Zu schnell gewesen. - Bitte mal drüber nachdenken. Danke. (Allgemeines Forum)

Henrik, Donnerstag, 10.09.2020, 02:22 (vor 21 Tagen) @ br752

Nochmal die Bitte nicht so hektisch zu lesen.

inwiefern Nochmal? und an wen sollte derlei Bitte gerichtet gewesen sein?

Ich erklaere es: Du hattest gesagt, dass in dem Link nichts ueber Grundsicherung steht, daraufhin habe ich den Text fuer dich herauskopiert und verdeutlicht. Verbunden mit der Bitte es nochmals zu lesen. Die Bitte war also an dich gerichtet.

Der Punkt ist klar geworden - beantwortet die letztere Frage (Danke für das Zitat),
jedoch nicht die erste.
Eine vorherige Bitte ist nicht ersichtlich.

was auch immer Du nun auch damit ausdrücken möchtest,
unterstreicht dieses Zitat einmal mehr, dass das Sozialamt eben nicht die erste Anlaufstelle ist und diese erstmal ablehnen würde mit Verweis auf andere Ämter.

Das hast du gut erkannt und interpretiert. Beratungs- und Hilfestellungseinrichtungen sind erst Anlaufstellen. Das "Sozialamt" ist aber die zustaendige Stelle an die man sich zu wenden hat. Dort kann man sowohl Geld bekommen, als auch andere Leistungen.

Nochmal:
Das Sozialamt wird als erste Anlaufstelle in der Regel von sich weisen und auf andere Ämter verweisen.
Ist nunmal so.
Wenn man bereits Unterstützung hat durch Beratungs- und Hilfestellungseinrichtungen ist das sehr schön, aber auch bedauerlich, dass es dieses bedurfte. Entsprechende Unterstützung kann auch durch Bekannte & Verwandte erfolgen.
Haben Betroffene nicht den Zugang zu derlei Unterstützungen und auch Probleme mit Institutionen an sich, sind derlei Vorgänge schon erheblich schwieriger.

Niemand muss in Deutschland auf der Strasse leben.

ganz offensichtlich müssen es leider sehr viele.

[...]

Sie würden es kaum tun, wenn sie es nicht müssten.
Sie müssen es ganz offensichtlich, leider.

Das sind falsche Annahmen. Es gibt eine nicht unerhebliche Gruppe die das moechte. Andere sind nicht in der Lage sich um Leistungen zu kuemmern und zwingen kann man sie auch nicht. Moechtest du die Menschen zwangsweise in Wohnungen einquartieren?

Ja, es gibt Menschen, die sich aus freien Stücken heraus zu der Obdachlosigkeit hin entscheiden. Der Anteil ist aber gering. Da handelt es sich nicht um eine falsche Einschätzung.
Ja, die meisten sind nicht in der Lage dazu, sich selbst in ihrer Situation um weiteres zu kümmern, aus unterschiedlichen Gründen heraus.

Genauso wie die anderen 2 Millionen.

welche 2 Millionen anderen?

7 Millionen Analphabeten
10 Millionen Menschen mit einer Behinderung
6 Millionen Kunden beim JobCenter

Na schau an, denen wird doch auch geholfen. Wie wir sehen gibt es da wohl jede Menge helfende Haende und die "paar" Obdachlosen wird man sicher auch versorgen koennen. (Ein "paar" gemessen an den anderen zu versorgenden Menschen)

Eine sehr große Mehrheit der Obdachlosen mit Analphabetismus, der Menschen mit seelischer Behinderung, der Kunden beim JobCenter, .. wird es nicht unterschreiben, dass ihnen doch geholfen werden würde.

Vielleicht sollte die sich an die Fluechtlingshilfevereine, die Caritas oder aehnlichen wenden. Da bekommen sie Hilfe im Sinne von "Wie geht es". Beim "Sozialamt" bekommen sie Hilfe in Sinne von "Das gibt es". Vielleicht hilft das weiter.

na das ist ja mal ein Tipp! wow.

Beim Finanzamt bekommt ich auch keine Hilfe beim Ausfuellen der Lohnunterlagen, sondern nur meinen Bescheid mit der positiven oder negativen Zahlungsaufforderungen.

Das Finanzamt unterstützt, die Sozialämter wie auch andere (JobCenter/Arbeitsämter/..) unterstützen ebenso, zumindest sind sie dazu verpflichtet.

Stattdessen drangsalieren wir die Betroffenen des HartzIV-Systems.. mit menschenunwürdigen Sanktionen, unterlassen es, sie entsprechend hilfreich zu unterstützen.. und ziehen über sie her.

Bitte unterlasse von "wir" zu reden? Du kannst es gerne auf dich beziehen. Die kannst doch gerne ein Sozialsystem wie in anderen Wohlfahrtsstaaten mit aufbauen und die Menschen besser versorgen. Weisst du zufaellig welche Laender eine bessere Versorgung von diesen Menschen haben und die man als Vorbild nehmen koennte?

Wenn Du es weißt bzw. auch ohne Vergleich bessere Vorschläge hast, kannst Du gerne entsprechend aktiv werden.
Und nein, es geht da nicht um einzelne Personen. Wir als Gesellschaft gehen entsprechend vor.
Es ist sicherlich sehr schön, wenn sich einzelne Person nicht vom negativen Neidgedanken leiten lassen und mit positiven Empathie-Impulsen aktiv werden.
Veränderungen geben sich aber erst, wenn das von der breiten Zivilgesellschaft getragen wird oder/und von politisch institutioneller Ordnung heraus gestaltet wird.

