Weil Stillstand Rückstand sei... (Allgemeines Forum)

Felix, Göttingen, Freitag, 03.07.2015, 07:42 (vor 3931 Tagen) @ Oscar (NL)

Die Möglichkeit, daß man auf den Bau einer Strecke oder eines anderen Großprojektes auch einfach verzichten könnte, wird übrigens immer von vornherein ausgeschlossen. Keiner wagt es, diese Möglichkeit auch nur zu erwähnen, weil es so stark tabuisiert wird.


Es gibt sehr wohl Projekte, die die Bahn gerne realisiert hätte, wofür aber im Moment die Finanzmittel fehlen.

Das ist doch etwas anderes. Die Bahn würde gerne bauen, wenn ein anderer das für sie bezahlt. Das ist etwas anderes als eine bewußte Entscheidung gegen den Bau.


Bin ich mir nicht sicher. Unter Umständen kann der Beibehalt eines bestehenden Systems zu noch grösseren Kosten führen.

Verglichen damit, daß man das bestehende System nach Bau des neuen stillegt. Das ist in Deutschland aber von niemandem beabsichtigt. Hier will man zwei Systeme parallel betreiben = doppelte Kosten.

Das sehen wir gerade in den USA, wo man vor allem über "high-speed rail" redet und kaum etwas baut (Frage: wird jetzt in Kalifornien gebaut oder nicht?).

Ich habe tatsächlich gelesen, daß dort jetzt etwas gebaut wird. Dabei ist noch nicht mal die ganze Trassenführung klar.


Zurück zum Ursprungsthema: die Chinesen bauen dagegen heute schon die Infra die sie in den nächsten Dekaden erwarten zu brauchen. Vielleicht sind die Rennbahnen zur Zeit unterbelegt, aber wenn Flugsprit knapp wird, können die die Fluggäste rasch auf die Bahn verlagern. Ich gehe zumindest davon aus, dass der Normalchinese seine Reisen vierstelliger Kilometerzahl (z.B. Shanghai-Harbin) fliegt.

Ich glaube, daß das in China kein rationales Handeln ist. Die sind mindestens so "Fortschritts"-wahnsinnig wie wir. China ist auch das Land, das sich massenhaft vorhersehbare Umweltkatastrophen einhandelt, weil es von seinen Prestigegroßprojekten nicht lassen will, z.B. im Bereich Wasserwirtschaft.

Um ein Großprojekt in Deutschland aus den vergangenen Jahrzehnten zu finden, bei dem man wirklich sagen konnte, daß es notwendig war, weil der Status quo unerträglich geworden war, müßte man lange nachdenken.


Andere haben da schon einige Beispiele gegeben.

Zur SFS Frankfurt-Köln habe ich in meiner Antwort an Marien etwas geschrieben. Etwas zum Hauptbahnhof Berlin inkl. Zulaufstrecken:

Wenn die Berliner Stadtbahn und der Bahnhof Zoo wirklich dringend einer Entlastung bedurft hätten, hätte man das sofort haben können, indem man die Fernzüge - oder zumindest einige - in Berlin-Charlottenburg enden gelassen hätte. Das hat man nicht gemacht, anscheinend war die Entlastung der Berliner Stadtbahn und des Bahnhofs Zoo doch nicht so dringend nötig.


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