Elektrifizierung München-Zürich ist nicht sinnlos (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Samstag, 20.10.2012, 00:04 (vor 5068 Tagen) @ BIG_RED
bearbeitet von Twindexx, Samstag, 20.10.2012, 00:06

Hoi,

nochmal, die Strecke ist nicht ausgelastet, setz dich da mal rein. Was bringen da mehr Züge?

Mittlerweile haben viele EC bis zu fünf Zweitklasswagen, noch vor einigen Jahren waren drei die Regel. Man hängt nicht aus Spass an der Freude zusätzliche Wagen dran. Die EC sind durchaus gut bis sehr gut ausgelastet. Im Jahr 2011 wurden sieben Prozent mehr Fahrgäste gezählt, als im Vorjahr.

Natürlich kostet der Bau von Autobahnen viel Geld, aber die baut (normalerweise) der Staat und die Nutzung ist quasi kostenlos; daher muss sich eine Autobahn nicht "rechnen".

So, ist das so? - Verfehlte Verkehrspolitik würde ich das nennen.

Rechne mir doch mal einer vor, wie mal von Lindau nach Geltendorf 300 Mio reinholen will!

Dann will ich aber auch die Rechnung für Stuttgart 21 oder für Nürnberg-Erfurt sehen. 300 Mio € um die Verbindung zwischen der grössten Stadt Süddeutschlands und der Schweiz auf eine konkurrenzfähige Basis zu bringen, sind fast ein Schnäppchen. Normalerweise rechnet man mit ungefähr 80 Mio € pro eingesparte Minute Fahrzeit. Anderswo wird für vergleichbare Verbindungen das zehnfache für das selbe Resultat investiert.

Bei Lindau-Geltendorf muss immer die Gesamtstrecke München-Zürich im Auge behalten werden. Die Diskussion darf sich nicht auf Lindau-München bechränken. Diesen Fehler macht schon die DB im Fernverkehr indem sie jeden Zug einzeln auf Wirtschaftlichkeit prüft und so das Gesamtsystem aus den Augen verliert.

Von Zürich nach München braucht man mit dem Auto etwa dreieinhalb Stunden. Nach dem Ausbau der Bahnstrecke wäre die Fahrzeit mit dem Zug ähnlich. Und da werden dann die Verkehrsverlagerungen erzielt. Dort ist das grosse Potenzial, dass die SBB sehen. Da kommen dann moderne Fernverkehrs-Doppelstockzüge zum Einsatz, mit Steckdosen und WLAN an jedem Sitzplatz, Business-Abteile in der ersten Klasse, Restaurant, Kinder-Spielabteil in der zweiten Klasse. Das alles dann mit der gleichen Fahrzeit wie mit dem Auto und unter derer mit dem Flieger.

Mit einer derartigen Attraktivitätssteigerung wird sowohl der Geschäftsreisendenverkehr als auch der Tourismusverkehr angekurbelt, was zu entsprechenden volkswirtschaftlichen Gewinnen führt. Infrastrukturen werden sehr langfristig geplant. Bei der vergleichsweise niedrigen Investitionssumme für Lindau-Geltendorf werden sich die Vorteile aber entsprechend schnell positiv auswirken.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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