NL: NS-Wagenzüge als Triebwagen-Surrogat. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 10.11.2015, 21:44 (vor 3811 Tagen) @ ALR997
bearbeitet von Oscar (NL), Dienstag, 10.11.2015, 21:46

ktmb:

In der aktuellen Drehscheibe wird über ein Projekt der Deutschen Bahn berichtet, welches die (1) Bestellung von bis zu 770 klassischen (2) Reisezugwagen für den Fernverkehr vorsieht.

218 466-1:

Die Zahl 770 erinnert m.M. zu sehr an das ICmod Programm, sodass ich weiterhin an eine Verwechslung glaube.

1. Bestellung, das ist nicht Umbau, nicht Refit, nicht Mod-Programm, nicht Redesign.

2. Klassische Reisezugwagen. Ich wiederhole: klassische Reisezugwagen. Ich wiederhole: klassische Reisezugwagen.
Damit durften also nicht die Dostos gemeint sein.

Selbstverständlich kann jemand sich verschrieben haben.

ktmb:

Im Jahr 2017 soll das dann eine Ausschreibung geben und ab 2022 sollen dann die ersten klassischen Reisezugwagen fahren. Verschiedene internationale und nationale Fernverkehrsverbindungen sollen damit bedient werden.

Gefährliches Wort, "soll(en)".
Beim Jahrhundertwechsel wurde bei uns ja auch behauptet, 2007 sollten zwischen Amsterdam und Brüssel nebst dem Thalys 250 km/h schnelle Züge fahren. Diese fahren heute immer noch nicht.

ALR997:

Man sollte allerdings beachten, dass die DB im IC(2)-Verkehr auch in Zukunft auf lokbespannte Züge setzt.

Irgendwie verstehe ich nicht, wieso das ausschlaggebende Pro-Argument für Lok+Wagenzüge noch niemals ausgespielt wurde: man kann Antriebseinheit und Fahrgasteinheit unabhängig voneinander entwickeln. Die meisten anderen Pro-Argumente kann man mit Triebwagen auch mehr oder weniger erreichen, aber dieses eine Argument nicht.
Nicht umsonst konnte gerade aus diesem Grund der TGV ein Erfolg werden, denn alle TGV-Versionen sind (bis auf dem Ur-TGV) Evolutionen von eheren TGV-Garnituren, wobei entweder die Antriebseinheiten oder die Wagenstrangen erneuert wurden, aber seltenerweise beide zugleich.

Vielleicht möchte man künftig beide Varianten einer Zuggarnitur - ein- wie zweistöckig - im IC(2)-Netz allgemein, oder gar linienübergreifend gemischt - und zusätzlich natürlich auch im EC-Verkehr - einsetzen.

Sollte das IC-NEU Konzept ein Erfolg werden, dann kann ich mich vorstellen, dass man auch Gegende abdecken möchte, wo 5 Dostos zu viel sind = wo man lieber 5 einstöckige Wagen einsetzt. Wie z.B. Köln-Eindhoven...:) Allerdings denke ich dann, dass Triebwagen wieder mehr Sinn machen, denn so verliert man wieder Bahnsteiglänge an die Lok.

Dies geschieht ja in der Schweiz bis zu einem gewissen Punkt auch, besser Vergleichbar ist die Situation dann wohl in (1) Belgien und (2) den Niederlanden, wo man allerdings wiederum vorrangig auf Triebwagen setzt.

Zu (1): das wäre mir neu. Nein, Belgien bietet im hochwertigen Fernverkehr fast nur Lok+Wagenzüge an: die I11 und M6-Garnituren. Die Gumminasen-"IC"s befahren eher zweiträngige Strecken oder Strecken mit stark wechselndem Fahrgastaufkommen (wo Triebwagen dann wieder klar im Vorteil sind und erst recht wenn die durchgängig begehbar sind).
Der Einsatz von Desiro ML als "IC" soll man nicht allzu ernst nehmen, denn diese Leistungen durften doch die Bezeichnung "IC" nicht haben (sogar nicht mit "").

Zu (2): was NS noch lokbespannt fährt, ist Surrogat.
- die nicht-redesignten DD-AR sind Surrogat für die noch auszuliefern FLIRT3 und Civities (die redesignten DD-AR haben ihre Lok(s) verloren und verkehren als DDZ/NID mit einstöckigem Triebwagen, es sind etwa unsere "IC-NEU").
- die ICRm-Garnituren die als IC Direkt verkehren, sind Surrogat für die noch zu beschaffen IC200-Triebwagen. Diese fuhren schon als Surrogat für die V250.

Übrigens möchte NS nicht nur dem Lok+Wagenzug, sondern auch (und erst recht) dem Dieselzug verabschieden.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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