Taktfahrplan = Erfolgsmodell (Allgemeines Forum)

Xenon, Mittwoch, 06.03.2013, 22:44 (vor 4725 Tagen) @ 218 466-1

Das ist ja das Problem. Für zwei Züge pro Stunde und Richtung besteht im Allgäu eigentlich kein Bedarf. Es wäre zwar generell besser, da ein Stundentakt nicht wirklich attraktiv genug ist und ein 30-Minuten-Takt könnte durchaus noch einige Fahrgäste locken, aber wenn in den Zügen dann nur eine Hand voll Leute oder gar nur warme Luft ist, bringt das rote Zahlen.

Vor allem wäre ein solche Angebot auch nicht nötig, weil es ja nicht nur den RE gibt, sondern auch noch die EC-Linie nach Zürich. Derzeit hat man eine sinnvolle Aufgabenteilung, der EC stellt die schnellen Verbindungen sicher, während der Regionalverkehr die Flächenerschließung übernimmt.

Die RE könnten München-Memmingen etwa 20 Minuten schneller sein (inkl. wegfallender EC-Überholung) und das würde mehr neue Fahrgäste bringen, als durch die drei Halte weniger verloren gehen würden.

Wenn man beim RE die ganzen Halte streicht, wo bleibt dann überhaupt noch der Unterschied zum EC? Was man braucht ist eine sinnvolle Aufgabenteilung zwischen dem schnellen Fernverkehr und dem überall haltenden Regionalverkehr und nicht die Wahl zwischen Fernverkehr und Fernverkehr mit 2 Halten zusätzlich, während die für die Fläche garnichts mehr übrig bleibt.

Der "Fugger-Express" München-Ulm ist absoluter Schwachsinn. Stündliche "RE" mit 440 die aber alle ab Mering jede Milchkanne (außer Mindelaltheim) bedienen. Davor war es dort mit zweistündlichen Dosto-RE mit (6) weniger Halten und zweistündlichen RB Augsburg-Ulm und Augsburg-Dinkelscherben mit allen Halten, wesentlich besser. Der Fahrzeitverlust "Fugger" gegenüber Dosto ist heuer etwa 15 Minuten.

Also hier kann ich die Kritik überhaupt nicht nachvollziehen. Gerade zwischen München und Ulm gibt es doch ein gut differenziertes Zugangebot mit ICE, IC und Regionalverkehr. Das sollte doch für jeden was dabei sein. Wenn man jetzt RE zulasten der überall haltenden RB einführt, profitieren doch größtenteils nur diejenigen Halte, die ohnehin schon gut mit dem Fernverkehr angebunden sind, während die kleineren Stationen, an denen der RE nicht mehr hält, deutliche Angebotsverschlechterungen hinnehmen müssten. Und ein 2-Stunden-Takt ist nunmal für die meisten Pendler unbrauchbar, wenn man um 8:00 in der Arbeit sein muss und die Züge um 6:15 und 8:15 ankommen, werden die Leute nämlich nicht 6:15-Zug nehmen sondern gleich das Auto.


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