Schwachsinn pur! (Allgemeines Forum)

ThomasK, Sonntag, 26.06.2016, 13:00 (vor 3725 Tagen) @ Henrik

dort ist nichts von einer Änderung zu lesen, sondern von der Trassierung für 300 km/h.


Es wurde die Behauptung aufgestellt, dass die NBS Ebensfeld - Erfurt nicht auf ganzer Länge für 300 km/h trassiert sei. Diese Behauptung habe ich widerlegt.

Ich weiß aber, dass man kurz nach der Wende andere Vorüberlegungen hatte. Die NBS Ebensfeld - Erfurt war ohnehin nur dritte Wahl. Erst nach der Intervention von höchster politischen Ebene hatte man sich überhaupt erst mit dieser Strecke befasst.

Die erste Wahl, eine NBS Nürnberg - Hof - Altenburg / Tharandt, also eine Y-Lösung, wäre gegenüber der NBS Ebensfeld - Erfurt haushoch überlegen gewesen. Sie hätte nicht nur die Beförderungszeit zwischen München und Berlin ebenfalls auf 3:45 Stunden gesenkt, sondern auch die Relation München - Dresden mit einer Beförderungszeit auf unter 3 Stunden gewaltig aufgewertet und die Verbindung Nürnberg - Prag deutlich beschleunigt, weil nicht nur bei Bayreuth, sondern auch bei Hof / Marktredwitz eine Streckenverknüpfung mit der Bestandsstrecke vorgesehen war. Da zudem Westsachsen bei weitem dichter besiedelt ist als der Thüringer Wald hätte sich zudem auch der Regionalverkehr besser gerechnet.

Warum trotz aller verkehrsplanerischen Überlegenheit der NBS Nürnberg - Hof - Altenburg / Tharandt gegenüber der Strecke Ebensfeld - Erfurt, dennoch die dritte Wahl gebaut wurde, ist hinreichend bekannt.

Die Wirtschaftlichkeit musste gegeben sein, ansonsten hätte die NBS nicht finanziert werden dürfen. Der Nachweis wurde erbracht.

Bei der Standardisierten Bewertung wurden bewusst zu niedrige Kosten angesetzt, um diese durchdrücken zu können. Außerdem wurde in der Standardisierten Bewertung der Nutzen für den Güterverkehr von täglich 90 Zügen eingerechnet und zudem ZUSÄTZLICH zur ICE-Linie ein 200 km/h schneller RE unterstellt, der zwischen Nürnberg und Erfurt stündlich fährt und mit Zwischenhalten in Erlangen, Bamberg, Coburg und Ilmenau knapp 90 Minuten unterwegs ist. Für die ICE-Züge wurde zwischen Nürnberg und Erfurt eine Fahrzeit von 66 Minuten unterstellt, die weit verfehlt wird.

Nachdem man mit völlig unrealistischen Annahmen die Strecke Ebensfeld - Erfurt in der NKU über 1 hochfrisiert hatte, schmeisst man selbstverständlich alles über den Haufen. Die Güterzüge brauchte man nur, um eine frisierte Standardisierte Bewertung mit einem imaginären Nutzen für nicht existierende Güterzüge präsentieren zu können, denn es war klar, dass im direkten Vergleich die NBS Ebensfeld - Erfurt der NBS Nürnberg - Hof - Altenburg / Tharandt haushoch unterlegen sein würde. Genau aus diesem Grund hatten die politischen Seilschaften eine NKU für die NBS Nürnberg - Hof - Altenburg / Tharandt gleich von Anfang an blockiert, denn dann hätte man Ebensfeld - Erfurt nicht mehr durchboxen können.

Für Nahverkehr sind die Bundesländer zuständig.


Das ist zwar richtig, aber es geht hier um die NKU, um die Strecke überhaupt bauen zu können.

Thüringen hat erklärt, dass sie kein Nahverkehr auf der NBS bestellen will.

Noch einmal:

Mit nur einem ICE pro Stunde und Richtung, der dann auch noch wesentlich länger unterwegs ist als 66 Minuten, wird der Nutzen dieser Strecke bei weitem nicht den Aufwand rechtfertigen.


Stuttgart 21 und Zweite Stammstrecke lassen grüßen.

Würde man zwischen Ebensfeld und Nürnberg den geplanten Güterzugtunnel ICE-tauglich bauen, eine Umfahrung Bamberg bauen und die Strecke zusammen mit einer für 300 km/h trassierten NBS Nürnberg - Würzburg entlang der A3 bauen, dann könnte man zwischen Nürnberg und Erfurt mit einer Fahrzeit von nonstop 59 Minuten Fahrzeit und zwischen Nürnberg und Würzburg mit 28 Minuten Fahrzeit gerade so eben noch einen ITF schaffen mit Vollknoten in Nürnberg, Würzburg und Erfurt.


nach "von Wirtschaftlichkeit verstehen" liest sich das nicht gerade.


Nur dann, wenn der Quotient aus ZUSATZnutzen (Mitfall - Ohnefall) dividiert durch ZUSATZaufwand (Mitfall - Ohnefall) > 1,00 ist, kann die Strecke gebaut werden.

Will man also eine Strecke durchboxen, so frisiert man den ZUSATZaufwand nach unten und den ZUSATZnutzen nach oben. Also wurden auf den NBS Ebensfeld - Erfurt etliche Güterzüge und 200 km/h schnelle RE unterstellt, die jetzt nicht fahren. Und die Fahrzeit von 66 Minuten zwischen Nürnberg und Erfurt, die Grundlage für die Standardisierte Bewertung war, um den Reisezeitnutzen monetarisieren zu können, wird auch nicht erreicht.

Um teure Projekte realisieren zu können, sind also Synergieeffekte notwendig. Die NBS Ebensfeld - Erfurt hat - im Gegensatz zur NBS Nürnberg - Hof - Altenburg / Tharandt - keine Synergieeffekte. Das gilt insbesondere bei bei so einem grottenschlechten und kundenfeindlichen Betriebskonzept.

Stuttgart21 ist kein Bundesprojekt, keine finanziellen Mittel.

Blödsinn.

Abgesehen davon, dass sich der Bund neben dem Land Baden-Württemberg sehr wohl an der Finanzierung von Stuttgart 21 beteiligt, ist die Deutsche Bahn zu 100 % ein Bundesunternehmen. Der Vorstand wird durch den Aufsichtsrat, den der Bund zur Hälfte bestimmt, kontrolliert.

Stattdessen hat Merkel sogar Stuttgart 21 noch unterstützt. Soweit ich mich erinnere, sprach sie sogar noch davon, dass Deutschland unregierbar sei, wenn Stuttgart 21 nicht gebaut würde. Es darf gelacht werden.

Ich gebe dir dringend den Tipp, dich mal ausgiebig mit politischen Strukturen und politischen Seilschaften zu beschäftigen, denn offenbar hast du keinen blassen Schimmer, wie politische Entscheidungen in Deutschland zustande kommen.


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