CH vs. D (Allgemeines Forum)

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 03.03.2019, 14:06 (vor 2590 Tagen) @ ThomasK
bearbeitet von J-C, Sonntag, 03.03.2019, 14:06

Verdammt, alles was der Mann da im Interview sagt sind Erfahrungen, die ich (wir) selber viel zu oft erleben. Der deutsche Schienenverkehr ist auf weiten Flächen eine einzige Mangel- und Gammelveranstaltung. (...)

Einmal hörte ich, als ich mit dem 612 unterwegs war, wie daneben sich zwei Schweizer unterhielten. Sie meinten, dass zum Glück in der Schweiz alles elektrifiziert sei. Solche anachronistische Zustände mit solchen Dieselfahrzeugen gäbe es in der Schweiz nicht. Der andere Schweizer meinte, dass Deutschland eine mächtige Autolobby habe, die auch die ganzen Dieselskandale vertuschen würde und sich Merkel zum Büttel der Autoindustrie macht, wenn sie die Vertuscherei der Autoindustrie deckt und somit die Interessen der Autoindustrie höher gewichtet, als die Gesundheit der Menschen.

Ich habe in das Gespräch nicht eingegriffen, denn was hätte ich auch anders machen können, als Deutscher zuzugeben, dass die Schweizer mit ihrer Analyse völlig richtig liegen.

Jo eh, ich war auch überrascht, als ich davon las, dass etwa die Elektrifizierung von Lübeck-Büchen-Lüneburg zu teuer wäre. Das ist "lustig", anderswo werden weit weniger frequentierte Strecken sehr wohl elektrifiziert, obwohl das manchmal auch teurer wäre...

Das regt mich auch immer auf, wenn die Verantwortlichen so tun, als müsste man in Deutschland jeden Euro zwei mal umdrehen..

Nein, ich kenne mich nicht in der Schweiz aus, mein Interesse an der Bahn verliert sich aus mir unerklärlichen Gründen etwa südlich einer gedachten Linie Mannheim - Dresden, ich bin ein Nordlicht.


Aber ich kenne mich als Münchner mit der Eisenbahn in der Schweiz aus und kann sagen, dass dort fast alles bei weitem besser läuft als bei uns.

Ich musste nur einmal durch die Schweiz fahren die letzte Woche, um zu sehen, dass man dort in vielerlei Hinsicht seinen Nachbarn überlegen ist...

Immerhin, ein Trostpflaster gibt es. Die Kilometertafeln in der Schweiz sind in der Tat der letzte Mist. Viel zu klein, nicht lesbar und dann kunterbunt durcheinandergewürfelt. Mal stehen sie am Boden, mal sind sie an den Oberleitungsmasten.

Und wenn ich ohne SwissPass eine Wochenkarte im Verkehrsverbund kaufen will, ist das in der Schweiz so kompliziert wie ein Gang zur Behörde. Während man dort Namen, Adresse und ein Foto vom Kunden verlangt, kriegt man so eine Wochenkarte in Österreich ohne weiteres mal eben am Automaten gezogen oder in paar Sekunden auf die App geladen.. Und billiger ist das selbstredend auch.

Ganz anders in Deutschland. Da sind die Kilometertafeln schön groß, fantastisch sichtbar, immer 1 - 2 Meter ÜBER dem Gleis befestigt und sehr gut zuzuordnen.

In dem Punkt könnten die Schweizer tatsächlich mal etwas von uns lernen.

Und in Punkto Aufenthaltsqualität in den Bahnhöfen können die Schweizer von Österreich was lernen.

Es gibt da einen Blogger, der regelmäßig mit Verweis auf Österreich die Bahnhhöfe in der Schweiz und gerne auch die Infrastruktur in der Schweiz moniert:

link

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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