Vorurteile aufwärmen (Allgemeines Forum)

heinz11, Montag, 19.10.2020, 10:34 (vor 45 Tagen) @ Christian_S

Hallo
Ob Studenten wirklich viel zur Verbreitung beitragen? Auffallend ist ja, dass gerade Jena als typische Studentenstadt (und sehr großzügigem Semesterticket) monatelang Null Neuinfektionen hatte und auch aktuell sehr gut dasteht.


Richtig. Solange Feierlichkeiten in geschlossenen Räumen und auch sonst größere Menschenansammlungen vermieden werden ist das Infektionsrisiko deutlich geringer. Vor allem, wenn die Hygieneregeln eingehalten werden.

Wenn die Hygieneregeln eingehalten werden, ist das größte Risiko schon gebannt. Die Teilnehmerzahl ist dann nicht mehr so entscheidend.

Dagegen ist nie der Eindruck entstanden, dass sich auch sonst die Hotspots mit Universitätsstädten decken. Grober Eindruck, gibt es überhaupt Untersuchungen dazu, welche sozialen Gruppen am stärksten die Pandemie treiben?


Mir ist in Thüringen aufgefallen, das das religiöse Eichsfeld eine deutlich höhere Infektionsrate hat als die meisten anderen Regionen. Das deckt sich mit dem, was wir auch hier in Israel haben: Städte mit vorrangig religiöser Bevölkerung haben höhere Infektionszahlen. Meines Erachtens nach deshalb, weil in diesen Gesellschaftskreisen Traditionen und "Verpflichtungen" über dem Gesundheitsschutz stehen, also in der Regel auf größere Feiern wie Hochzeiten, Taufen etc nicht verzichtet bzw die Teilnehmerzahl kaum reduziert wird.

Na, da muß man schon etwas differenzieren. Das die Eichsfelder deutlich religöser sind, ist unbestritten. Und auch die Widerspenstigkeit gegen behördliche Vorgaben dürfte etwas höher sein. Aber die Situation in Israel ist nochmal eine deutlich andere. Zum einen sind die religiösen Bindungen stärker und zum anderen meinen sehr viele ultraorthodoxen Juden, Sonderregelungen für sich beanspruchen zu dürfen, auch und gerade in Bezug auf die Staatsräson.

Fast alle Pfarreien, die ich kenne, setzen die Hygienekonzepte straff durch, notfalls auch per Hausrecht. In anderen Regionen als Mitteldeutschland muß man sich vorher sogar verbindlich anmelden und kommt ohne Bestätigung nicht in den Gottesdienst hinein. Nicht zu vergessen, daß die beiden großen Kirchen bereits einige Zeit vor dem Lock down das Verbot von Gottesdiensten und ähnlichen religiösen Feiern sowie Gesangs- und Blasinstrumentverbote verfügt haben.


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