Das Flugzeug ist nicht zu unterschätzen als Konkurrent (Allgemeines Forum)

Henrik, Sonntag, 29.01.2012, 23:39 (vor 5188 Tagen) @ ice-t-411

36 Mrd im Bahn-Fernverkehr, Quelle
10 Mrd im innerdeutschen Flugverkehr, Quelle
910 Mrd im Auto, Quelle S. 17

Selbst wenn der FV den innerdeutschen Flugverkehr zu 100% übernähme, würde er damit nur um 27% wachsen! Beim Auto ist viel, viel mehr zu holen, und genau das wird in der Schweiz gerade höchst erfolgreich gemacht. Die meisten Autofahrten sind kurz (Pendeldistanzen) und um die zu konkurrenzieren, muss man nicht auf Höchstgeschwindigkeiten, sondern auf funktionierende Transportketten von Tür zu Tür setzen.

Wenn man Verschwörungstheoretiker wäre, müsste man annehmen, dass die Autolobby dafür gesorgt hat, dass die Bahn-Milliarden in möglichst ineffiziente Projekte gesteckt werden.


Das ist aber so auch nicht richtig, die drei Verkehrsysteme unterscheiden sich:

* Flugverkehr ist Punkt-zu-Punkt
* Bahnverkehr ist ein Liniensystem
* Autoverkehr ist Flächendeckend

Autoverkehr setzt sich aus höchst unterschiedlichen Teilen zusammen:
* Nahfahrten: Supermarkt, etc. Hier kann die Schienenverkehr nur im innerstädtischen Bereich konkurrieren und auch das ist nicht ganz einfach, weil kein Mensch Getränkekästen in der S-Bahn transportieren will.
* Nahpendler: Verkehr bis 50 km, teilweise Autobahn. Hier kann ein gut ausgebautes Nahverkehrssystem konkurrieren, zumindest teilweise, aber auch nur auf Hauptachsen auf denen sich Verkehr bündeln lässt.
* Fernverkehr: Hier hat die Bahn eine realle Chance aber die Konkurrenzsituation ist ähnlich zum Flugzeug. Da der Autofahrer direkt zum Start und Ziel fahren kann müssen Flugzeug und Bahn deutlich schneller im Zielgebiet sein um die zusätzlich erforderliche Feinverteilung auszugleichen. Das ist die Domäne des HGV und hier gibt es eben die Äbwägung zwischen Auto, Flugzeug und Bahn.

Übrigens habe ich mal gelesen (glaube wikipedia aber mag mich irren), dass die SFS Würzburg-Hannover zu einer Verlagerung des Autoverkehrs um ca. 2% geführt hat. In absoluten Zahlen dürfte es aber deutlich mehr sein als beim Flugverkehr.

genau!

Von den 22% Neukunden auf der ICE-Linie 6 (Hamburg/Bremen-Frankfurt-München) 1993 kamen immerhin 8% vom Flugzeug - das sind 36%.

Nehmen wir nur den Quell-Ziel-Verkehr, da gab es nach dem ersten Betriebsjahr der NBS von 1990 auf 1991 ein Rückgang im Modal-Split beim Flugverkehr
auf Frankfurt - Hamburg von 34% auf 27%
auf Frankfurt - München von 27% auf 23%

beim Autoverkehr einen Rückgang
auf Frankfurt - Hamburg von 38% auf 34%
auf Frankfurt - München von 43% auf 40%

Sind also sogar deutlich mehr als 2%.


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