Alternativszenario HGV (Allgemeines Forum)

naseweiß, Sonntag, 22.01.2012, 15:49 (vor 5204 Tagen) @ ice-t-411

Du verkennst aber die Realität der SFS Würzburg-Fulda. Er unfährt einen im Güterverkehr extrem hinterlichen und im Fernverkehr extrem langsamen langsamen Mittelgebirgsabschnitt und war damals schon völlig überlasteten. Ebenso war Stuttgart-Mannheim damals schon überlastet. Die SFS diente eigentlich nur der Kapazität.

Die Überlastung der alten Nord-Süd-Strecke will ich nicht verkennen. Deshalb schrieb ich, dass Würzburg-Gemünden so oder so der viergleisigen Ausbau, sprich NBS, hätte stattfinden müssen. Nördlich von Gemünden sollte die Strecke aber nicht so überlastet sein. Ab Frankfurt steht die Main-Weser-Bahn als Alternativstrecke des Güterverkehrs zur Verfügung, dann ab Kassel weiter über Warburg, Altenbeken, Hameln nach Hannover für den Güterverkehr. Ggf. auch ab Bebra über Altenbeken. Mit der Wiedervereinigung wäre es vermutlich auf Flieden-Bebra zur Überlastung gekommen. Es hätte dann dort weitere Maßnahmen erfordert.

Wie diese Seite zusammenstellt, lag die Fahrzeit Hamburg-München vor der Eröffnung der NBS bei 7 h, nach der Eröffnung bei 6 h. So langsam war die alte Nord-Süd-Strecke also nicht. Interessanterweise konnte auch auf Hamburg-Frankfurt eine Stunde eingespart werden, obwohl nur ein Teil der NBS genutzt wird. Entscheidend ist, dass es davor IC im Stundentakt auf beiden Linien gab, danach ICE. Die Effekte in Form von Fahrgaststeigerung sind da, aber nicht berauschend. Die Strecke führt praktisch durch Wüstenei, höchstens vielleicht auf Hannover-Göttingen und Kassel-Frankfurt konnte "regionale" Verkehre von ihr profitieren.

Die These ist die, dass eine durchgehende SFS Stuttgart-Dortmund mit später den beiden Verlängerungen München und Hamburg deutlich mehr gebracht hätte, da viel mehr Leute profitieren können, mehr Angebote gefüllt werden können und so attraktivere möglich werden und die Strecke dank guter Auslastung wirtschaftlich besser dagestanden wäre. Und dann hat man noch ein Henne-Ei-Problem: Solnage es keine lange, durchgehende Rennbahn gibt, lohnt sich der Nonstop-Verkehr zeitlich nicht und ist auch wegen weiterhin bestehender Engstellen kapazitiv nicht möglich. Und solange gibt es immer die Drohung, dass der Bypass, z.B. der von Mannheim, nur den Verlust von Linien bedeutet.

Und sei politisch ehrlich: Eine Vorbeifahrt kann man scheinbar nicht mal in Mannheim durchsetzen und die willst an Stuttgart, Frankfurt, Köln und am kompletten Ruhrgebiet vorbeifahren?

Das ist die Frage. Wenn das aber nicht möglich ist, dann ist HGV für Deutschland der falsche Weg. Dann hätte man lieber beim 200er-IC-Netz bleiben sollen und das entsprechend ausbauen, auf manchen Routen wegen Überlastung und Topographie natürlich als NBS. Und die Neigetechnik nicht vergessen!

Ich sehe das Problem im Falle Mannheims so, dass nicht festgeschrieben wird, dass Mannheim auch mit Bypass einen 30-min-Takt nach Frankfurt, Frankflug/Mainz, Stuttgart und Karlsruhe behält, sondern immer die Drohung im Raum steht, dass heutige Linien auf den Bypass verlagert werden.

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