330 km/h wird es nicht geben (Allgemeines Forum)

Bronnbach Bhf, Dienstag, 13.10.2015, 20:45 (vor 3814 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von Bronnbach Bhf, Dienstag, 13.10.2015, 20:47

Ich verstehe den Wunsch nach einer Rennstrecke zwischen Hamburg und Hannover, aber eine NBS mit Vmax 300km/h wird es nicht geben. Die Baukosten sind wesentlich höher als bei 250 km/h (Feste Fahrbahn vs. Schotterbett), der Verschleiß ist ebenfalls wesentlich höher als bei 250km/h, was sehr hohe Instandhaltungskosten nach sich zieht. Dies alles zieht die Wirtschaftlichkeit einer SFS stark nach unten. Hinzu kommt, dass der Fahrzeitgewinn nicht annähernd so hoch ist, wie man es vermuten könnte. 47 Minuten (300km/h) vs 52 Minuten (250km/h) rechtfertigen nicht die sehr viel höheren Baukosten. Da ist ein KNF von unter 1 nach den geltenden gesetzlichen Regeln fast sicher. Womit es kein Geld vom Bund geben wird. Selbst bei einem KNF von knapp über 1,0 wird es nichts werden. Denn ansonsten hätte man die Y-Trasse längst gebaut. Diese hatte einen KNF (nach alter Berechnung) von 1,2.

Eine NBS (egal ob für 200km/h, 230km/h oder 250km/h) entlang der A7 halte ich für ausgeschlossen. Diese wird es nicht geben. Eine Ausfädelung nördlich von Ashausen ist nicht möglich. Entweder weil die örtlichen Gegebenheiten (Wohnbebauung) es nicht zulassen, oder aber weil eine Anbindung vom RBhf Maschen nicht möglich ist. Und eine wie auch immer geartete SFS wird nur dann eine Chance auf Realisierung haben, wenn diese auch für den GV nutzbar ist. Dreh- und Angelpunkt für den GV ist nun mal Maschen. Also müsste man südlich von Ashausen ausfädeln. Um nach Westen zur A7 zu gelangen, muss man aber durch ökologisch wertvolles Gebiet (im Gegensatz zur NBS Ashausen-Suderburg bzw. Unterlüß). Anschließend bedarf es rund 120km Neubaustrecke, um bei Isernhagen in die Bestandstrecke (Celle-Hannover) wieder einzufädeln. Um diese SFS für den GV wirklich sinnvoll nutzbar zu machen, bräuchte man aber eine weitere GV-NBS als Verlängerung von Isernhagen entlang der A7 nach Süden bis zur südlichen Güterumfahrung von Hannover. Das sind nochmal 40km Neubaustrecke. Das wird in Summe so teuer, dass es keine Wirtschaftlichkeit mehr gibt, trotz Mischverkehr. Nachteilig ist dabei vorallem, dass die SFS aufgrund ihrer Länge tagsüber nicht vom GV genutzt werden kann. Überholgleise sind für den GV unattraktiv. Wegen der Länge von ca 120km/h in Kombination mit dem Geschwindigkeitsunterschied würde aber ein ICE zwangläufig auf einen Güterzug auflaufen. Also wäre die Nutzung am Tage nicht möglich, was die Wirtschaftlichkeit dieser langen SFS endgültig runiert.

Die SFS Ashausen - Suderburg bzw. Unterlüß hätte dagegen mehrere Vorteile.
Sie umgeht die Flaschenhälse und "Langsamfahrstellen" Lüneburg und Uelzen. Gleichzeitig verkürzt sie die Strecke Hannover-Hamburg auf rund 150km. Zusammen mit der Vmax von 250km/h reicht dieses schon aus, um die Fahrzeit Hannover-Hamburg auf 55 Minuten zu drücken. Bei einem Ausbau Suderburg/Unterlüß-Celle für 230km/h wären es sogar 53 Minuten. Die SFS wäre zudem nur rund 65km (bis Unterlüß) bzw. 60km (bis Suderburg) lang. Damit ist sie kurz genug, dass sie auch vom GV tagsüber genutzt werden kann. Zudem mündet sie in die Strecke Uelzen-Celle, wodurch der GV über die Bestandsstrecke via Celle nach Lehrte geleitet werden kann.

Kurzum. Um eine SFS realistisch bezahlt zu bekommen muss sie kurz sein, und östlich von Celle in die erwähnte Bestandstrecke münden, damit der GV nach Lehrte kommt. Woraus klar wird, dass man mit Ashausen - Suderburg bzw. Unterlüß schon das Optimum gefunden hat.


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