Kurze Frage: Warum kommen eigentlich so viele Obdachlose aus Europa nach Deutschland und nicht nach Frankreich, in die Niederlande oder die Schweiz?

Dort ist von einer Anlaufstelle in Berlin die Rede, die Zugang erhält von Menschen aus Osteuropa.
Klingt in sich nachvollziehbar.

Wir als Gesellschaft sind natürlich locker in der Lage, den "paar" Obdachlosen zu helfen.
Wir tun es einfach nicht, wir unterlassen es sträflich.

Lass bitte das "wir". Nimm das "ich". Du kannst gerne abends zu den Obdachlosen gehen und denen helfen. Vielleicht erkundest du wie sie zu einer eigenen Wohnung stehen und was sie dazu beitragen möchten, dass dies auch möglich ist. Eine Pensionswohnung kann es ja nicht sein?

Was für eine Art von Wohnung ist zunächst einmal irrelevant. Sie gibt es schlichtweg nicht.
Nicht von ungefähr sind in diesem Zusammenhang gewisse Immobilienpraktiken als auch Vermietungspraktiken (Airbnb) in Kritik. Letztere werden nun Gegenstand von Verfahren sein.

Nein, es geht nicht um einzelne Personen.
Einzelne Personen helfen bereits.
Wir als Gesellschaft insgesamt handeln nicht.

Es gibt bereits viele Sozialarbeiter, die sich um Obdachlose und ihre Belange kümmern.
Es sind zu wenig, viel zu wenig.

Kann ich nicht glauben.

falls Du Glaubensprobleme hast, wird Dir hier keiner weiterhelfen. ;)

Da hilft Deine Hand oder andere Religionen.

Was bitte ist das fuer eine Anspielung. Mags du das uns erklaeren?

Deine eigenen Worte.

Hast Du da Verständnisprobleme, dann kannst Du Dir selbst da nur helfen - bei Glaubensproblemen hilft.. s.o.

Wie meine eigenen Worte mit "Hand" und "Glaubensproblemen" zusammenhängen verstehe ich immer nicht.
Nochmals die Bitte es uns hier zu erklären, anstelle mich raten zu lassen.

Sprich zu der Hand ist ein Filmzitat und Bild zur eigenen Entspannung.
Dazu gibt es vielerlei Techniken. Achtsamkeit (ist es hier), Meditation etc.

Wir kommen weit, weit weg von der Bahn.

Dieser Strang hatte nie einen Zusammenhang mit der Bahn.

Dein evtl. Hass auf Menschen (menschenunwürdigen Sanktionen) die zulassen, dass es Obdachlose gibt könntest du damit begegnen, dass du selber denen hilfst. Engagier dich doch vor Ort und lindere das Leid. Rechne mal durch welche Bruttoverdienste aufzubringen wären um diese Hartz IV Geld selbst zu erarbeiten. Da gibt es viele Grundgedanken dahinter.

Die menschenunwürdigen Sanktionen HartzIV-Beziehern gegenüber, die ja auch Menschen in die Obdachlosigkeit hin getrieben haben, wurden Ende letzten Jahres vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig kassiert eben mit der Begründung, dass sie unwürdig seien.
Wie man mit einer Empathie diesen Menschen gegenüber zu einem "Hass auf Menschen" kommt, erscheint unschlüssig, unplausibel.
Es gibt in vielen Städten von der Zivilgesellschaft heraus Aktionen, nachts über Obdachlosen zu helfen. Kann ich nur sehr empfehlen, daran teilzunehmen, sich entsprechend zu engagieren. Der soziale Kontakt, die soziale Unterstützung ist sehr hilfreich.

Welche Intention steckt hinter Deinem letzten Satz?
Empfänger von HartzIV-Regelleistungen und Leistungen von Grundsicherung leben unterhalb des Existenzminimums. Es gibt auch Menschen, die ohne derlei Unterstützung arbeiten und unterhalb des Existenzminimums leben.
Es gibt einige Modelle eines bedingungslosen Grundeinkommens.
Rechne mal durch.
Laufende Modellprojekte dazu gibt es auch.
Wir haben mehr Transferempfänger als Transfergeber - und das System funktioniert. Rein wirtschaftlich. Der Pfeil zeigt seit Jahren nach oben - Ende nicht abzusehen
und wir leisten uns sehenden Auges unzählige Obdachlose, unzählige seelische Behinderte, denen nicht geholfen wird, obwohl wir ihnen prinzipiell von unserer Gesellschaft her helfen könnten.
Die Milliardenschweren Corona-Unterstützungsprogramme sprechen doch für sich.
Was war auf einmal möglich. wow. schön!
Und die finanziell wie auch die sozial schwächsten?
Dem Bundesarbeitsminister rutschte an einem Montagabend bei Hart aber Fair ein in Aussicht stellenden 100-Euro Zuschuss für HartzIV-Empfänger raus. Danach kam aber doch nichts mehr.
HartzIV-Bezieher und Neu-Antragsteller waren von Nachweisen befreit. Schön.
Die nochmal sozial schwächeren Beziehern von SGB-XII-Leistungen waren davon hingegen nicht befreit. Sie waren hingegen nochmal stärker betroffen. Sämtliche ambulante Leistungen wurden persönlich komplett eingestellt.

Ich würde mich freuen, wenn du meine Beiträge nicht weiter zerschreiben, Unterstellungen einbauen und Rätselspiele machen würdest.

Keines der Punkte ist mir bewusst, waren nicht meine Intention,
bin da ggf. zur Aufklärung bereit.


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