Leistungsfähigkeit eines Netzes 13 mal wichtiger als vmax? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 30.01.2012, 09:50 (vor 5188 Tagen) @ Alphorn (CH)

Vergleichen wir mal nach Personenkilometern:

36 Mrd im Bahn-Fernverkehr, Quelle
10 Mrd im innerdeutschen Flugverkehr, Quelle
910 Mrd im Auto, Quelle S. 17

Interessante Zahlen.

In der Schweiz durfte auf bestimmten Relationen (wenn nicht viele) die Bahn sogar eine Mehrheit darstellen.
Würde Deutschland die schweizerische Verhältnisse nachstreben, dann bräuchte Deutschland ((910+36)/2) / 36 = 13,2 -> ein Netz das mindestens 13 mal leistungsfähiger ist als das heutige!

Nur so ein paar Ideen:

1. Je mehr Züge auf einer Strecke, umso länger sind die niveaugleichen Bahnübergänge (BÜ) dicht. Zwei Ansätze:
a. man baut eine Rennbahn für 1 Milliarde pro 30 km (die hat ja keine BÜ);
b. man beläßt die Altstrecke und entfernt die BÜ.
Würde auf der Altstrecke jede Kilometer ein BÜ existieren dann hätte man 1000/30 = 33 Millionen Budget pro BÜ. Das wäre kinderleicht zu schaffen.

-> für Leistungsfähigkeit lieber BÜ entfernen als Rennbahnen bauen.

2. Je kleiner die Geschwindigkeitsunterschiede, umso mehr Züge passen auf einer Strecke. Zwei Ansätze:
a. langsame Verkehre schneller machen
b. schnelle Verkehre langsamer machen
Die Mehrheit in Deutschland fährt Regio, nicht Fernverkehr. Plan a. hat also eine positive Auswirkung für relativ viele Reisende, Plan b. zugleich eine negative Auswirkung für relativ wenige Reisende.
Allerdings muss man bedenken dass die Reisenden, die in Plan b. betroffen sind, pro Person mehr Geld in die Kasse der Bahn einfahren als die Reisenden, die von Plan a. profitieren. Wieviel Einfluß dieses Argument auf die Stellungnahme hat, bin ich mir nicht sicher (dafür brauche ich Umsatzdaten NV vs. FV).

Demnach wäre die vorgesehene Rennbahn Frankfurt-Mannheim gar nicht nötig. Man stellt sich folgendes vor:

a. eine Umfahrung von Biblis, damit die Fernzüge dort nicht auf 160 (oder weniger?) bremsen müssen (also Riedbahn durchgehend 200 km/h)
b. Trennung der S-Bahnverkehre der Riedbahn
c. Mainz-Mannheim durchgehend 160 km/h
d. Frankfurt-Darmstadt-Heidelberg durchgehend 160 km/h
e. Bündelung der IC(E)-Linien jede halbe Stunde

Zwar ist das ganze nicht so "sexy" wie eine Rennbahn, aber das Hauptproblem Trassenverfügbarkeit ist damit gelöst und die erwünschten 30 Minuten Mannheim - Frankfurt/Frankflug hat man auch.
Nur schade, dass die Anbindung von Darmstadt an die Rennbahn als Hauptsache (lies: Prestigeprojekt) dargestellt wird, während es verkehrstechnisch eher eine Nebensache ist. Von Darmstadt zu Frankflug kann man auch RE fahren. Die benötigte 160 km/h Strecke ist aber billiger zu haben als die vorgesehene suboptimale Rennbahn.

-> für Leistungsfähigkeit lieber Lafas beseitigen als Rennbahnen bauen.
Von Rennbahnen hat nur der Fernverkehr direkten Vorteil, von Lafa-Beseitigung profitieren alle Züge.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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