Wiwo: Deutsche Bahn prüft Strategie im Fernverkehr (Allgemeines Forum)

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Mittwoch, 25.06.2014, 18:02 (vor 4299 Tagen) @ ICE-T-Fan

http://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/reaktion-auf-buskonkurrenz-deutsche-bahn-p...
"Wir arbeiten an einer strukturellen Neuausrichtung des Fernverkehrs", sagte Homburg. Dabei gehe etwa es um die Frage, welche Strecken im Fernverkehr auf Dauer nachgefragt würden. Auf einigen Strecken wie Hamburg-Berlin wäre ein Ausbau der Verbindungen oder Sitzplatzangebote denkbar. Nachgedacht wird offenbar auch über einen Halbstundentakt auf bestimmten Strecken. "Das ist ein Thema, das uns beschäftigt", so Homburg. Allerdings gebe es auf den Hauptrelationen zurzeit keine zusätzlichen Trassen.

Für viele Regionen wird das in Zukunft bedeuten: Subventionierter RE/IC-Mischverkehr oder gar kein Fernverkehr mehr. War klar, dass die DB diese Randverkehr nicht mehr aus eigener Tasche bezahlen möchte.

Das hört sich nicht gut an:
Auf anderen Strecken werde sich die Nachfrage hingegen zurück entwickeln. "Verkehre, die für uns nicht mehr interessant sind, werden wir möglicherweise nicht mehr fahren",
Heuer ist der Rückzug noch mit Fahrzeugmangel begründet, auch wenn das so nicht kommuniziert wird. Künftig ist ein wirtschaftlich begründeter Rückzug aber warscheinlich.
Weiters:
Oben gebe es die Billigflieger, unten stehe der Fernverkehr im harten Wettbewerb mit ausgedehnten Regionalverbindungen und nun auch den Fernbussen.
Da müsste man mit auf die Zielgruppen ausgerichteten Gegenangeboten reagieren. Oben die MET*, die besonders schnelle Verbindungen mit ganz wenig Zwischenhalten, dafür mit gehobenem Komfort und Service bieten, unten die IRE** die besonders günstige Direktverbindungen bieten, ohne gegenüber den ICE zu langsam zu sein.
* Die beiden vorhandenen Garnituren und einige ICx mit verbesserter Ausstattung.
** IC-Mod nach Ende ses IC-Einsatzes und je nach Strecke Dosto.

Zum einen liegen die Kosten deutlich höher als bei Verkehrsträgern auf der Straße. Fernbusse bieten Preise an, zu denen die Bahn nicht einmal die Infrastrukturnutzung bezahlen könnte.
Dazu von hier:
Der Luftverkehr in Deutschland wird jährlich mit rund 11,5 Milliarden Euro subventioniert. Allein durch die Energiesteuerbefreiung des Kerosins betrugen die Steuerausfälle im Bundeshaushalt im Jahr 2008 rund sieben Milliarden Euro.  Besonders gegenüber der Bahn ist dies ein ungerechtfertigter Wettbewerbsvorteil. (...) Seit 2004 haben die EU-Staaten das Recht, eine Kerosinsteuer für den inländischen Flugverkehr einzuführen. Der BUND fordert die Bundesregierung auf, dieses Recht zu nutzen und endlich die Kerosinsteuer im inländischen Flugverkehr als Gesetz zu verabschieden.
Hier ist die Politik gefordert, um gerechte Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Wenn man den Flugverkehr subventioniert, kann man auch den Fernverkehr auf der Schine subventionieren und dies bei den Fluggesellschaften entsprechend verringern. Mit der Luftverkehrsabgabe wurde ein Schritt in die richtige Richtung gemacht, aber das reicht noch nicht.
Ansonsten wird die Bahn irgendwann zwischen Flugzeug und Bus eingequetscht. Ähnlich wie in den USA spielt sie dann fast nur noch im Vorortverkehr und und im Güterverkehr eine Rolle.

--
Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
[image]


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum