Das Ende des Wettbewerbs im SPNV? (Allgemeines Forum)

maxiboy, IBNR: 7006966, Mittwoch, 18.03.2015, 20:00 (vor 4038 Tagen) @ frank_le
bearbeitet von maxiboy, Mittwoch, 18.03.2015, 20:01

Vordergründig geht es hier um Fernverkehr. Dennoch hat die Präsentation einen unangenehmen Beigeschmack. Die Startdaten beziehen sich u.a. auf auslaufende RE-Verkehrsverträge. Und man strebt die Integration der neuen ICs in Nahverkehrstarife an, das heißt, es findet mehr und mehr eine Vermischung der verschiedenen Produkte statt.

Gut möglich, dass bestellte RE-Linien zusammengestrichen werden und durch von Aufgabenträgern bezuschusste ICs ersetzt werden. Ob das nach deutschem und europäischen Recht überhaupt legal ist, weil es ja wieder eine etwas verkleidete Direktvergabe wäre, ist das Eine. Das andere ist, dass es sich nach wie vor um vordergründig eigenwirtschaftliche Veranstaltungen handelt. Qualitätskontrolle durch Besteller kann nicht stattfinden, jedenfalls nicht im heutigen Ausmaß. Sich als Aufgabenträger auf diese Zuschussgeschäfte einzulassen heißt dann, wieder den Weg in eine monopolistische Landschaft zu beschreiten.

Die DB hat den Atem, das ein paar Jahre durchzuziehen und nett zu sein. Und dann könnten sie die Hand aufhalten. Dann kann man wieder das alte Programm fahren mit Abhängen von Städten. Qualitätsprobleme à la S-Bahn Berlin kann man sich auch wieder leisten, denn der Wettbewerb wäre ausgetrocknet. Ob es noch attraktiv ist, als NE-Bahn in Deutschland aktiv zu sein, wenn alle Fleischtöpfe besetzt sind und man allenfalls eine RB 99 von Posemuckel nach Finsterwalde gewinnen kann, ist halt die andere Sache.

Die günstigen Sparpreise sind auch eine Luftnummer, da ja die Kontingente Geschäftsgeheimnis sind. Ob und um wieviel es wirklich günstiger wird, kann man jedenfalls jetzt sagen. Wenn Uber bei bestimmten Ereignissen die Preise hochschraubt, wird doch auch von Verbraucherschützern immer wieder aufgejault.


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