FR/ES: für HGV wurde die klassische Bahn geopfert. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 10.06.2021, 19:34 (vor 9 Tagen) @ Henrik

Hallo Henrik,

rein von der Siedlungsstruktur und Topographie ist Deutschland nicht mit Frankreich zu vergleichen.

Wider-Widerlegung von mir (zumindest ein Versuch): 1, 2.

Was wir aber gewiss auch in Zukunft nicht haben werden:
Ein ICE-Betrieb, der sich nicht rechnet - wie in Frankreich
ICE-Strecken, die sich nicht rechnen - wie in Spanien.

FR: also TGV funktioniert noch einigermassen. Franzosen fahren pro Jahr mehr Kilometer mit der Bahn als Deutsche; TGV sei Dank. Ob TGV auch wirtschaftlich funktioniert, bin ich mir nicht sicher.
Aber es ist vor allem das Regionetz abseits RER/Transilien das nicht (mehr) funktioniert.

Ende 1970er war das FR-Fernverkehrsnetz nicht sooo unterschiedlich von DE (Mistral und Rapide waren die ICs). Als 1981 der TGV seine Jungfernfahrt machte, gab es z.B. im Zentralmassiv noch ein gut ausgebautes Regionalnetz, mit teilweise landschaftlich sehr reizvolle Kunstbauten. Davon ist so gut wie nichts mehr übrig (lediglich einige Kunstbauten, Denkmalschutz und Fahrradtourismus sei Dank).

Zudem wurden mit jeder LGV IC-Leistungen weggespart. EC 52 Frankfurt-Paris aus 2005. Gut, für Metz Ville ist Lorraine TGV gekommen und für Chalons-sur-Champagne kam Champagne-Ardenne TGV. Wichtig ist allerdings, dass in Metz Ville Umsteigemöglichkeit nach z.B. Reims bestand. Diese Vernetzung ist mit dem TGV entfallen.
Erst seit einigen Jahren habe ich den Eindruck, dass FR sich etwas mehr um die IC-Verbindungen abseits Paris kümmert (TET = Trains Equilibre de Territoire). Aber auch erst nachdem sie vom Staat auf die Regiobehörden übergingen.

ES: während man in Frankreich noch viele Städte/Regionen mit einer Rennbahn anbinden kann (z.B. Lille-Paris-Lyon-Marseille), ist das bei Spanien weniger der Fall. Madrid-Zaragoza-Barcelona geht noch. Madrid-Valencia/Sevilla auch. Aber Richtung Norden? Nach Extremadura-Badajoz-Lissabon? Dort sind die Städte wesentlich kleiner und müssen die Strecken viel mehr verzweigen, bevor man die Städte erreicht.
Gut, was die Sache in ES auch kompliziert, sind die unterschiedlichen Spurweiten. Es müssen Umspuranlagen her aber bei der nächsten Ausbaustufe müssen die auch wieder weg, da überflüssig geworden.
Spanien vermisst zudem guten Nahverkehr. Madrid und Barcelona haben zwar noch S-Bahnen (Cercanias bzw. Rodalies), die Küstenstrecken durften auch noch gehen aber ansonsten ist es genauso selten wie in Frankreich.

Dennoch: Potential müsste doch eigentlich bestehen. Gijon/Oviedo haben z.B. zusammen 650.000 Einwohner. Einwohnerzahlen.
Kann es sein, dass Miguel und Conchita nicht so bahnaffine sind wie Otto und Bärbel? Spanier fahren nur 460 km pro Jahr Bahn, Deutsche 960 km.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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