfassende Studie mit dermaßen vielen Freiheitsgraden ist das Ergebnis des "Deutschlandtaktes" eine ziemliche Bruchlandung für alle Beteiligten, wenn man mal von Jubel-PKs und Jubel-PMs absieht...

Exemplarisch hierzu die Auswirkungen des gewählten ICE-Vollknotens Mannheim Hbf um die Minuten :00/:30:

Zwar wurde die ICE-Fahrzeit Mannheim Hbf – Stuttgart Hbf von 34 auf 31...32 Minuten reduziert; dies reicht nicht aus, die zerstörende Wirkung eines Vollknotens Mannheim Hbf auf die eigentlich nötigen ICE-Vollknoten in Stuttgart Hbf, Ulm Hbf, Augsburg Hbf aufzuheben, womit die dortigen Anschlussverkehre des SPNV nur einen aufgeschnürten Knoten bedienen können oder essentielle Anschlüsse gar verhindert werden; Beispiele:


ICE aus Mannheim Hbf
Ulm Hbf an :04/:34

SPNV nach Senden (– Weißenhorn / – Memmingen)
Ulm Hbf ab :28/:58 ("RB"), :21 ("RE")

SPNV nach Dinkelscherben
Ulm Hbf ab :26 ("RE")

SPNV nach Donauwörth
Ulm Hbf ab :02 ("RE"), :19 ("RB")

SPNV nach Heidenheim (– Aalen)
Ulm Hbf ab :01/:31, :12 (nur 1 von 3 stündlichen SPNV-Zugpaaren mit ICE-Anschluss aus/in Richtung Mannheim Hbf)


ICE aus Mannheim Hbf
Augsburg Hbf an :32/:02

SPNV nach Meitingen
Augsburg Hbf ab :21/:56 ("RB"), :53 ("RE")

SPNV nach Weilheim (über Ammerseebahn)
Augsburg Hbf ab :27/:57


Überdies führt die gewählte Fahrplanstruktur in Mannheim Hbf zu für SPFV-Verhältnisse teils übermäßig langen Haltezeiten trotz fehlender betrieblicher Notwendigkeiten (z.B. im Falle von Fahrtrichtungswechseln, die in Mannheim Hbf dank der beidseitigen Einführung der Riedbahn längst entfallen sind).

Vernünftiger wäre eine Auflösung des Vollknotens Mannheim Hbf zu Gunsten von dortigen Richtungsanschlüssen (aus Sicht des dort sehr dichten SPNVs ein aufgeschnürter Knoten mit dennoch zahlreichen guten SPFV-Anschlüssen), da gerade hinsichtlich Mannheim Hbf viele der SPFV-Übereckrelationen durch SPFV-Direktverbindungen bzw. über bahnsteiggleiche Anschlüsse in benachbarten SPFV-Haltebahnhöfen abgedeckt sind.

Natürlich gibt es auch große Lichtblicke, wie die überfällige Berücksichtigung einer Neubaustrecke Nürnberg – Würzburg mit einer ICE-Fahrzeit von 29 Minuten und damit einer Entflechtung von schnellen und langsamen Verkehren bei gleichzeitiger deutlicher Attraktivitätssteigerung des SPFV.

– daher D-Takt vom Juni 2020 "nur" eine Bruchlandung und kein Absturz –


Doch hätte man netzweit das Schweizer Vorbild des Integralen Taktfahrplans "Bahn2000" wohl noch eingängiger verstehen sollen, um solche Fehlentscheidungen wie bezüglich Mannheim Hbf und seinen nachgeordneten ICE-Knoten zu vermeiden, was für eine derart umfangreiche Bearbeitung in Fachkreisen doch eigentlich vorauszusetzen wäre...?


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