Kreative Umwege tariflich korrekt? - Teil 1 (Fahrkarten und Angebote)

westtoeast, Dienstag, 15.07.2014, 22:46 (vor 4230 Tagen) @ Florian

Ich kenne mich mit den tariflichen Details, die hier diskutiert werden, überhaupt nicht aus und kann deswegen zur Diskussion hinsichtlich dieser Punkte nichts beitragen. Aber nachdem ich nun doch einige Beiträge gelesen haben, muss ich eines doch festhalten:

Selbst als tariflicher Laie kann man eines ganz sicher sagen:: Der Eindruck drängt sich auf (um nicht zusagen: es ist ganz offensichtlich), dass Du Dir eine Fahrkarte hast ausstellen lassen, die ganz gezielt Grauzonen des Tarifssystems "aufgreift" oder "ausnutzt", je nachdem wie man es sehen möchte. Ob das in mißbräuchlicher Absicht geschehen ist oder nicht oder ob es einfach darum ging, mal zu schauen, "was geht", sei dahingestellt, das kann ich nicht abschließend beurteilen. Auf jeden Fall muss Dir klar gewesen sein, dass Du Grenzen austestest – 99,9 Prozent der Reisenden, selbst solche die bahn-affin sind, kämen wohl nie auf die Idee, so ein Ticket zu buchen. Kurzum: Du musst genau gewusst haben, dass Du möglicherweise Probleme bekommen wirst. Du hast also die Situation mit dem ZUB, der sich sicherlich auch nicht hundertprozentig korrekt verhalten hat, bewusst proviziert (und trägst insofern sicherlich eine Mitschuld) und jetzt zelebrierst Du hier das Geschehen mit einer ganzen Beitragsserie vom Ticket über den ZUB zu Grube und zum EBA. Auch dies erweckt bei mir den Eindruck, dass Du nicht einfach ein Ticket gebucht hast, um die entsprechende Reise durchzuführen, sondern dass es Dir jedenfalls ums Testen des Systems, wenn nicht sogar die Provokation von Problemen ging.

Es ist hier an andere Stelle schon darauf hingewiesen worden, dass es in jedem komplexen Regelungssystem immer Lücken oder auslegungsbedürftige Details geben wird, selbst wenn man probiert, alle Eventualitäten zu erfassen. Das gilt natürlich auch für ein komplexes Tarifsystem, zumal wenn es europäisch integriert ist. Sich dann auf den Standpunkt zu stellen: Die Bahn hat mir das – reichlich verquere – Ticket verkauft, also muss sie es auch anerkennen, mag ja formaljuristisch sogar richtig sein, es wirkt für mich jedoch reichlich infantil. Ich darf Dich auch darauf hinweisen, dass diese Frage nahezu 100 Prozent der Kunden nicht interessieren wird, Du also keineswegs für alle Kunden gegen die böse Bahn kämpfst, wie Du streckenweise zu glauben scheinst.


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