ITF-Entwurf für ganz Deutschland (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Samstag, 31.12.2011, 15:28 (vor 5230 Tagen) @ PhilippK

Hallo PhilippK,

Ein ITF funktioniert um so weniger, je mehr Knoten und Knotenbeziehungen existieren und je mehr Knoten innerhalb der regulären Fahrbeziehungen liegen.

Bin ich mir nicht sicher.
Aktuell hat die Schweiz einen Fahrplan mit mehr Taktknoten als der im Ursprüngspost dargestellten ITF. Und so schlecht ist der CH-Fahrplan doch auch wieder nicht...

Wir müssen uns also klar sein, dass bei einem Stundentakt ein :15/:45-Knoten nur eine eingeschränkte Qualität bietet, da bei einem Teil der Umsteigebeziehungen eine Wartezeit von 30 Minuten besteht.

Das ist immerhin noch besser als eine Wartezeit von 60 oder sogar 120 Minuten (letzter z.B. bei ICE International Frankfurt-Amsterdam).
Zudem dürfte auf den deutschen Hauptachsen ein FV-Halbstundentakt machbar sein. Ich meine: B-H-NRW, HH-H-N-M, das Viereck NRW-F-S-M-B-HH-NRW und der Abstecher nach Basel.

Jeder Knoten im System bedeutet für den durchreisenden Fahrgast einen Fahrzeitverlust. Wenn wir 15/45-er-Knoten zulassen (siehe oben) und davon ausgehen, dass durchgehende Züge als letztes ankommen und als erstes abfahren (übliche Haltezeit von 2 Minuten), so werden es dennoch im Schnitt rund 6 bis 7 Minuten Fahrzeitverlust pro Halt sein.

Der Durchreisende verliert, aber der Umsteiger gewinnt!
Wieviele Bahnreisen in Deutschland sind direkt? Und wieviele mit zumindest einem Umstieg?

Der ITF führt zu einer Bündelung des Verkehrs. Nehmen wir ein einfaches Beispiel, wie es oft im Nahverkehr vorzufinden ist

K---A---B
     \
      C

Ah, das gibt es bei uns. K = Eindhoven, A = Sittard, B = Maastricht, C = Heerlen.
@Alphorn: K = Interlaken, A = Zweilütschinen, B = Grindelwald, C = Lauterbrunnen.

Der von B und C kommende Verkehr wird zwischen A und K überlagert, so dass sich hier ein dichterer Takt ergibt.

Nope, nicht in meinem Fall. Alle Strecken IC-Halbstundentakt. In Sittard wird geflügelt.

Wenn K Knoten ist, bedeutet das, dass der Verkehr immer kurz vor Knotenzeit ankommt. Also werden die Züge aus A und C in kurzem Abstand in K abkommen, aus dem bisher dichteren Takt werden zwei Züge in sehr dichter Taktfolge und ein größerer Zwischenabstand.

Das verstehe ich nicht. Etwa ein Buchstabendreher? Soll das nicht B und C sein?
Das Problem besteht sozusehen nur wenn A Knoten ist.
Noch ein Beispiel: K = Utrecht, A = Geldermalsen, B = Den Bosch, C = Tiel.
Die S-Bahnen verkehren auf Utrecht-Geldermalsen in 15-Minutentakt, auf den Ästen nach Den Bosch und Tiel halbstündlich. Es gibt keine in Blockabstand fahrenden S-Bahnen, schlimmstenfalls nur ICs die von verspäteten S-Bahnen ausgebremst werden (in Geldermalsen überholen die ICs Eindhoven-Den Bosch-Utrecht-Amsterdam die S-Bahnen).

Ich glaube aber auch nicht, dass wir einen reinen ITF in Deutschland erreichen können, der nicht mit erheblichen Qualitätseinschränkungen verbunden ist.

Deutschlandweit ITF wohl nicht, aber abschnittsweise schon. Der Schweizer ITF wurde auch nicht in einem Moment landesweit eingeführt, sondern Schritt für Schritt gebaut.

[*]Hamburg-Hannover in 30 Minuten :-)

Soll 90 Minuten sein.

[*]Mannheim wird als Knoten ignoriert - dabei haben wir hier schon heute einen sauberen ITF-Knoten auf :30

Es kann immer passieren, dass bestehende Knoten geopfert werden müssen.

[*]Stuttgart-Frankfurt in 90 Minuten statt derzeitiges Ziel von < 60 Minuten.

Ja, via Karlsruhe. Via direkter Weg durfte das schneller gehen. 75 Minuten wären möglich.

Stuttgart - Ulm auch mit fast 15 Minuten Zeitverlust.

Soll-Zeit 45, Ist-Zeit 60 Minuten. Welcher Verlust? In Verglich zu einer Strecke, die es nicht gibt?


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum