Nulllösung ist standard und leider keineswegs tabu (Allgemeines Forum)

flierfy, Mittwoch, 01.07.2015, 19:20 (vor 3933 Tagen) @ Felix

Politiker haben ja noch nie Verantwortung übernehmen müssen.

Und die zahllosen Jubelperser, Möchtegernmachos und Buzzword-Sprechblasenabsonderer ("Investitionen", "Raumwirkung", Status quo "nicht mehr zeitgemäß" uvm.) von der Galerie erst recht nicht.

Besonders in der deutschen Bahnszene gibt es fast nur solche Leute. Man hat den Eindruck, es wird nur noch gelogen und getrollt, aus Selbstzweck.

Die Möglichkeit, daß man auf den Bau einer Strecke oder eines anderen Großprojektes auch einfach verzichten könnte, wird übrigens immer von vornherein ausgeschlossen. Keiner wagt es, diese Möglichkeit auch nur zu erwähnen, weil es so stark tabuisiert wird.

Wenn man gar nichts baut, dann baut man mit Sicherheit auch keinen Murks, zerstört keine Landschaft und gibt auch kein Geld aus. Im Zweifel also lieber gar nicht bauen - das wäre zur Abwechslung mal vernünftig, ist aber strengstens verboten.

Du siehst wohl den Wald vor lauter Bäumen nicht. Die Nulllösung ist in Deutschland doch mittlerweile die Standardlösung.
Fulda-Frankfurt/M-Mannheim: Nulllösung,
Hamburg-Hannover: Nulllösung,
Hannover-Köln: Nulllösung,
Frankfurt/M-Nürnberg: Nulllösung,
Stuttgart-München: Nulllösung,
Die Liste liesse sich endlos fortsetzen. Deutschland ist mittlerweile fast nur noch eine Nulllösung. Kaum noch was wird gebaut. Dieses Land ist im Stillstand angekommen.


Um ein Großprojekt in Deutschland aus den vergangenen Jahrzehnten zu finden, bei dem man wirklich - ohne rot zu werden, falls ein Schamgefühl vorhanden ist - sagen konnte, daß es notwendig war, weil der Status quo unerträglich geworden war, müßte man lange nachdenken.

Das ganze Pilzkonzept in Berlin mit Lehrter Bf mit Tiergartentunnel usw,
SFS Köln-Rhein-Main (hätte eigentlich noch grosszügiger ausfallen müssen).


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum