Studie des Umweltbundesamtes (S21, SFS Nürnberg-Erfurt) (Allgemeines Forum)

ice-t-411, Freitag, 13.08.2010, 10:46 (vor 5780 Tagen)

Hi!

zur Info: http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2010-08/bahn-verschwendung-stuttgart21

(Konnte die Studie leider nicht als ganzes finden, wäre sicher auf Interessant.)

Zu Stuttgart 21 will ich hier keine Diskussion lostreten, da wurde wohl schon alles mehrfach gesagt und für den Güterverkehr ist es auch herzlich egal...

Die Richtung die das UBA einschlägt ist dafür natürlich interessant. Letztlich ist die Einschätzung, dass im Güterverkehr und Regionalverkehr viel größeres Potential liegt als im Hochgeschwindigkeitsverkehr, während ein Großteil der Investitionen in den letzten Jahren in letzteren floss.

Betrachten wir mal die Projekte der letzten Jahre:

SFS Hannover-Würzburg, Mannheim-Stuttgart: Auf der Bestandstrecke wurden Trassen frei, Güterverkehr nur von 22-6 Uhr und damit nicht im geplanten Maße

SFS Hannover-Berlin: Reiner Fernverkehrsanspruch über Güterverkehr ist mir nichts bekannt (Wikipedia spricht von einzelnen Zügen). Keine zusätzlichen Trassen auf ABS-Abschnitten, NBS-Abschnitt relativ kurz

SFS Frankfurt-Köln: Deutliche Entlastung Rheintalbahn, somit auch für den Güterverkehr entscheidende Vorteile

SFS Nürnberg-München: Bis jetzt kein Güterverkehr, teilweise Entlastung der Bestandsstrecke, die aber immer noch ein hohes Aufkommen besitzt. Keine Entlastung im ABS Abschnitt.

SFS Karslruhe-Basel: Hauptaugenmerk auf Güterverkehr durch 4-gleisigen Ausbau

SFS Nürnberg-Erfurt-Halle/Leipzig: Güterverkehr geplant, relativ geringe Fernverkehrauslastung geplant

SFS Wildlingen-Ulm: Strecke mit durchschnittlicher Steigung von 2,5% deutlich zu Steil für schweren Güterverkehr. Bestandstrecke ist ähnlich ungünstig

Zum Vergleich die größten Engpässe im Güterverkehr (laut DB Netz):
* Würzburg-Fürth: Bis jetzt kein Neu/Ausbauprojekt
* Nürnberg-Bamberg: Prinzipiell als Viergleisigkeit im VDE 8.1 enthalten, Baubeginn größtenteils unbestimmt verschoben
* Frankfurt-Hanau: Studie Mottgers-Spange
* Offenburg-Freiburg: in NBS Karlsruhe-Basel berücksichtigt.
* Hafenhinterlandverkehr ist bei DB Netz bis jetzt nicht direkt aufgeführt

Entwicklungsmöglichkeiten:
Falls die GATE-Signalisierung (bzw. eine Entsprechung für ETCS) zugelassen wird, dürfte einem Mischverkehr auf den Alt-SFS und auch auf Nürnberg-Ingolstadt und Nünberg-Erfurt nicht mehr im Wege stehen, was zumindest zu Randzeiten zu deutlich besserer Streckenauslastung führen sollte.

Ein Ausbau der Strecke Fürth-Würzburg wird auf Dauer unausweichlich werden, selbst wenn sie durch das VDE 8.x evtl. über einige Nord-Süd und über die Ausweichstrecke Schweinfurt-Bamberg-Nürberg (bei 4-Gleisigkeit)in Ost-West-Richtung entlastet werden kann.

Wie ist eure Meinung dazu? Ist eine weitere Fokussierung auf den Schnellverkehr überhaupt noch sinnvoll oder sollte Umweltpolitisch tatsächlich der Güterverkehr in der Planung Vorrang haben?

Johannes


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