Deutschland braucht vernünftige Züge (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 27.09.2010, 22:16 (vor 5752 Tagen) @ Sören Heise

Vorsicht! Der planmäßig über die Nord-Süd-Strecke fahrende IC hat gegenüber dem ICE verlängerte Zeiten. Ich würde mal provokant behaupten, die Ersatz-ICs müssen am Limit fahren, um die ICE-Zeiten zu erreichen. Da ist dann jede Langsamfahrstelle zu viel.

OK, gebe Dir recht, meine Aussage war auch provokativ.
Dennoch soll ein IC in der Lage sein, HH-H in einer "Deutschland-Takt-konforme" Kantenzeit von 90 Minuten zu schaffen.

Außerdem ist für Otto Normalbahnfahrer ein IC etwas geringerwertiges als ein ICE. Er würde dann schimpfen, warum sein ICE plötzlich ein IC ist - und die Bürgermeister erst. :-D

1. Weil Otto für eine ICE-Fahrkarte bezahlt hat. Jan wäre auch sauer wenn er erst nachdem er eine Fyra-Fahrkarte gekauft hat feststellt dass der Fyra nicht fährt.
2. Die Sache dürfte anders aussehen, wenn die IC-Wagen ICE-Innenleben erhalten würden.

Man kann vermutlich davon ausgehen, daß Loks und Wagen unterschiedliche Lebensdauern haben, so daß sich in einigen Jahr(zehnt)en erneut eine Möglichkeit böte, eine neue Generation zu beschaffen.

Das ist für mich aber das entscheidende Argument für lokbespannte Züge: man kann Traktion und Fahrgastraum unabhängig voneinander entwickeln und betreiben.
Eine 6-Stufen-Alternative zum ICx findet man hier.

Ich wüßte nicht, daß die Schweizer per Volksbefragung über die Beschaffung ihrer Züge abgestimmt haben.

In CH wird angeblich über vieles abgestimmt, siehe Thread über S-Bahn Sankt Gallen und Zürich-Winterthur. Ob das bezüglich Fahrzeugmaterial auch so gemacht wurde, weiß ich nicht, aber vielleicht weiß, "Alphorn (CH)" das.

Das bedeutet, die Bahn will ausschließlich Triebzüge bestellen, die sich dann in puncto Motorisierung, Höchstgeschwindigkeit und Komfortausstattung für die einzelnen Einsatzgebiete unterscheiden. Sie sollen aber modular aufgebaut werden, also technisch auf denselben Standards fußen.

Also (übertrieben) andere Züge für Hamburg - Ruhrgebiet als für Ruhrgebiet - Leipzig als für Hamburg - Hannover - Gießen - Karlsruhe. Da finde ich das Konzept mit frei kuppelbaren ca. 26,4 langen Modulen besser - diese müssen keine Werkstatt aufsuchen für Veränderungen der Zugkomposition.

Mit "Einsatzgebiet" durfte hier eher Zuggattung als Region gemeint sein.
Das von Dir beschriebenen Verfahren findet tatsächlich in Frankreich statt, wo Corail TER Wagen in unterschiedlichster Farbgebungen unterwegs sind.

Hat die Bahn mal von TAk und KAk gehört? Technische und kommerzielle Anfangsbetriebskosten. Standardkosten wenn man sich aufs Neuland begibt.

Das sagt mir nichts.

Hatte das mal im alten Forum erklärt. Die Abkürzungen durften es nicht geben, aber was ich sagen möchte, war dass jede neue Erfindung hohe Kosten mitbringt.
Solche großen Beschaffungen hat es noch nie gegeben.
Die Franzosen haben zwar etwa 4.000 Corailwagen gebaut und die Deutschen 4.000 Silberlinge, aber das stammte noch aus einer Zeit in der die Eisenbahnwelt noch ziemlich "statisch" war.
Heute ist es ein Kommen und Gehen von Eisenbahnunternehmen, jedes Jahr gibt es wieder neue Ausschreibungen mit Gewinnern und Verlierern.
Beim ICx-Auftrag ist der Umfang so groß, dass man am Zeitpunkt der Auslieferung des letzten Triebwagens man den als erster ausgelieferte Triebwagen fast schon wieder ausmustern müsste.

Ich war schon von den spanischen Alvia-Auftrag beeindruckt: es sollten insgesamt 75 Triebwagen der Baureihe AVE-S120 gebaut werden. Und dann wird hier über 300 Triebwagen von mehr als doppelter Länge geredet...

Nenne mir ein Bahnunternehmen, das sein vollständiger Fernverkehr mit einer einzigen Baureihe abfertigt. Mir fällt keines ein, auch keines das solche Planungen hat. (obwohl ich mich mit Taiwan und Korea nicht auskenne, CMIIW)


GORail z.B. dürfte eine Lokbaureihe haben, aber mehrere Wagenbaureihen.

OK.

Aber auf dem Markt der Fernverkehrselektrotriebzüge ist Stadler bislang noch nicht vertreten.

Bombardier auch nicht. Ja, als Teilspender, aber nicht als Hersteller von kompletten Zügen. Dennoch hat das Unternehmen verschiedene Aufträge des Zefiro erhalten.

Zu den ICs: mit 100 Mio. kriegt man die Wagen noch für weitere 5-10 Jahre fit. Damit kann man auch "Bedenkzeit" schaffen.

Das sehe ich auch so.

Man befürchtet dass der ICx-Auftrag so weit abgeschoben wird, dass es mit der heutigen IC-Flotte eng wird. Mit der vorgeschlagenen 100 Mio. Massnahme wird die Sache etwas leichter gemacht, aber mehr auch nicht. Ein vollständiges Redesign a la ICE 2 erwarte ich aus Blickpunkt DB nicht, würde ich allerdings als pragmatischer Bahnfahrer jedoch erwünschen.

In Polen und Slowakei fahren bei NS ausgedienten Fahrzeugen, und wenn ich das gut verstanden habe, sind dort die Fahrgastzahlen angestiegen.

Soweit ich weiß, sind die in der Slowakei nicht in Fahrt gekommen

Die Plan U noch nicht? Dachte, die fahren dort schon.

Was zeigt, daß auch Modernisierungen nützen können. Man hat zwar keinen niveaufreien Einstieg, aber bei deutschen Fernverkehrszügen scheint er ohnehin nicht geplant zu sein.

Die bekannte 76cm-Diskussion, die wir schon hatten.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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