Neuverkehre. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 01.07.2015, 10:18 (vor 3934 Tagen) @ Lumi25

Hallo Lumi25,

Die Bundesbahn hatte damals die SFS Hannover-Würzburg genau so geplant allerdings über den Raum Holzminden statt via Göttingen mit Anbindungen an Kassel und Fulda.

Hannover-Würzburg ohne Halt wäre nach Bundesbahnplanung damals in unter 90 Minuten möglich gewesen heute braucht man 2 Stunden.

Interessant. Also haben wir:

1. echter HGV via Holzmindener Raum
2. die Ist-Strecke
3. eine verbesserte Ist-Strecke nach italienischem Vorbild

Alternative 1 lässt Göttingen aus, bot aber 1:30
Alternative 2 bietet bestenfalls 2:00
Alternative 3 kann auch 1:30 erreichen (vermutlich nur mit vmax 280 statt 250), aber mit Anbindung von Göttingen. Es gäbe dann z.B. ICE Hannover-Würzburg nonstop; Göttingen, Kassel und Fulda wären IC-Städte.
Na gut, das wird nichts, DB möchte diesen "ICE" haben; stattdessen wird nur der IC implementiert und nennt man ihn ICE.

Die Politiker wollten das aber nicht. Die SFS Hannover-Würzburg ist für mich eine Mahnung was Politiker anrichten können. Wo sind denn hier nennenswerte Neuverkehre im Gegensatz zu früher entstanden?

Neuverkehre ist ein relativer Begriff. Dazu eine Gegenfrage: wie lange brauchte man für Hannover-Würzburg, als es die Rennbahn nicht gab?
Machen wir mal einen Ansatz: 4 Stunden. Dann können wir betrachten:

- Neuverkehre 4:00 -> 2:00 (ist)
- Neuverkehre 2:00 -> 1:30 (sollte)
- Neuverkehre 4:00 -> 1:30 (was wäre wenn)

Hätte man mit 4:00 -> 1:30 wesentlich mehr Neuverkehre gehabt als mit 4:00 -> 2:00? Ich weiss es nicht.

In Frankreich hatte man tatsächlich Neuverkehre geschaffen. Nicht so sehr weil Lucien und Claire vorher flogen, sondern weil Jean-Pierre und Marie-Louise nicht mehr die ganze Strecke nach Paris mit seinem Peugeot bzw. ihrem Renault zurücklegen. Stattdessen fahren die zum nächsten TGV-Bahnhof und steigen dort auf die Bahn um.

In China entstand Anfang des Jahrhunderts einen Mobility-Boom. Neuverkehre gab es somit auf allen Verkehrsträgern. Der Normalchinese konnte sich ein Auto leisten, ein Flugticket leisten, eine Bahnfahrkarte leisten.
Als in China die erste Rennbahn gebaut wurde, waren etliche Fernzüge noch dampfbetrieben und waren die Strassen vor allem mit Fahrrädern, Mopeds und Motorrädern bevölkert.
Als in Deutschland die erste Rennbahn gebaut wurde, fuhr der IC schon 200 km/h und waren Opel, Volkswagen, Mercedes und BMW reichlich vorhanden.

Und ob es viel Einfluss hat, weiss ich nicht, aber in China sind Autobahnen sowohl tempolimitiert als gebührenpflichtig.

Diese Fehlplanungen lassen sich nur noch teilweise korrigieren, deshalb hoffe ich, dass man in Mannheim bzw. Ulm nicht denselben Fehler macht.

In Ulm hat man den "Fehler" schon gemacht. Nach meinem Kenntnisstand soll Ulm-Augsburg bestenfalls ausgebaut werden (wo wir als ICE-Fans am liebsten eine ununterbrochene Rennbahn Stuttgart-München gesehen hätten). Eine Ulm-Umfahrung ist nicht vorgesehen.
In Mannheim braucht man vermutlich den Fehler nicht zu machen, weil nicht sicher ist, ob die Rennbahn F-MA überhaupt kommt.

Aber: Umfahrungen kann man nachträglich bauen. Eine gebaute Strecke steht, auch wenn sie falsch geplant ist.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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