internationaler HGV-Halbstundentakt (Sammelantwort). (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 10.06.2021, 12:22 (vor 6 Tagen) @ ant6n

ant6n:

Es geht doch gerade darum, Auto und Flugzeug abzulösen.

Lies: es geht doch gerade darum, Fossilauto und Fossilflugzeug abzulösen.
Auto und Flugzeug an sich sind das Problem nicht, deren CO2-Ausstoss aber schon.
Auto und Flugzeug sind eher Mittel, um ein Ziel zu erreichen, genauso wie Rennzüge und Rennbahnen.

Ich kann auch sagen: Fossil -> Ökostrom-Elektro.
Das Ökostrom-Elektromobil gibt es schon.
Ökostrom-Elektroprop-Flugzeuge werden gerade entwickelt und erprobt.

Klar gilt nach wie vor "Erhalt des Elendes", denn bei Elektromobilen gibt es z.B.:
- mühsame Entsorgung ausgedienter Batterien
- erhöhte Abhängigkeit von seltenen Erdmetallen
- mangelnde Produktion Ökostrom
- ethische Diskussion Kernkraft = Öko ja/nein/bedingt
- 20/24 Stunden am Tag Platzeinnahme 15 Qkm pro Elektromobil

Wenn man auf bestimmten Relationen die Fahrzeiten halbiert, dann ist eine Vervierfachung des Angebotes nicht unrealistisch. Vergleiche doch mal München-Berlin über die letzten 20 Jahre: die Reisenden-Zahlen haben sich doch bestimmt mehr als vervierfacht.

S.i.w. am Anfang des ICE-Zeitalters stündlich 1x ICE-T siebenteilig, jetzt stündlich ICE4 + einelne Sprinter. Angebot in der Tat etwa 3-4x so gross.

Gegenbeispiel: Amsterdam-Frankfurt. Vor 20 Jahren war die Rennbahn K-F noch nicht in Betrieb; dafür verkehrte der ICE International aber schon 7x pro Tag linksrheinisch. Kurz danach wurde die Strecke eine Stunde schneller aber das Angebot wurde nicht verbessert; weder von DB noch von NS. Zwei Dekaden später ist es immer noch 7x pro Tag ein Zug. Lediglich der "Amsterbasler" wurde zu 2x406 erweitert, und das war's.
Gut, ich kann sagen: RE19 ist gekommen, dadurch ist für Arnhem-OB-DU-D kein ICE nötig und entsteht mehr Kapazität für Fernreisende. Bin mir nicht sicher ob Jan sich lieber eine Stunde Tortur im abellio-FLIRT3 antut.

ktmb:

Ich glaube nicht, dass sich die Vorteile des Autos und des Flugzeugs so einfach gegen eine verspätungsanfällige Bahn tauschen lassen. Dafür ist leider in den letzten 30 Jahren "kaum" etwas passiert.

"Kaum" würde ich nicht sagen. 1991-2021 wurden in DE doch einige Rennbahnen gebaut. Was lediglich fehlt, ist Streckenzusammenhang. Das sieht bei den Autobahnen schon besser aus.

Henrik:

https://www.deutschebahn.com/de/konzern/starke_schiene-3953064

Vielleicht ist die Bezeichung "starke Schiene" genau das Problem. "Starke Schienen" wäre da besser.
Das deutsche Netz muss Personen und Güter befördern. Fern und regional. Auf Frankfurt-Nürnberg verkehren auf denselben Gleisen IC(E)s, RE, RB und Cargos. Dann braucht es eine genaue Abstimmung damit das ganze nicht verspätungsanfällig wird. Man kann ja nicht alle Magistralen sechsspurig ausbauen (2 Fern, 2 Regio, 2 Cargo). Das geht bestenfalls wenn man unterschiedliche Fahrwege festlegt. So wie bei K-F: Fernverkehr via Rennbahn, Regios überwiegend linksrheinisch, Cargos überwiegend rechtsrheinisch.

Gucken wir mal über die Grenze:
+ JP: Fernverkehr komplett vom restlichen Verkehr getrennt (Shinkansen)
+ ES: auf den Rennbahnen fahren nur Rennzüge; Korridoren 300 km/h reinrassig vs. 250 km/h umspurbar)
+ FR: auf den LGV fahren 98-99% TGVs (die 1-2% sind TER200 rundum Tours) die zudem alle dieselbe vmax haben -> TGVs bremsen einander kaum aus
+ IT: auf den Rennbahnen tagsüber Rennzüge, nachts Cargos (inkl. Cargoversion-ETR500); Netz gebaut wie die Autobahnen
+ CH: Korridoren und Zeitrahmen "schnell" und "langsam"

Deutschland muss hier vermutlich einen Kompromiss finden, damit das ganze nicht zu teuer wird.

218 466-1:

Das Netz ist doch jetzt schon total überlastet.

Total überlastet oder suboptimal benutzt? Mal sehen.

1. FR: auf den Rennbahnen verkehren fast nur TGVs. Diese haben alle dieselbe vmax: 300. Egal ob Reseau, Duplex, Thalys.
In Deutschland verkehren auf Nürnberg-Ingolstadt 300 km/h ICE3, 250 km/h ICE4 und 200 km/h MüNüX.
Bei uns bremst sogar ein 160 km/h HSL-Surrogat den 300 km/h Thalys aus. Das haben wir dadurch gelöst, dass es nur 1x stündlich eine Schnelltrasse gibt; die Surrogate werden zuvor und danach geplant. Mit den neuen IC200-Triebwagen wird es auch besser (10-Minutentakt IC200 + Halbstundentakt "Thalystar").

2. Unser Altnetz ist von der vmax her langsam. Mehr als 140 km/h ist nicht drin. Dennoch erreichen die "IC"s nach Groningen Reisegeschwindigkeiten von 110 km/h. Einfach weil sie die vmax ausfahren können, ohne vernachlässigungsbedingte Lafas (Langsamfahrstellen).
In Deutschland finde ich aktuell Reisegeschwindigkeiten von etwa 140 km/h. Das schafft ein IC1 auch bei vmax 200 km/h ohne Lafas. Die heutigen vdurch hätte ich auch gehabt wenn ich IC'79 konsequent durchgesetzt hätte. Vielleicht hätte es in DE heute schon landesweit Halbstundentakt gegeben.

Wenn schon Rennbahn, dann wohl so wie in Italien: wie eine Autobahn. Anfangen mit Köln-Frankfurt (die Linksrheinische war schon immer eine hochbelastete Kernstrecke) und dann schrittweise weiter nach Mannheim, Stuttgart, Ulm, Augsburg, München. Mit Ausfahrten bei Frankflug/MA/S/UL/A. Ermöglicht, wenn nötig, K-M nonstop in 2,5 Stunden. Dann wäre die "Tragfläche" (gesellschaftliche Unterstützung) der Rennbahnen auch weit grösser gewesen -> "ja, es kostet was aber dafür haben wir dann auch was".

Gut, man hat anders entschieden, also müssen wir mit den Folgen leben.
Oder man fängt an, die Renninseln zu verknüpfen zu einem zusammenhagenden Netz.
So wie wesentlich mehr der Fall in FR/ES/IT/TR/CN/JP.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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