Weltferne und Überforderung von Entscheidern und Politik. (Allgemeines Forum)

gnampf, Freitag, 20.05.2022, 17:45 (vor 1462 Tagen) @ Der Blaschke

Aus Sicht der DB FV ist die Anerkennungsverweigerung völlig logisch. Man bekommt keine Ausgleichszahlungen. Dafür hat man u.U. Fahreinnahmenverlust, weil potentielle FV-Kunden auf das 9-€-Ticket ausweichen.

Äh... nö? Wollte man selbst mehr Tickets verkaufen, und hätte die Hoffnung, dass das auch klappt, denn würde man gar keine NV-Fahrkarten anerkennen. Und ansonsten: wozu Ausgleichszahlungen? Bei den meisten Verträgen erhält das EVU auch die nächsten 3 Monate keinen Cent weniger, sondern womöglich sogar mehr. Hängt ja ganz davon ab, wie sie bezahlt werden, ob nach Zug- oder Personenkilometer, oder ob sie die Ticketeinnahmen selbst behalten. Nur in letzterem Fall müssten auch Ausgleichszahlungen ans EVU gehen. Und da könnte dann auch DB FV die Hand beim Bund (oder eher beim Land) aufhalten. Was aber wohl eher nicht geht: einfach sagen "nö, das Ticket erkennen wir nicht an", wenn der Aufgabenträger sagt "doch, tut ihr, ist Teil vom Vertrag weil hier gültiges ÖPNV-Ticket".

In der Theorie ist das also alles logisch.

Nö, nichtmals in der Theorie ist das logisch.

Nur braucht sich in den Chefetagen ja niemand über die praktische Umsetzung und die Wirkung an der Front Gedanken machen.

Wenn die Züge so voll werden, wie alle prognostizieren, dann wird man dort eh niemand offizielles mehr sehen.

In einer aktuellen Pressemitteilung der LNVG - Bestellerorganisation Niedersachsens - wird erwähnt, dass zwar das 9-€-Ticket nicht gilt, aber andere Tickets weiterhin. Wie z.B. das Schöne-Wochenende-Ticket ...

Siehste, dann wäre es eine Sache des Aufgabenträgers. Und da sollte dann der Bund einschreiten und sagen "so war das nicht gedacht!"


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum