Diskussion: v-min statt v-max beschleunigen? (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Freitag, 08.10.2010, 01:13 (vor 5660 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo Oscar

natürlich bin ich mit Deinen Argumenten weitgehend einverstanden. Nichts gegen Rennbahnen, aber zuerst sollte man die "low hanging fruit" ernten:

Beschleunigung von 150 auf 160 bringt gleich viel wie 160 auf 171
Beschleunigung von 140 auf 160 bringt gleich viel wie 160 auf 186
Beschleunigung von 130 auf 160 bringt gleich viel wie 160 auf 208
Beschleunigung von 120 auf 160 bringt gleich viel wie 160 auf 240
Beschleunigung von 110 auf 160 bringt gleich viel wie 160 auf 293 (!)
Beschleunigung von 100 auf 160 bringt gleich viel wie 160 auf 400 (!)

Tiefe Geschwindigkeiten, inklusive Geschwindigkeit 0 (Haltezeit) sind auch durch sehr hohe Geschwindigkeiten nur schwer wieder wettzumachen. Dass Zürich-Bern eine vernünftige Durchschnittgeschwindigkeit erreicht, liegt auch daran, dass man in Zürich direkt nach dem Bahnhof, noch mitten in der Stadt, schon auf geschätzte 160 km/h beschleunigt.

Zu den Vorschlägen:

1. nicht LZB ausrollen, sondern Ein- und Ausfahrweichen für 80 km/h fit machen. Von LZB profitiert der Fernverkehr, von 80 km/h Weichen alle Züge
2. kurzere Folgezeiten durch Anpassung der Zusi (wenn möglich).
3. spurtstarkes Fahrzeugmaterial (soll mit den geplanten IC250-Triebwagen erheblich verbessern)

1. Einverstanden, wird in CH gemacht, siehe z.B. schnelle Einfahrt Lyss.

2. Zugfolgezeit hat nicht direkt mit dem Durchschnittstempo zu tun, aber hilft bei Pünktlichkeit

3. Spurtstärke ist ein Feature, das erst jetzt genutzt wird; vermutlich sind starke Motoren und Trafos billiger geworden. In CH ist der künftige Fernverkehrszug auf Spurtstärke ausgelegt: Trotz vmax von nur 200km/h satte 3750 kW pro 100m Zuglänge (VIRM: 1600 kW, ICE-3 4000 kW, Stadler Dosto 4000 kW). Grund: In CH wird momentan um Sekunden gekämpft, damit man Zürich-St. Gallen sowie Bern-Lausanne unter 60 Minuten kriegt. Mehr vmax bringt bei Altstrecken nichts, mehr Spurtstärke aber schon.

Wichtig finde ich noch die Passagierwechselzeit. Wenn man die um 30 Sekunden reduzieren kann, ist das gleich viel wert wie 5 (!) Streckenkilometer von 200 auf 300 zu beschleunigen. Daher sind breite Türen, grosse Pufferzonen, in Doppelstöckern breite Aufgänge und vor allem stufenfreier Übergang zum Bahnhof hilfreich.

Wie viel vmin ausmachen kann, sieht man ja auch auf der Strecke Stuttgart-München: Die momentanen Lafas haben die Fahrzeit um fast gleich viel verlängert wie man mit Wendlingen-Ulm einsparen kann.

Ein gutes Beispiel in Deutschland ist meiner Meinung nach Berlin-Hamburg. Trotz moderaten 230 km/h wird eine gute Durchschnittsgeschwindigkeit erreicht, weil die 230 km/h gehalten werden.


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