die Bahn zeichnet nicht verantwortlich für Rampe/Aufzug. (Allgemeines Forum)

Henrik, Mittwoch, 09.09.2020, 20:30 (vor 21 Tagen) @ frank_le

Die Kosten im Betrieb sind ebenfalls deutlich geringer. Da die DB aber die Stationskosten erstattet bekommt (und prozentual Gewinn abziehen darf) wird immer die teuerste Bauweise gewählt.

So einfach ist das.

Deiner Logik ist da aber nicht zu folgen.
Deiner These nach spielen die Kosten keine Rolle, da die DB sie ja eh erstattet bekäme.
Also müsste danach ja eben nicht immer die teuerste Bauweise gewählt werden, sondern die beste.
Und die beste wäre ja Deiner Ansicht nach die Rampen.

So einfach ist das.

Zur Klarstellung:

Die Investitionskosten des stufenfreien Zugangs (Rampe/Aufzug/..) stellt nicht die DB bzw. nur zu einem sehr geringen Anteil (etwa 10% in den vergangenen zehn Jahren).
Investitionen des Bundes werden bei der DB nicht bilanziert, die DB hat hierauf keinen Anspruch auf Gewinn. Sie darf schlichtweg keinen Gewinn darauf erzielen. Das wird strikt kontrolliert.
Mit den Trassenerlösen bzw. Stationskosten wird der laufende Aufwand finanziert, die Instandhaltung. Auch diese wird streng kontrolliert und ggf. hart sanktioniert.

Die Art der Ausgestaltung des Zugangs zu den Bahnsteigen entscheidet letztendlich selten die DB selbst.
Das geschieht in Abstimmung mit dem Bund, der Länder, als auch vor allem mit den Kommunen direkt vor Ort.
Aktuell ist das sehr schön mit zu verfolgen im Rahmen der Planung der FBQ-Anbindung.

Die Bahn bekommt "Planungskosten" pauschal bei den Investitionen erstattet. Je höher der Invest desto mehr bleibt hängen.

Die Planung bei Modernisierungen (Wie oft werden neue Strecken gebaut?) kommt im Erstaufschlag von der DB. Keiner wird weniger Aufzüge in der Beteiligung fordern.

Der Eigenanteil bei den Investitionen liegt meist bei 0% -10%.

Der Bereich Station&Service überweist jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag an den Konzern. Kein Gewinn sieht anders aus.

Die DB selbst ist auch nur Vorhabenträgerin im Auftrage des Bundes. Die eigentlichen Planungsleistungen werden in der Regel fremd vergeben. Da entstehen fixe Planungskosten. Diese werden insgesamt pauschal im Vorfelde kalkuliert in etwa in Abhängigkeit zu dem projektierten Gesamtwertumfang, ja.
Daraus lässt sich nun aber sehr schwer eine Motivation herausziehen, die Gesamtkosten extra in die Höhe zu ziehen. Das ist sehr weit hergeholt. Den Job haben die Mitarbeiter ja eh sicher und die Arbeit ja erst recht (bei 170 Mrd Euro Investitionen ins Netz in den nächsten Jahren). Ihnen sitzt aber tagtäglich die Rechnungsprüfung im Nacken. Da leiste Dir mal derlei Scherze.

bei benannter FBQ-Anbindung werden sehr viele neue Stationen geplant. Für weitere Vorhaben ist der Blick in den Bedarfsplan wie auch Projekte der LuFV hilfreich, s.o.
Der Tenor liegt wenn denn in weniger Aufzüge und stattdessen Rampen, s.o.
kommt halt auf den Einzelfall an. Auch die DB wird eben nicht im Erstaufschlag strikt mit Aufzügen ankommen.

dito.

Wir haben eine strikte Trennung zwischen Netz und Betrieb, gesetzlich geregelt und unter strikter Kontrolle.
Es finden keinerlei Transfers von Bundesmittel für die Infrastruktur hin zu EVU-AGs des DB Konzerns statt.
Sämtliche Gewinne der Infrastrukturunternehmen der DB AG werden zu 100% an den Bund abgeführt und sofort reinvestiert in das Netz des Bundes (Finanzierungskreislauf 2.0).


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