DE: weder extrem schnelle Züge noch ITF? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 21.02.2011, 23:06 (vor 5570 Tagen) @ Ösi

Meiner Meinung nach braucht es weder extrem schnelle Züge [1] noch einen ITF [2].

Zu [1]: extrem schnelle Züge würde man wohl nur für Relationen wie Hamburg-München brauchen, um diese z.B. auf 4 Stunden oder niedriger zu kriegen und damit die Billigflieger Konkurrenz zu machen. So ging man auch in sonstigen Europastaaten vor.
Die Idealbedingugen gab es aber auch:

1. In Frankreich liegen z.B. Lille, Paris, Lyon und Marseille auf eine Geradelinie. So konnte man mit Paris-Lyon schon eine sehr große Nachfrage beschleunigen.
2. In der Schweiz hatte man mit der NBS Bern-Olten wohl mehr als die Hälfte der gesamten Nachfrage (nämlich das Dreieck Bern-Basel-Zürich inklusive alle Zulaufstrecken) beschleunigt.
3. In Italien liegen Turin, Mailand, Bologna, Florenz, Rom und Neapel auch alle an einer Strecke. Das sind alles Städte in der Top 8. Nur Genova und Venedig/Mestre liegen da etwas im Abseits.

In Deutschland gibt es nicht eine, sondern etwa 8 solcher "Stichstrecken": B-NRW, B-M, HH-M, HH-Basel, B-Basel, NRW-F-N-M, NRW-S-M, NRW-HH.

Zu [2]: ein ITF hat auch Nachteile. Mir fallen zwei ein:

1. Man braucht für Vollknoten große Bahnhöfen: es müssen ja um '00 und '30 Züge in allen Richtungen bereit stehen. In Eindhoven passt es genau (Abfahrt aller "IC" um '02/'32, Abfahrt aller RB um '04/'34):

Gleis 1 "IC" nach Maastricht/Heerlen
Gleis 2 "IC" nach Venlo
Gleis 3 RB nach Weert
Gleis 4 RB nach Tilburg Universiteit
Gleis 5 IC nach Amsterdam
Gleis 6 IC nach Den Haag

(RBs nach 's Hertogenbosch und Deurne 15 Minuten versetzt + IC von/nach Schiphol)

Vor etwa 4 Wochen waren aufgrund Weichenstörung 2 Gleise nicht befahrbar und schon waren einige Anschlüsse schon nicht mehr möglich.

2. Man verliert an Flexibilität. Ich kann z.B. Hamburg-Hannover, Hamburg-Bremen, Bremen-Hannover und Bremen-Münster zwar alle auf 60 Minuten auslegen, Hannover-Münster dann auf 90 Minuten, aber dann geht es halt nicht mehr weiter, denn weitere Beschleunigungen haben dann zu Folge, dass ich Korrespondenzen aufgeben muss = 15 Minuten warten.

Die einfachste und gar nicht so teure Lösung wäre: schnell beschleunigende Züge (mit Höchstgeschwindigkeit 200 km/h), höhere Haltefrequenz und Halbstundentakt auf allen ICE- und IC-Linien (dafür Entfall einiger IRE- und RE-Züge).

Das wäre dann Mittelstreckenverkehr, und Deine Gedanken wurden bei uns schon etwa 1972 umgesetzt, allerdings nur bei 140 km/h.

Dann wartet man im ungünstigsten Fall (den man möglichst wegoptimiert) 35-40 Minuten...

Das verstehe ich nicht. Die Durchschnittswartezeit bei Halbstundentakt wäre bei etwa 15 Minuten, nämlich ein halber Takt: entweder man erreicht den Zug (0 Minuten) oder man muß den nächsten abwarten (30 Minuten).


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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