Fulda-Frankfurt überlastet - eben nicht (Allgemeines Forum)

telemaxx, Bremen, Hannover, Samstag, 04.07.2015, 12:37 (vor 3930 Tagen) @ Felix
bearbeitet von telemaxx, Samstag, 04.07.2015, 12:39

Das Begegnungsverbot wurde ja nun bereits belegt. Darüber hinaus arbeitet die Bahn an einem Sicherungssystem, um Begegnungen zwischen Güterzügen und ICE auf dem Abschnitt Fulda-Burgsinn auszuschließen. Dann kann der hochbelastete Abschnitt Fulda-Flieden etwas entlastet werden. Zeitplan ist mir allerdings nicht bekannt.


Ja, habe ich schon vor ewig langer Zeit von gehört, anscheinend ist nichts daraus geworden. Falls man es damals mal ernst damit gemeint hat, so würde ich dieses Projekt heute als Nebelkerze bewerten.

Ein Prototyp wurde für eine Übergangszeit von drei Wochen bereits implementiert: http://www.berner-mattner.com/cms/upload/1_PDF/2_Maerkte/Transportation/Projektbeispiel...

Dort heißt es:

In der ZKE [zentrale Konflikterkennung] wird dann errechnet, ob es zu unzulässigen Tunnelbegegnungen kommen könnte. Somit werden diese unzulässigen Begegnungen, die im Regelfahrplan bereits ausgeschlossen sind, auch in Ausnahmesituationen wie Verspätungen mit technischer Unterstützung ausgeschlossen.

In dem Bericht befindet sich auch ein Bild, das die Situation auf dem Abschnitt zeigt. Es wurden zwei Tunnelbereiche (Fulda und Burgsinn) definiert, in denen jeweils mehrere Tunnel zusammengefasst sind. Zwischen den Tunneln innerhalb der Tunnelbereiche ist eine Begegnung ICE/Güterzug nicht möglich. Daher kann man die auch als einen Tunnel ansehen. Begegnungen sind jeweils vor den Tunnelbereichen und zwischen den beiden Tunnelbereichen möglich (Fulda, Mottgers, Burgsinn). Dies auch im Verspätungsfall abzusichern ist Aufgabe der ZKE.

Was fehlt also noch für eine dauerhafte Implementierung? Zum einen ist das System noch nicht für den dauerhaften Einsatz zugelassen:

Noch ist die ZKE des Projekts ein Unikat im Netz der Deutschen Bahn und noch nicht für den Einsatz unter Sicherheitsverantwortung zugelassen.

Außerdem lief das System nur semi-automatisch - auch aufgrund der kurzen Einsatzdauer und genehmigungsrechtlichen Problemen:

Erkennt die ZKE mögliche unzulässige Tunnelbegegnungen, so erzeugt sie optische und akustische Warnmeldungen. Ausgegeben werden diese an Bedienplätzen, die an den Arbeitsplätzen der Fahrdienstleiter in den Stellwerken Fulda und Burgsinn aufgebaut sind. Zusätzlich befindet sich aus Redundanzgründen ein weiterer Bedienplatz beim Disponenten in Frankfurt. Dieser muss nur reagieren, wenn die Warnmeldungen und die eingeleiteten Gegenmaßnahmen von den Fahrdienstleitern vor Ort nicht quittiert werden.

"Rein technisch wäre es denkbar, Gegenmaßnahmen auch direkt von der ZKE einleiten zu lassen. Doch schon aus genehmigungsrechtlichen Gründen hat man sich zunächst für ein Assistenzsystem entschieden – letztlich ging es vorerst um einen Zeitraum von drei Wochen", erläutert Roland Herzig.

Leider wird keine Aussage getroffen, wie viele Güterzüge dadurch pro Stunde auf der NBS fahren könnten. Ich erinnere mich leider nicht mehr an den Wert.

Auf der Strecke Fulda-Frankfurt wird nicht nur mehr Kapazität benötigt, sondern vor allem auch mehr Betriebsqualität. Die Bahn würde außerdem gerne mehr Nahverkehrszüge fahren lassen, was aber nicht möglich ist, da keine Trassen vorhanden sind.

Bevor man irgendetwas anderes tut, soll man erstmal den Güterverkehr Fulda-Burgsinn auf die NBS verlagern.

Was ja geplant ist. Die Bahn arbeitet an einer genehmigungsfähigen Sicherheitsarchitektur.

Wenn man danach immer noch klagen will, über mangelnde Kapazität oder Betriebsqualität, muß man sich darüber unterhalten, ob zusätzliche Nahverkehrszüge auf dieser Strecke wirklich so nötig gebraucht werden.

Schon mal morgens oder nachmittags nach Frankfurt gependelt? Benötigt werden die ganz sicher.


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