Hybridzug oder bimodaler Zug? (Allgemeines Forum)

numi, Mittwoch, 11.11.2015, 23:24 (vor 3800 Tagen) @ Oscar (NL)

Das mit den Bezeichnungen für diese Züge ist so eine Sache für sich.

Der Begriff "bimodal" bezieht sich im Verkehrswesen eigentlich auf etwas völlig anderes. Er wird beim Modal-Split (also dem "Marktanteil der Verkehrsträger") verwendet. Ein "bimodaler Split" bezieht sich auf den Marktanteil von PKW und ÖV, die anderen Vekehrsträger werden nicht betrachtet. Ein "multimodaler Split" wird verwendet, wenn zusätzlich auch noch Fußgänger, Radfahrer, usw in den Modal-Split einfließen.

Wegen diesem Zusammenhang kann ein bimodaler Zug auch einen Zweiwege-Zug beschreiben. Also ein (Bau)Fahrzeug das sowohl auf der Straße sowie auch auf Schienen fahren kann.

Bimodal kommt wohl vor allem aus dem englischen. Dort git es auch das Kunstwort "bi-mode". Über weitere Bedeutungen hat man sich wohl keine Gedanken gemacht ;)

Mit Hybrid hat man das schon genannte Problem, dass eigentlich die gleichzeitige Verwendung von zwei Antriebsarten gemeint ist. Wenn man den Begriff wörtlich nimmt, kann aber durchaus auch für solche Züge passen. Der Duden definiert den Begriff so: "aus Verschiedenartigem zusammengesetzt, von zweierlei Herkunft; gemischt; zwitterhaft".

Der Begriff Hybrid wird sehr gerne für diese Züge verwendet. Stadler vermarktet den Flirt3 mit Elektro+Diesel als Flirt3 Hybrid. Auch Talgo verwendet für seinen T250 mit zusätzlichen Dieselmotoren die Bezeichnung Talgo 250 Hybrid.

Der traditionelle deutsche Begriff ist eigentlich Zweikraftlokomotive bzw. Zweikrafttriebwagen. Wahrscheinlich klingt dieser Begriff zu alt weshalb man nun nach neuen und modernen Begriffen sucht. Wenn man es aber sicher richtig machen möchte, ist man mit Zweikraft wohl ziemlich gut dabei.


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