Eisenbahn und Seilbahn müssen zusammenarbeiten (Allgemeines Forum)

ThomasK, Sonntag, 03.03.2019, 23:01 (vor 2590 Tagen) @ Twindexx
bearbeitet von ThomasK, Sonntag, 03.03.2019, 23:02

50% aller Autofahrten sind weniger als fünf Kilometer lang. Das ist auch meist nicht die Distanzen, womit die Eisenbahn etwas zu tun hat.

Dort, womit die Eisenbahn was zu tun hat, kommt man dann mehr oder weniger auf ähnlich grosse Anteile zwischen Autofahrer und Eisenbahn. Und je länger die Distanzen werden, desto besser steht die Eisenbahn da.

Auf den Städteverbindungen im Fernverkehr kommt die Eisenbahn teilweise auf Marktanteile von 80 bis 90% am Gesamtverkehrsaufkommen.


Grüsse aus der Ostschweiz.

Das Problem ist, das die Eisenbahn alleine mit der Netzbildung überfordert ist.

Meiner Meinung nach müssen Eisenbahn und Seilbahn zusammenarbeiten, wenn man im Gesamtkomplex den ÖV deutlich verbessern will.

Auch wenn die Schweiz einen sehr guten ÖV hat, finde ich als Verkehrsplaner, dass es immer noch wichtige Lücken gibt, wo man mit verhältnismäßig geringem Aufwand die Netzwirkung gewaltig verbessern kann.

Bekanntlich ist die Eisenbahn dort stark, wo die Seilbahn schwach ist (Geschwindigkeit, lange Wegstrecken) und die Seilbahn dort stark, wo die Eisenbahn schwach ist (große Steigungen, Hindernisse).


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Eine Frage, die ich mir als regelmässiger Zermatturlauber schon etliche Jahre stelle, ist, warum die SBB und die BLS nicht dadurch die Netzwirkung deutlich verbessern, indem sie z.B. vom Bahnhof Gampel-Steg nach Hohtenn eine direkte Luftseilbahn bauen.

Der Aufwand für eine Luftseilbahn Gampel-Steg - Hohtenn ist mit geschätzten 20 Millionen Franken doch recht überschaubar, aber der Nutzen sehr groß.

Die Eisenbahn tut sich zwischen Gampel-Steg und Hohtenn extrem schwer und muss einen riesigen Umweg über Brig nehmen, aber für die Luftseilbahn ist diese kurze Entfernung mit großer Höhendifferenz zwischen den beiden Bahnhöfen ein gefundenes Fressen. Da ist die Eisenbahn gegen die Seilbahn völlig chancenlos.

Für zahlreiche Destinationen beträgt die Reisezeitverkürzung volle 30 Minuten, was extrem viel ist.

Wenn in einer nächsten Ausbaustufe die Rhone-Eisenbahn auf 200 km/h ausgebaut ist, dann hat man zudem noch die Zeit gewonnen, um auch die IR in Gampel-Steg halten zu lassen.

Wie gesagt, die Eisenbahn alleine kann den Umweltverbund nicht schaffen. Sie muss durch Straßenbahnen, Elektrobusse und Seilbahnen in der Netzwirkung ganz massiv unterstützt werden, um das Ziel, den Autoverkehr zu halbieren, zu erreichen.


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