Fernverkehrskonzept für das Gemeinwohl statt Gewinn (Allgemeines Forum)

MvG, Mittwoch, 18.03.2015, 22:12 (vor 4038 Tagen) @ 218 466-1

Ja und jeder heute umherfahrende ICE hat deutlich geringeren Komfort als die alten ICE1. Traurig aber wahr. Wenn dafür ein besseres Netz als je zuvor abgeboten werden kann werde ich persönlich mich mit den neuen Zügen arrangieren können.


Warum geht denn nicht beides? Komfortable Züge die auf einem besseren Netz als je zuvor fahren?

Weil das Geld einfach nicht da ist. Nicht solange man den Fernverkehr zur Eigenwirtschaftlichkeit zwingt. Auch die Netzerweiterung geht nur wenn die Länder sich beteiligen und das ist eigentlich nach wie vor rechtlich grenzwertig. Im Grunde bräuchten wir eigentlich eine zweite Bahnreform um die strikte Trennung zwischen Nah- und Fernverkehr aufzuweichen und Lösungen wie sie mit IC-Neu angestrebt werden gesetzlich zu ermöglichen, zu sichern und zu regeln. Ich schlage den Begriff des SPMV vor, den SchienenPersonenMittelstreckenVerkehr. Oder so.

Ahja. Dann ist Leipzig - Hannover auch nur RE aber mit IC-Material? Speisewagen sind überall auch im ICE ein Verlustgeschäft. Wenn durch die Eisparung der Bistros im Randnetz das Geld gespart werden kann, was man dann für dieses Randnetz ausgibt, kann ich auch damit leben. In der Theorie auch sinnvoll, da die zahlungskräftige Fahrgastschaft den IC-Neu ja eh nur als schnellen Zubringer zum ICE nutzen wird und diejenigen die aus Kostengründen damit durch ganz Deutschland zuckeln können sich das Restaurante eh nicht leisten.
Ganz nebenbei setzt sich das Produkt IC aus etwas mehr zusammen als dem Vorhandensein eines Bistros. Haltefrequenz, Reisegeschwindigkeit, Entfernung...


Es ist nicht nur das Bistro. In DoIC muss man ggf. Treppen steigen, es gibt keine Abteile, es besteht die Gefahr sich den Kopf anzuschlangen und der Komfort ist nicht mit dem vergleichbar, was zu Bundesbahnzeiten Standard war.

Genaugenommen ist sehr wenig am ganzen Bahnsystem mit dem Bundesbahn-Standard vergleichbar. Angebot und auch Ansprüche verändern sich halt. Und die Gefahr sich den Kopf zu schlagen finde ich jetzt auch ein wenig weit hergeholt. An den neuen Standard wird man sich gewöhnen.

Das mit der Haltfrequenz und Geschwindigkeit geht ja gerade in die andere Richtung mit mehr Stationen und 160 km/h DoIC.

Der Vergleich bezog sich auf den Unterschied zwischen einem RE und einem IC.

Die Schweine! Ich finde es ja eher beachtlich was sich auf der Karte alles findet, wo bis gestern nie einer geglaubt hätt dass da mal noch ein Fernzug langkommt.


Ich hatte die Hoffnung nie aufgegeben. Jedenfalls sehe ich auch weiterhin noch Luft nach oben im Streckennetz.

Joa, ist ja auch weit angelegt der Plan, da wird sich zwischendurch sicher noch einiges ändern und sicher auch das eine oder andere dazukommen. Ich könnte mir beispielsweise:

- Verlängerung der Linie Stuttgart - Nürnberg - Leipzig über Falkenberg - Cottbus nach Frankfurt (Oder)
- Schwarzwaldbahn
- Verlängerung der Linie Köln - Trier nach Saarbrücken - Straßbourg - Moulhouse - Basel
und noch einiges mehr vorstellen. Hängt wohl davon ab wie es sich insgesamt entwickelt.

Was hast du denn dann bitteschön erhofft? Bei all den Entwicklungen der letzten Monate?


Gut, angesichts der DB als Wirtschaftsunternehmen kann man eigentlich nicht viel erwarten. Aber hier hoffe ich mittelfristig auf die Politik, damit die Bahn wieder dem Gemeinwohl der Bevölkerung dient, ohne Gewinn machen zu müssen.

Das hoffe ich auch und es sieht zur Zeit gar nicht so schlecht aus, dass sich da doch noch mal was tun wird.

Dann erhoffe ich neue einstöckige 200 km/h IC-Wagen mit hohem Komfort als IC und mit mittlerem Komfort als IR, die auf noch viel mehr Strecken und in dichterem Takt fahren. Ein vereifachtes Preissytem ohne Zugbindung, ohne Unterschied zw. FV und NV und generell deutlich billigere Fahrpreise.

Also alles zurück auf Anfang. ;) Mal sehen was die Zukunft noch alles so bringt, sie geht ja noch lang.


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