Äpfel und Birnen (Allgemeines Forum)

Höllentalbahn, Samstag, 02.03.2019, 01:59 (vor 2591 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von Höllentalbahn, Samstag, 02.03.2019, 02:00

Ich finde es fürchterlich, ja es macht mich innerlich wirklich rasend -und kann darüber leidenschaftlich werden-, wie schnell bei einer Kritik aus dem benachbarten Europa an Eisenbahn-Zuständen in Deutschland hier die Burgtore dicht gemacht werden und Sprüche fallen wie 'sollen die sich um ihren eigenen Kram kümmern' oder 'sollen die uns gefälligst bezahlen' und ähnlich.

Nö mir ging es nur darum dass wenn die Schweizer der Ansicht sind anderes Rollmaterial für Schaffhausen-Basel oder mehr 1.Klasse-Plätze zu benötigen diese doch selber bestellen sollen. Offenbar sah das Land Baden-Württemberg hier eine Priorität für mehr Sitzplätze in der 2.Klasse, einen Hublift für Rollstuhlfahrer und Fahrradstellplätze. Ist ja auch ihr gutes Recht bei einer von ihnen bestellten und bezahlten Leistung

Gilt das auch anders herum, wenn die SNCF bei ICE-Ausfällen mal wieder Ersatz-TGV stellen soll?

Ich bin mir sicher das DB Fernverkehr und die SNCF das bei ihrem Gemeinschaftsunternehmen entsprechend verrechnen werden.

Verdammt, alles was der Mann da im Interview sagt sind Erfahrungen, die ich (wir) selber viel zu oft erleben. Der deutsche Schienenverkehr ist auf weiten Flächen eine einzige Mangel- und Gammelveranstaltung. Man lese sich doch mal die Reiseberichte im Süden Ba-Wü's durch. Ich habe im vergangenen Spätsommer selber auch berichtet. Es war weit derber als nur durchwachsen! Halbe Zugstärke, gelb bezettelte gesperrte Türen, daraus resultierende Verspätungen und zur Krönung noch ein flotter Spruch des Tf zu zusteigenden Radfahrern. DER konnte froh sein, daß mir der Weg nach vorne wegen Überfüllung versperrt war. Dem hätte ich ein Feedback auch durch die geschlossene Führerstandstür gegeben. Das war unverschämt! Gerne reiche ich Datum und Zugnummer nach.

Das DB RAB eine erbärmliche Leistung abliefert habe ich nicht bezweifelt. Deine Meinung zum Süden BaWüs kann ich hingegen nicht teilen, DB Regio Südbaden erbringt hier eigentlich ziemlich gute Leistungen und ich pendele täglich mit denen...

Die Kritik an den zu langen Fahrzeiten von Zürich nach Stuttgart lese ich auch als einen Appell an DB Fernverkehr sich wieder auf ihr Kerngeschäft zu besinnen. Fern, qualifiziert, schnell statt Regionalverkehr zu spielen. Gibt es den angesprochenen Vertrag von Lugano zu den 2,5 Stunden oder ist das nur eine Einbildung?

Dazu hatte ich nichts geschrieben, daher verstehe ich nicht gegen wen dieser Vorwurf gehen soll...

- Sie haben in Berlin auch Vertreter der Deutschen Bahn getroffen.
"Ich hatte das Gefühl, dass die Deutsche Bahn etwas ratlos ist. Sie hat zu viele Probleme und zu viele Hüte auf, so dass sie ganz vergisst, dass sie eine Bahngesellschaft ist. Dazu kommt, dass die Politik zu wenig bereit scheint, das Bahnnetz zu verbessern."

Das sagt doch alles und deckt sich mit unzähligen Stimmen hier in Deutschland. Wie kann man unangenehm berührt sein, wenn einem das eigene Spiegelbild vorgehalten wird "Leute, kümmert euch endlich um eure Bahn"? Das stimmt doch von A bis Z!

Nein, ich kenne mich nicht in der Schweiz aus, mein Interesse an der Bahn verliert sich aus mir unerklärlichen Gründen etwa südlich einer gedachten Linie Mannheim - Dresden, ich bin ein Nordlicht. Ergo kann ich mich zu möglicherweise kommenden Schweiz-Gegenbeispielen nicht äußern. Aber die Worte der Herrn Hurter gefallen mir sehr!

Ich habe schon oft geschrieben, daß ich mich aufrichtig darüber wundere, daß unsere Nachbarländer überhaupt noch Lust verspüren mit Deutschland irgendwelche Verträge in Sachen Eisenbahnverkehr zu schließen. Die wissen doch vorher, daß sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am langen deutschen Arm verhungern werden.


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