Sie sollen nicht zahlen, sondern sich einfach zurückhalten (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Montag, 04.03.2019, 19:48 (vor 2589 Tagen) @ flierfy
bearbeitet von Twindexx, Montag, 04.03.2019, 19:50

Hoi,

Natürlich wird es sie nie geben. In der Schweiz reicht einfach der Horizont nicht weit genug, um überhaupt die Notwendigkeit einer überregionalen Strassenverbindung zu sehen. Das macht es dann aber umso aberwitziger, wenn genau aus der Richtung der Vorwurf des Gartenzaundenkens kommt.

Die Notwendigkeit wird nirgends abgestritten. Die N4 IST eine überregionale Strassenverbindung.

Für eine moderne Infrastruktur muss man eben auch Opfer bringen. Sinnhaft wäre der Lückenschluss allemal, auch wenn du das noch so vehement abstreitest.

Nein, man muss keine unnötigen Opfer bringen. Der Lückenschluss wird von Schweizer Seite nicht abgestritten. Mit dem langfristigen Ausbau der N4 entsteht eben genau die gewünschte vierspurige Nationalstrasse zwischen der Grenze bei Thayngen und Winterthur. Der Unterschied ist, dass diese Lösung viel landschaftsverträglicher ist und damit vom Volk, dass unter Umständen darüber abstimmen könnte, auch breit akzeptiert wird.

Die Ortsdurchfahrt ist genau das Gegenteil von bedarfsgerecht.

Falsch, bedarfsgerechter geht es gar nicht mehr.

Statt ihn aussen herum zu führen zwängt man den Verkehr durch die Stadt durch und zerschneidet dort den urbanen Raum.

Nein, da wird nichts zerschnitten. Man sieht ja heute, dass die Nationalstrasse durch einen Tunnel führt und anschliessend gebündelt mit der Bahnstrecke entlang des Abstellbahnhofs geführt wird.

Im Tunnelbereich werden die zusätzlichen beiden Spuren einfach in einem weiteren Tunnel realisiert und im offenen Bereich neben der Bahnstrecke werden die zusätzlichen beiden Spuren unter den bestehenden Spuren hinkommen. Man fährt dann mit zwei Spuren pro Richtung also oben in die eine Richtung und eine Ebene darunter in die anderen Richtung. Somit bleibt im offenen Abschnitt der Platzbedarf identisch wie heute und von einer Betonschneise kann somit auch nicht die Rede sein.

Und für all das braucht man noch eine durchgehende Kette von Ingenieurbauwerken, die auf Dauer teuer im Unterhalt sind.

Diese Bauwerke kosten in der Summe immer noch weniger als eine komplett neue Nationalstrasse. Daher ist die N4-Lösung auch mit diesen Bauwerken immer noch günstiger als der komplette Neubau.

Trassierungsparameter werden nicht nur durch die Verkehrsstärke, sondern auch durch die Verbindungsfunktion einer Strasse bestimmt. Siehe RIN, RAA und RAL.

Das sind alles deutsche Reglemente. Wenn das autoaffine Deutschland meint, mehr Strassenfläche bauen zu wollen, als der Verkehr benötigt, dann bedeutet das nicht, dass man von deutscher Seite dies auch anderen Ländern vorschreiben kann. Das wäre nämlich arrogant.

Die N 4 erfüllt aber nicht die Anforderungen, die man an eine Strasse mit überregionaler Verbindungsfunktion stellt. Somit bleibt ein Lücke im überregionalen Strassennetz.

Falsch, die N4 erfüllt alle diese Anforderungern in bester Art und Weise. Vierspurige Nationalstrasse ist vierspurige Nationalstrasse, ob jetzt als Ausbau der bestehenden N4 oder als komplett neue Trasse macht überhaupt keinen Unterschied. Daher wählt man den Ausbau der N4, weil dieser für denselben Nutzen am wenigsten Kosten verursacht und auch noch am landschaftsverträglichsten ist.

Von einer Lücke im überregionalen Strassennnetz kann absolut keine Rede sein. Die Einstufung als Nationalstrasse sagt ja eben aus, dass es sich um eine überregionale Verbindung handelt. Ansonsten wäre es eine Kantonsstrasse.

Und nochmal: Auf deutscher Seite ist man mit dieser Planung einverstanden. Auch Deutschland plant den Grenzübergang der A81 langfristig am Ort des heutigen Zolls Thayngen/Bietingen. Bisher wurde der Lückenschluss von der A81 bis zur Grenze aber auch noch gar nicht im Bundesverkehrswegeplan angemeldet.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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