Basel SBB - Biel/Bienne 60 Minuten (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Sonntag, 03.03.2019, 18:25 (vor 2591 Tagen) @ ThomasK

Hoi,

Soweit ich weiß, wird die Strecke Basel SBB - Biel/Bienne auch ausgebaut.

Wann aber die Kantenzeit Basel SBB - Biel/Bienne auf 60 Minuten wirksam wird, kann ich dir jetzt nicht sagen.

Derzeit ist bis und mit dem Ausbauschritt STEP 2035 keine Fahrzeitverkürzung vorgeshen. Die Fahrzeit wird sich mit dem Ausbau auf Doppelstock- statt Neigezüge erstmal noch leicht erhöhen. Längerfristig muss erstmal die Sitzplatzkapazität sichergestellt werden. Bis 2035 wird daher die Strecke durch den Jura auf Doppelstockprofil ausgebaut.

Bis 2023 wird im Abschnitt Grellingen-Duggingen die Strecke auf Doppelspur ausgebaut. Damit soll in einem ersten Schritt die Linie IC 51 zu einem durchgehenden Halbstundentakt verdichtet werden. Der zusätzliche Takt wird dabei direkt als stündlicher IC 51 (Genève-Aéroport-)Lausanne-Biel/Bienne-Delémont-Basel SBB verkehren und so den Jura und die Nordwestschweiz wieder stündlich umsteigefrei an die Westschweiz anbinden.

Wie ich schon schrieb kann man Biel/Bienne nicht so einfach vom 15/45-Knoten auf einen 00/30-Knoten drehen, weil dann auch Lausanne von 15/45 auf 00/30 kippt und es dann zwischen Bern und Lausanne nicht mehr klappt, da Bern - Lausanne erst in ein paar Jahren eine Kantenzeit von 60 Minuten haben wird.

Im Dezember 2026 wird die Reihe W zwischen Bern und Lausanne eingeführt. Damit wird die Fahrzeit um fünf Minuten von 66 auf 61 Minuten gesenkt. Zusammen mit dem Jurasüdfuss-Halbstundentakt, der mit einer Spitzkehre über Lausanne nach Genève geleitet wird, entsteht so der ganztägige Nonstop-IC-Viertelstundentakt Lausanne-Genève. Hier ist Kapazität erstmal wichtiger als der saubere Knoten. Im STEP 2035 wird dann der dritte Zug am Jurasüdfuss kommen, ein stündlicher IC Biel-Genève, der dann wieder den Bypass Bussigny nutzt und Lausanne auslässt. Weitere Fahrzeitverkürzungen zwischen Bern und Lausanne sind bis und mit STEP 2035 nicht vorgesehen.

Auch wird es noch eine Weile dauern, bis zwischen Zürich HB und Chur ebenfalls eine Kantenzeit von 60 Minuten wirksam wird.

Davon redet derzeit keiner mehr. Da drückt der Schuh an anderen Orten deutlich mehr.

Es kostet ein Schweinegeld, die Strecke am Walensee auf 200 km/h auszubauen, damit die Kantenzeit zwischen Zürich HB und Chur von 60 Minuten erreicht werden kann.

Ihr stellt euch das alles immer so einfach vor.

Und dieses Schweinegeld wird im STEP 2035 mit seinen dann hoffentlich 12.8 Mia CHF hauptsächlich in die drei Grossprojekte Brüttenertunnel, Zimmerberg-Basistunnel II und Ausbau Bahnhof Stadelhofen verballert. Mit den wahrscheinlich drei Grossprojekten Durchgangsbahnhof Luzern, Herzstück Basel und NBS Altstetten-Aarau wird auch der STEP 2040/45 schon grosse Einzelprojekte beinhalten, die damit einen grossen Teil vom verfügbaren Geld schlucken.

Geld ist eben nur das da, was pro Jahr im Fonds übrig bleibt nachdem der Unterhalt des bestehenden Netzes finanziert wurde. Auch wenn das pro Kopf ein weltweiter Spitzenwert ist, ist die reale Menge an verfügbarem Geld eben trotzdem begrenzt.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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