Schwachsinn pur! (Allgemeines Forum)

Henrik, Samstag, 25.06.2016, 19:09 (vor 3726 Tagen) @ ThomasK

Könntest Du hierfür auch nur eine _seriöse_ Quelle angeben. Vor allem bitte auch dazu, dass die Trassierung südlich des Abzweigs Coburg überhaupt 300 km/h zulassen würde. Oder überhaupt, dass die Strecke für 300 km/h trassiert wurde, und nicht erst nachträglich untersucht wurde, wo es für 300 km/h reicht?

Vielen Dank dafür.

In den ersten Vorüberlegungen war zwar lediglich eine Trassierung von 250 km/h angedacht, aber dann entschied man sich bereits in der Vorplanungsphase die Strecke Ebensfeld - Erfurt auf 300 km/h zu trassieren.

http://mgrobe2.free.fr/nbserfurtnuernberg.pdf

(Seite 9, Kapitel 4)

dort ist nichts von einer Änderung zu lesen, sondern von der Trassierung für 300 km/h.

Die Änderung der Entwurfsgeschwindigkeit von 250 km/h auf 300 km/h wurde immer wieder bestätigt. Hier die Mitteilung auf der offiziellen URL:

http://www.vde8.de/Die-Neubaustrecke--NBS--VDE-8-1-Ebensfeld-----Erfurt--------_site.si...

der Link führt auf die Überblick-Seite des Projektabschnitts,
http://www.vde8.de/de/vde-81-neubau/ueberblick

Es bleibt dabei: Im Hinblick darauf, dass die ICE nur stündlich fahren werden, ist es ein totaler Witz, dass man nicht zusätzlich einen 200 km/h schnellen RE ebenfalls stündlich fahren lässt, der mit Zwischenhalten in Erlangen, Bamberg, Coburg und Ilmenau in knapp 90 Minuten von Nürnberg nach Erfurt unterwegs ist.

es steht jedem EVU frei, dort einen Betrieb mit 200 km/h durchzuführen.

Schaut man sich die Kapitalkosten dieser Strecke an und vergleicht sie mit den Grenzkosten für eine Zugfahrt und dem Investitionsbedarf für die Neubeschaffung von 200 km/h schnellen RE-Zügen, dann muss man feststellen, dass die Bundesregierung von Wirtschaft nichts versteht - davon aber jede Menge.

Die Wirtschaftlichkeit musste gegeben sein, ansonsten hätte die NBS nicht finanziert werden dürfen. Der Nachweis wurde erbracht.
Für Nahverkehr sind die Bundesländer zuständig.

Im Hinblick darauf, dass die Regionalisierungsmittel erfreulicherweise nun um 200 Millionen € für die neuen Bundesländer erhöht werden, bleibt zu hoffen, dass irgendwann doch noch ein 200 km/h schneller RE mit Neufahrzeugen zwischen Nürnberg und Erfurt stündlich über die NBS unterwegs ist, weil Thüringen dann nördlich von Coburg den RE finanziert.

Die Regionalisierungsmittel sind um 199 Millionen € für die neuen Bundesländer erhöht worden, eine Million erhält das Saarland.
Diese Erhöhung hatte nicht den Hintergrund, den jeweiligen neuen Bundesländern mehr Geld zu Verfügung zu stellen, sondern kein Bundesland sollte künftig weniger Mittel erhalten als aktuell.
vgl.
http://www.eurailpress.de/news/politik/single-view/news/reg-mittel-mehr-gelder-und-vert...

Thüringen hat erklärt, dass sie kein Nahverkehr auf der NBS bestellen will,

Regionalverkehr Richtung Erfurt über die Neubaustrecke wird es nicht geben. Die rot-rot-grüne Landesregierung von Thüringen lehnt die Bestellung eines Regionalexpress ab, zwischen Coburg und Erfurt gibt es überdies keinen einzigen Bahnhof.

http://www.insuedthueringen.de/lokal/sonneberg_neuhaus/sonneberg/ICE-Coburg-Nur-drei-St...

zudem..

Verschärft werde die Situation Thüringens durch die neue ICE-Strecke, die das Land zwinge, auf den bisherigen Fernverkehrsstrecken in erheblichem Umfang zusätzlichen Nahverkehr zu bestellen und allein zu finanzieren. „Schon mittelfristig drohen daher Einschnitte in das vorhandene Fahrplanangebot“, sagt Schlosser.

http://www.otz.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Wegen-Fluechtlingskompromiss-droht-Ka...

Würde man zwischen Ebensfeld und Nürnberg den geplanten Güterzugtunnel ICE-tauglich bauen, eine Umfahrung Bamberg bauen und die Strecke zusammen mit einer für 300 km/h trassierten NBS Nürnberg - Würzburg entlang der A3 bauen, dann könnte man zwischen Nürnberg und Erfurt mit einer Fahrzeit von nonstop 59 Minuten Fahrzeit und zwischen Nürnberg und Würzburg mit 28 Minuten Fahrzeit gerade so eben noch einen ITF schaffen mit Vollknoten in Nürnberg, Würzburg und Erfurt.

nach "von Wirtschaftlichkeit verstehen" liest sich das nicht gerade.

Das setzt aber voraus, dass gemäß dem Schweizer Standard in Deutschland vernünftig geplant wird - etwas, was derzeit ganz sicher nicht gegeben ist.

Standards von andernorts blind zu kopieren hört sich nicht gerade intelligent an, insbesondere hier.
Die Vorgehensweise, die Art an sich, die ist interessant und hat man ja auch entsprechend übernommen.

Immerhin hat es Merkel vor ein paar Wochen in Erstfeld selbst erlebt, wie in der Schweiz geplant wird und was für einen Scherbenhaufen sie in Deutschland hinterlässt (Stuttgart 21, kein ITF, keine Trassenpreisgrenzkosten, keine Trennung von Netz und Betrieb usw.).

Stuttgart21 ist kein Bundesprojekt, keine finanziellen Mittel,
ITF gibts nahezu flächendeckend im NV in Deutschland, auf dem Fernverkehr machts wenig Sinn, da gibt es andere sehr effektive Maßnahmen, sowie die Taktknoten
Trassenpreisgrenzkosten gibts, wird sehr streng kontrolliert,
die Trennung von Netz und Betrieb ist faktisch quasi Realität (zu beidem vgl. LuFV II).


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