Weil die Nullösung immer tabuisiert wird (Allgemeines Forum)

Felix, Göttingen, Mittwoch, 01.07.2015, 14:07 (vor 3934 Tagen) @ guru61

Politiker haben ja noch nie Verantwortung übernehmen müssen.

Und die zahllosen Jubelperser, Möchtegernmachos und Buzzword-Sprechblasenabsonderer ("Investitionen", "Raumwirkung", Status quo "nicht mehr zeitgemäß" uvm.) von der Galerie erst recht nicht.

Besonders in der deutschen Bahnszene gibt es fast nur solche Leute. Man hat den Eindruck, es wird nur noch gelogen und getrollt, aus Selbstzweck.

Die Möglichkeit, daß man auf den Bau einer Strecke oder eines anderen Großprojektes auch einfach verzichten könnte, wird übrigens immer von vornherein ausgeschlossen. Keiner wagt es, diese Möglichkeit auch nur zu erwähnen, weil es so stark tabuisiert wird.

Wenn man gar nichts baut, dann baut man mit Sicherheit auch keinen Murks, zerstört keine Landschaft und gibt auch kein Geld aus. Im Zweifel also lieber gar nicht bauen - das wäre zur Abwechslung mal vernünftig, ist aber strengstens verboten.

Um ein Großprojekt in Deutschland aus den vergangenen Jahrzehnten zu finden, bei dem man wirklich - ohne rot zu werden, falls ein Schamgefühl vorhanden ist - sagen konnte, daß es notwendig war, weil der Status quo unerträglich geworden war, müßte man lange nachdenken.


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