CN: Hefei-Fuzhou, 813 km in 4 statt 8 Stunden. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 30.06.2015, 19:01 (vor 3934 Tagen) @ Lumi25

Antwort 16:30 geschrieben aber erst später gepostet.

Hallo Lumi25,

Es macht auch wenig Sinn auf 100 km SFS 300 km/h zu fahren. Der Fahrzeitvorteil gegenüber 250 km/h beträgt 4 Minuten. Zwischen 250 km/h und 200 km/h sind es auch nur 6 Minuten.

Demnach wären die 300 km/h auf der HSL-Zuid zwischen Schiphol und Rotterdam auch zwecklos. Dennoch fährt Thalys Paris-Amsterdam dort diese vmax. Hauptgrund: Prestige (ein französisches Wort).

Im Falle der HSL-Zuid kann man die 300 km/h zur Diskussion stellen. Das grösste Zeitersparnis war nämlich die Streckenverkürzung in Vergleich zur Altstrecke via Den Haag. Auch die beiden deutschen 300 km/h Rennbahnen (K-F, N-IN) sind vor allem eine Streckenverkürzung.

In China geht es um Dimensionen, die für uns Europäer kaum zu befassen sind. Laut Google Link in meinem vorherigen Posting war die Altstrecke ziemlich "gebogen". Und laut Wiki verläuft die Rennbahn ziemlich gerade. Vermutlich wurde 150-200 km Strecke eingespart. Das sind bei 100 km/h Schnitt schon 2 Stunden. Die restlichen zwei Stunden müssten dann aufs Konto der angehobenen vmax gerechnet werden.

EDIT: Alphorn (CH) nennt noch einen dritten Faktor: Auslassung der Halte. Ich weiss nicht, wie die chinesischen Medien funktionieren, aber kann es mir vorstellen, dass man den Vergleich möglichst ad Extremum macht. Also alte "IC"-Verbindung vs. schnellste angebotene CRH-Verbindung.
Wenn ich allerdings lese, dass die CRHs 300 km/h vmax fahren und 200 km/h vdurch erreichen, dann werden die sicher und wohl nicht 813 km nonstop fahren. Wiki nennt 15 Zwischenhalte. Die schnellsten CRH werden diese nicht alle bedienen, aber Halte in Tongling (362.000 aber Doppelstadt mit Chizhou), Huangshan (1,5 Mio.) und Shangrao (327.000 aber Umsteigeknoten) wären mir auf jedem Fall sinnvoll. Zum Vergleich: Hefei 1,659 Millionen Einwohner und Fuzhou 2,124 Millionen.

Mehr als 200 km/h macht eigentlich nur Sinn wenn man ab 100 km aufwärts Strecken ohne Halt zurücklegen kann.

Eher: Mehr als 200 km/h macht eigentlich nur Sinn wenn es sich lohnt, ab 100 km aufwärts Strecken ohne Halt zurückzulegen.

Hätte man die Rennbahnen in Deutschland von Anfang an wie die italienischen Schienenautobahnen gebaut, dan wäre es technisch möglich Hamburg-Hannover-Nürnberg-München (nur diese Halte) zu fahren. Oder meinetwegen ein ICE International Amsterdam-Köln-Frankflug-Karlsruhe-Basel-Zürich-Mailand-Bologna-Florenz-Rom (nur diese Halte). Aber würde sich das damals lohnen? Würde sich das heute lohnen? Gäbe es ausreichend Kundschaft für solche Züge? Offenbar nicht, denn sonst hätte man die Strecken so gebaut und derartige Züge angeboten.

In China gibt es aber tatsächlich CRHs die Beijing-Guangzhou fahren. Das sind über 2000 Kilometer.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum