Doch - der miserable Ausbauzustand! (Allgemeines Forum)

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 03.03.2019, 14:38 (vor 2598 Tagen) @ ThomasK
bearbeitet von J-C, Sonntag, 03.03.2019, 14:41

Abgesehen von den viel zu kleinen Radien, die deutlich unter den für 160 km/h erforderlichen 1200 m liegen, ist sie auch teilweise noch eingleisig, weil Deutschland das zweite Gleis abgebaut hat.

Für Deutschland ist das einfach nur eine Nebenstrecke von periphärer Bedeutung. Für die Schweiz halt sieht's anders aus.

Und wenn Dank der Stuttgart 21 Ideologie jahrelang in Vaihingen Schluss ist, dann weiß man ohnehin, dass Deutschland ein hoffnungsloser Fall ist.

In Brno haben sie mal eben einen vor mehr als 100 Jahren abgetragenen Bahnhof im Zuge von Baustellen komplett neu errichtet, nennt sich Brno dolní nádraží. Er existiert nur, weil man den dortigen Hauptbahnhof nicht aus Süden her erreichen kann. Dann gibt es noch einen zweiten Bahnhof namens Brno-Židenice, heißt, man setzt auf 2 Bahnhöfe bei den Fernzügen während der Bauarbeiten in einer Stadt, die wesentlich kleiner als Stuttgart ist - einer davon existiert einzig und allein als Ausweichsbahnhof für den Hauptbahnhof - anfangs war er nur ein Provisorium, heutzutage durchaus ein moderner und gepflegter Bahnhof, der sogar über eine Unterführung verfügt.

scheint wohl nicht jeder von der tschechischen Kreativität beseelt zu sein...

Erst muss Deutschland die Gäubahn vernünftig ausbauen und erst dann kann man von den SBB für eigenwirtschaftliche Fernverkehre Trassengebühren verlangen. Ganz einfach.

Das ist nicht so einfach, man kriegt da draußen nur selten die Situation, dass man nur dann dafür zahlen muss, wenn die Qualität auch stimmt. Zumal ohne Trassengebühren finanziert sich auch nix. Das große Problem ist halt, dass die Verkehrspolitik in Deutschland soweit versagt hat, dass es sich eher lohnt, Infrastruktur verlottern zu lassen, anstelle sie regelmäßig in Schuss zu halten.

Aber kassieren und eine grottenschlechte Leistung bringen, geht gar nicht.

...wie bei der Roaming-Qualität von meiner A1-Wertkarte... urgh... sorry, aber sowas passiert in der Realität öfter als einem lieb ist - so ganz generell. Also das mit der Leistung.

Warum sollen die SBB über überhöhte Trassengebühren Spinnereiprojekte wie Stuttgart 21 quersubventionieren?

Würden sie das tun?

Und ich bin mittlererweile der Meinung angelangt, dass Stuttgart21 umgesetzt gehört...

...aber gleichzeitig der alte Bahnhof behalten werden soll. Seitdem ich mal wieder in Zürich gesehen habe, wie beides funktionieren kann, frage ich mich mal wieder, wieso sie immer von einer Entweder-oder-Situation ausgehen... Deutschland mag nicht unendlich Geld haben, aber bitte, man muss da doch nicht jeden Cent einzeln umdrehen, da kann man beides doch haben! Aber das scheint mit deutscher Logik nicht vereinbar zu sein...

Warum sollen die SBB überhöhte Trassengebühren bezahlen, wenn die DB Netz noch nicht einmal ihren Pflichten wie Winterdienst nachkommt. Beispielsweise musste die BOB 10 Tage lang den Betrieb zwischen dem 6. und 15. Januar 2019 einstellen, weil DB Netz zwar gut darin ist, Trassengebühren abzukassieren, aber schlecht darin ist, ihren Pflichten nachzukommen. Einer der beiden für das Oberland vorgesehenen Schneepflüge war längst verkauft und der andere kaputt. :)

Das ist dann das bessere Argument - zumindest im Winter.


Wäre ich bei der SBB, dann würde ich den Deutschen anbieten, eigenwirtschaftlich FV auf der Gäubahn zu fahren, wenn Deutschland erst einmal seine Strecke ausgebaut hat.

Und dann will aber die DB eigenwirtschaftlich FV auf der Gäubahn anbieten, weil sich dieser dann auch lohnt.

Außerdem würde die SBB das wohl nie tun, weil sie prinzipiell - und dazu ist sie glaub ich verpflichtet - auf Kooperationsverkehre setzt.


Man kann in einem Hotel auch nicht 5***** Preise verlangen, wenn der Wasserhahn tropft, die Betten nicht gemacht sind, es durch das Dach reinregnet und die Fenster klappern.

Ich hätte es mit einem Hotel verglichen, das bei Schlechtwetter vorsorglich schon zumacht, welches eher spartanisch ausgerichtet ist... das aber wenigstens noch eine nette Aussicht hat.

EDIT: Wie schon Holger2 sagte, in der Schweiz geht es oft auch nicht allzu schnell voran. Ich würde glatt behaupten, dass man geschwindigkeitsmäßig gar nicht so die Unterschiede hat...

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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