Sie sollen nicht zahlen, sondern sich einfach zurückhalten (Allgemeines Forum)

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Samstag, 02.03.2019, 23:23 (vor 2592 Tagen) @ flierfy
bearbeitet von Alibizugpaar, Samstag, 02.03.2019, 23:28

"Wir kümmern uns schon um unsere Bahn schon selbst. Da brauch ich keine abfälligen Kommentare aus der Schweiz dazu."

Der Kommentar ist nicht abfällig, er ist nachvollziehbar begründet. Und 'wir' kümmern uns??? Wo denn? Fast identische Wortmeldungen gibt es seit Jahren in deutschen Medien. Wir laufen mit unserer Eisenbahn immer nur hinterher und stopfen Löcher notdürftig. Und wenn wir uns kümmern, dann dauert eine Maßnahme gleich 30-50 Jahre. Die deutsche Politik kümmert sich eindeutig zu wenig um seine Bahn. Bis heute hat der Bundestag nicht einmal angefangen zu diskutieren, um am Ende fallabschließend zu entscheiden, welchen Weg Herr Lutz mit der DB generell einschlagen soll. Welches Ziel soll er verfolgen, wie lautet der politische Auftrag unter gesellschaftlichen Veränderungen (Verkehrswende)?


"Es ist eher umgekehrt. Wir sollten endlich aufhören, Verträge zu schliessen, die uns Lasten auferlegen, die anderen mehr nützen als uns selbst. Verkehrswege, die wir an die Grenze heranbauen, werden viel zu selten in gleicher Form weitergeführt."

Welche großartigen Verkehrswege meinst Du denn? Sowas wie Kleve - Nijmegen? Das kriege ich meist anders herum mit. Die Dänen würden den Belttunnel schon lange bauen. Die Rennstrecke von Paris/London über Brüssel bis westlich Aachen kann man eher schon bis Madrid rückverlängern. Da ist jedenfalls mehr los als was ab Aachen irgendwie über Essen oder Wupper nach Berlin als andauerndes Trauerspiel auch auf die nächsten Jahrzehnte geboten wird. Was bei uns aus der Not heraus von Köln nach Hamburg und (künftig) nach Berlin als 'Sprinter' bezeichnet wird ist nichts anderes als eine Mininmalkompromisslösung auf Basis von Mangelwirtschaft und Engpässen. Deutsche Fernzüge werden auch in 50 Jahren noch über die Rampen des Teutoburger Waldes schleichen. Nix mit NBS so weit das Auge reicht. Nicht mal strategische Vorausplanungen gibt es. Aber die Lkw-Oberleitung auf der Autobahn zwischen Mannheim und Frankfurt = ZACK war sie auf einmal da. Da sind 'wir' schnell. Warum kann man die polnische Oberleitung nicht das letzte kurze Stück bis Görlitz ziehen? Wo ist die Initiative auf unserer Seite? Görlitz ist der viel besser geeignete Umsteigebahnhof als die nackten einsamen Bahnsteige auf der anderen Neißeseite. Polen hätte sicher nichts dagegen.

Übrigens sind mir begründete Kommentare (positiv wie negativ) aus der Schweiz, Polen, Dänemark, Niederlande genauso willkommen als kämen sie aus Bayern, Brandenburg, Hessen oder Schleswig-Holstein. Willkommen im Europa der offenen Grenzen! Wir Europäer waren uns noch nie so nahe wie heute. Ich mag dieses Grenzdenken nicht mehr.

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797


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