NOCH mehr Zuggattungen? Eher weniger. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Sonntag, 01.01.2012, 21:57 (vor 5229 Tagen) @ ABRob

Wichtig wären VIEL MEHR Züge auf den Gleisen. Z.B. einen Halbstundentakt oder 15-Min-Takt im Kernnetz.


Das würde aber natürlich viel mehr Streckenkapazität brauchen. Schlussendlich würde das wohl auf eine großflächige Trennung von Personen- und Cargonetz hinauslaufen.

Nicht unbedingt.

1. Zwischen Utrecht und Geldermalsen schwimmen jetzt schon die Güterzüge mit. Diese verzweigen südlich von Geldermalsen auf die Betuweroute und fahren dann nach Deutschland. 16 von 26 km sind zweigleisig.
Laut PHS 2020 sollen auf diesem Abschnitt die ICs in 10-Minutentakt verkehren, die S-Bahnen in 10-Minutentakt verkehren, und dennoch Platz für stündlich 2 Cargos sein.

2. Zwischen Utrecht und De Haar (weiter nach Arnhem) verkehren jetzt schon 4 IC und 4 S pro Stunde auf 2 Gleisen. Es gibt in beiden Richtungen genau eine Überholstelle.
PHS 2020 sieht Verdichtung auf 10-Minutentakt vor, dennoch sollen die Neubauten auf eine Verdopplung der Überholstellen beschränkt bleiben.

Die Situation ändert sich, wenn die Geschwindigkeitsunterschiede größer werden, wie z.B. auf der Rollbahn oder NRW-Hannover.

Dazu mehr Züge mit unterschiedlicher Haltepolitik: Sprich ICE-Sprinter, ICE, IC, IR, RE und dann der ganz nahe Nahverkehr ;-).

Ja! Das wäre auch meine Antwort an all die, die sagen: In Deutschland kann es keinen echten, guten HGV-Fernverkehr mit großen Haltabständen geben, dafür ist es zu dicht besiedelt. Nein, die Antwort darauf wäre nicht der Verzicht auf den HGV-Fernverkehr, sondern einfach mehr Zuggattungen.

Noch mehr Zuggattungen? Für einen dichteren Takt eher weniger.
Erst wenn NS den "sneltrein" (IR) aufgab, war sie in der Lage, den 15-Minutentakt einzuführen. Drei Zuggattungen in jeweils 15-Minutentakt (lies; 4 IC, 4 IR, 4 S pro Stunde) wären nur mit sehr großen Inframaßnahmen möglich. Also hatte man auf den IR verzichtet und gibt es nun S (hält überall) und IC (hält nicht überall).

Nachteil dieses Verfahrens ist aber, dass dies zu großen Unterschieden in der Bedienung führt.
Mit 2 IC, 2 IR und 2 S (Utrecht-De Haar(-Arnhem) bis 2007) hat ein Bahnhof 2, 4 oder 6 Verbindungen pro Stunde.
Mit 4 IC und 4 S (gleiche Strecke ab 2007) werden es 4 oder 8.
Mit 6 IC und 6 S (gleiche Strecke ab 2020) werden es 6 oder 12.

NS hat das Problem folgendermaßen "gelöst":

1. alternierende Bedienung der IC-Halte, z.B. Driebergen-Zeist und Veenendaal-De Klomp
2. in einem IC-Bahnhof halten nicht alle ICs, z.B. Delft (Linien 6 und 92 fahren durch, 19, 21 und 22 halten)


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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