Das ITF-Korsett hat sich die Schweiz aber selbst gegeben (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Sonntag, 03.03.2019, 22:18 (vor 2590 Tagen) @ ThomasK

Hoi,

Abgesehen davon muss die Schweiz die NBS Lugano - Chiasso nebst Vierspurausbau Lugano - Chiasso in erster Linie mit Italien besprechen.

Im Ceneri-Basistunnel ist die Fortsetzung baulich vorbereitet. Und im Gotthard-Basistunnel ist die nördliche Tunnelverlängerung Uri Berg lang ebenfalls baulich vorbereitet.

Im Süden wird das ganze aber auch dadurch entschärft, dass man die Luinolinie miteinbezieht, welche für 750 m lange Güterzüge (Kreuzungsgleise) und ebenfalls 4 m Eckhöhe (Lichtraumprofil) ausgebaut wird. Dieser Ausbau findet derzeit auch südlich von Luino im Netz von RFI statt.

Wie dem auch sei, wenn die Schweizer Bevölkerung einen noch schnelleren Bahnausbau will, dann wird es irgendwann eine Volksinitiative geben, wo zum beschleunigten Bahnausbau eine Erhöhung des Benzinpreises um z.B. 10 Rappen pro Liter beschlossen wird, um das zusätzliche Geld in den Bahnausbau-Finanzierungstopf einzuzahlen.

Das hat bald mit Geld nicht mehr viel zu tun. Auf der Achse Zürich-Bern bewegen sich die Baurbeiten seit Jahren und auch noch die nächsten Jahre auf einem Niveau, welches den Reserven im Fahrplan gerade noch zugemutet werden kann. Derzeit ist das Wylerfeld und Olten-Aarau, in paar Jahren dann Wylerfeld und Mägenwil und dann kommt nach Mägenwil noch der grosszügige Ausbau vom Bahnhof Lenzburg (mehr Zirkulationsfläche für Reisende und 420 m Perronkanten). Diese Bauarbeiten müssen jetzt schon alle bis mindestens 2030 gestaffelt werden, weil die örtlichen baubedingten Langsamfahrstellen natürlich zu Lasten der Fahrplanreserven gehen.

Da ist irgendwo eine natürliche Grenze bei der Ausbaugeschwindigkeit erreicht, die mit mehr Geld nicht lösbar ist. Man muss schauen, wie politische Anreize zur Brechung der Verkehrsspitzen sich auswirken.
Die eine Möglichkeit sind die Sparbillette, deren verfügbare Anzahl zu den Hauptverkehrszeiten von vorne herein null beträgt. Wer zu den Hauptverkehrszeiten unterwegs ist, muss den vollen Preis zahlen und dem wird kein Sparangebot angeboten.
Die nächste Möglichkeit wären Anreize für Unternehmen, Home-Office zu begünstigen. Das würde dann auch die Pendlerspitzen entlasten.

Ein echtes Mobility Pricing, in dem jedem Verkehrsteilnehmer egal ob Auto oder Zug die tatsächlich von ihm verursachten Kosten verrechnet würden, hat im Moment jedenfalls keine Chance.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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