ICx niveliert den Unterschied zum ICE (Allgemeines Forum)

rotfuxx, Donnerstag, 19.01.2012, 18:02 (vor 5207 Tagen) @ Oscar (NL)

Goedemiddag Oscar,

ich denke, der ICx wird den Produktgruppennunterschied zwischen IC und ICE weitgehend nivellieren. Anders kann ich mir nicht erklären, dass die Optik so stark an die bisherige ICE-Flotte angeglichen wird. Diese Produktgruppe wäre dann eigenwirtschaftlich auf den Strecken ab vmax 200 unterwegs (also heutiger A- und B-Tarif wird zukünftiger A-Tarif)

Stattdessen könnte ich mir vorstellen, dass eine neue Produktgruppe eingeführt wird, die faktisch die Rolle des ehemaligen InterRegio antritt. Dieses wären die Doppelstock-IC, die bereits optisch für deutsche Augen ein Zwitter aus Nahverkehr (Dosto) und Fernverkehr (weiß) darstellen. Auch von der Finanzierungsseite her gesehen, wäre diese Produktgruppe ein Zwitter. Sie könnte auf einigen Streckenteilen subventioniert werden und Regionalverkehrsleistungen anbieten (neuer wie alter C-Tarif), während andere Streckenteile eigenwirtschaftlich mit separatem Produktgruppentarif (zukünftiger B-Tarif).

Die Regionalverkehrsleistungen bleiben im C-Tarif.

Eine Zusammenführung der Tarifarten erscheint wünschenswert, aber ich denke, dass ist nicht machbar. In den Niederlanden erfüllen die meisten Intercity Leistungen, die in Deutschland ein IR erbringen würde bzw. so mancher RE erbringt. Daher spiegelt für mich die Tarifgleichheit von Intercity bis Stoptrein weitgehend die deutsche Tarifgleichheit von RE bis RB wider. Zudem hat sich die Niederlande mit der OV-Chipkaart für ein System entschieden, dem eine Differenzierung zwischen Verkehrsmitteln entgegen steht (dies ist in Deutschland bei weitem noch nicht der Fall).

Außerdem fallen in den Niederlanden bei der Nutzung der bisher einzigen HGV-Strecke auch dementsprechende Zuschläge an. Dies finde ich im Übrigen auch gerechtfertigt, da sich die Begünstigten einer zusätzlichen Schnellfahrtstrecke auch an deren Finanzierung mittelbar beteiligen sollten.

Was ich nicht verstehe, ist die Logik, dass zur profitablen Betriebsaufnahme einer Neubaustrecke, der Fernverkehr auf einer Alternativroute eingestellt werden sollte. Ich kann verstehen, dass es hierbei zu erwünschten Substitutionen kommen wird, die einige Zugleistungen auf der Altstrecke überflüssig macht, aber dennoch sollte eine Neubaustrecke erstens zusätzliche Nachfrage generieren (durch Umsteiger vom Flugzeug oder Auto) und zweitens erschließt die Altstrecke weiterhin Gebiete, die von der NBS gar nicht tangiert bzw. bedient werden.


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