CH: Rennbahn BE-ZH? (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Donnerstag, 22.07.2010, 00:24 (vor 5741 Tagen) @ Oscar (NL)

Nur so meine Vermutung: die heutige Strecke BE-ZH ist noch nicht am Rande der Kapazität.

Das ist korrekt - aber die Rennstrecke führt von Bern nicht bis Zürich, sondern nur bis Olten. Ab da hat's einige zweispurige Engstellen mit Güter- und Regionalverkehr, welche Viertelstundentakt verhindern.

Und sollte die Strecke das dennoch sein, dann gibt es wohl billigere Lösungen als eine 320 km/h Rennbahn.

Tunnels zum Vierspurausbau sind Teil von der nächsten Bahnprojekte und kosten zusammen knapp 2 Mrd EUR.

Dafür kann man aber in CH viele Inlandsrelationen beschleunigen, was in NL kaum oder nicht möglich ist.

Das ist der grösste Vorteil der vorgeschlagenen Strecke: Praktisch jeder IC könnte sie benutzen: Zürich-Basel (hat eine Abzweigung), Zürich-Biel und Zürich-Bern-Lausanne/Zürich-Bern-Interlaken können alle über die neue Strecke geführt werden. Sie wäre also gut ausgelastet.

... die existierende 200 km/h-Strecke Mattstetten-Rothrist, welche auf 320 km/h ausgebaut werden könne.


Das wage ich zu bezweifeln.

Ich auch. Die Kurvenradien mögen passen, aber die Tunnel sind zweispurig. Die Italiener machen sowas zwar auch mit 300 km/h, aber ich gehe davon aus, dass dort die Tunnelquerschnitte grösser sind (weiss das jemand?).

Allerdings betrifft das nur 7 Zugpaare pro Tag. Bei Bern-Zürich durfte es sich um mindestens 4 (aber wohl 6 oder 8) Zugpaare pro Stunde handeln.

Über diese Strecke würden sicher von Anfang an mindestens 8 Zugpaare pro Stunde fahren: Viertelstundentakt Bern sowie Halbstundentakt Biel und Basel.

In September erprobt NS wieder den 10-Minutentakt Eindhoven-Amsterdam.

6 Züge pro Stunde auslasten schafft man bei der geringeren schweizerischen Bevölkerungsdichte leider nicht. Auf der aktuellen Infrastruktur eh undenkbar: Unsere Regionalbahnen haben viel kürzere Haltestellenabstände und behindern den Fernverkehr stark.

Das Projekt ist kaum etappierbar. Eine Reduktion auf 50 oder 40 Minuten bringt so gut wie nichts, es müssen unter 30 sein.


2. Beschleunigung Bern-Zürich auf 45 Minuten. Man erreicht zwar nicht alle Anschlüsse, aber immerhin noch viele.

Auch das ist kaum etappierbar: Die Neubaustrecke verläuft weit südlich der aktuellen Strecke, der Anschluss einer ersten Etappe lohnt sich nicht.

45 Minuten Fahrzeit sind nicht problemlos: Viele Züge (mit weniger als Viertilstundentakt) kommen zur vollen Stunde nach Zürich, dann ist man um .45 in Bern. Wenn Bern weiterhin ein Knoten zur vollen Stunde bleibt, muss man ca. 20 Minuten auf den Anschluss warten und er ganze Zeitgewinn ist weg.

Wenn schon, dann müsste man das gesamte Knotensystem umstellen - könnte machbar sein, wenn man einfach alle Bahnhöfe westlich von Zürich um 15 Minuten verschiebt. Interessant wäre schweizweiter Fahrplanvorschlag mit dieser 45-Minuten-Neubaustrecke. Da würden dann wohl auch Züge mit einer moderateren Höchstgeschwindigkeit ausreichen.

Hier sieht man übrigens einen der Nachteile des ITF: Geringe Fahrzeitverbesserungen können nicht sinnvoll ausgenützt werden, es müssen mindestens 15 Minuten zwischen zwei Knoten sein, bei Stundentakt sogar 30.


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